Populärkultur

Dieses Super-Shampoo aus der Werbung kann alles – offenbar auch für eine Glatze sorgen

16.12.15, 16:10 28.08.17, 12:04
Noëmi Laux
Noëmi Laux

Wenn du auch permanent ab und zu vor der Glotze hängst, kommen dir die folgenden Szenen aus einer TV-Werbung für das Zauber-Shampoo der Marke «Wen» ganz bestimmt bekannt vor.

Shampoo in die Hand geben und in die Haare schmieren ... 

gif: watson/youtube

Jetzt muss man das Zeug schön tief bis in die Haarspitzen einreiben ... 

gif: watson/youtube

Und dann ... sehen die Haare so aus.

gif: watson/youtube

Oder aber so: 

bild: screenshot/Facebook

Du hast gerade keine Ahnung, wovon wir sprechen? Okay, wir klären dich auf. Wir wissen, dass die Werbung mit Superlativen manchmal ein bisschen übertreibt und nicht immer alles hält, was sie verspricht. In der Theorie ist uns das völlig bewusst. In der Praxis tappen wir trotzdem immer wieder in die Falle.

So haben sich auch Kundinnen des amerikanischen Hairstylisten Chaz Dean von der vielversprechenden TV-Werbung blenden lassen und für viel Geld ein Shampoo seiner Marke «WEN» bestellt. «Seine cremige Formel reinigt sanft und spendet gleichzeitig Feuchtigkeit. Bereits nach der ersten Anwendung sieht Ihr Haar leuchtender, weicher und kräftiger aus. Voller Volumen.» So verspricht es die Werbung, die übrigens auch in der Schweiz zu sehen ist. In der Realität sieht das Ergebnis in vielen Fällen aber ganz anders aus.

Ein von Chaz Dean (@chazdean) gepostetes Foto am

Die Shampoo-Opfer, zumeist Frauen, haben nicht so gut Lachen wie der Hairstylist Chaz Dean (rechts).

Von den angepriesenen, pflanzlichen Inhaltsstoffen und den ätherischen Ölen, die das grösstmögliche Mass an Feuchtigkeit, Volumen und Glanz in's Haar zaubern sollen, bekommen diese Frauen nichts zu spüren. Sie beobachten ein ganz anderes Phänomen auf ihren Köpfen: Eine sich immer weiter ausbreitende Glatze.

Im Minutentakt sammeln sich auf Twitter neue Klagen über dieses High-Price-Shampoo an ...

«WEN» weist die Vorwürfe bis jetzt weit von sich. Verständlich, bei stolzen Preisen von bis zu hundert Franken pro Flasche, lässt sich eine solche Katastrophe noch viel weniger rechtfertigen als bei einem billigen Zwei-Franken-Produkt.

Zumindest diese Aussage stimmt. Es handelt sich definitiv NICHT um ein herkömmliches Shampoo ...

Bei «Wen» handelt es sich nicht um ein herkömmliches Shampoo – Sie dürfen das Produkt daher grosszügig auftragen. Je mehr, desto besser das Ergebnis.

So bewirbt «Wen» das Produkt auf seiner Webseite. wenhaarpflege.ch

«Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis, dass unsere Haarpflege-Produkte bei irgendwem zu Haarausfall geführt haben. Es gibt viele Gründe, warum Menschen Haare verlieren – alle haben nichts mit unseren Pflegeprodukten zu tun. Wir werden schnell alle Anschuldigungen gegen unsere Produkte widerlegen», äussert sich «Wen», kurz nachdem die ersten Beschwerden auf Twitter ihre Runden drehten. Schon über 200 Personen haben sich zusammengeschlossen und eine Sammelklage eingereicht.

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    Alle Leser-Kommentare
  • mrmouse 16.12.2015 19:10
    Highlight ich muss mal prüfe ob WEN auch der Produzent von Chemotherapien ist. Hatte nämlich auch keine Haare mehr... 😜
    10 4 Melden
  • niklausb 16.12.2015 19:01
    Highlight Wer so viel Geld für Seife ausgibt kann sich auch die Reparaturkosten leisten 😂
    15 4 Melden
  • Rodolfo 16.12.2015 17:34
    Highlight Man muss ja auch nicht sooo teure Shampoos kaufen. WEN ist sehr teuer! Slbst schuld: Propaganda ist alles!
    11 4 Melden
  • Gelöschter Benutzer 16.12.2015 16:35
    Highlight und ich idiot habe mir die haare immer mühsam herausgerissen und rasiert. Dabei brauche ich nur "WEN".
    36 0 Melden
    • Noëmi Laux 16.12.2015 17:27
      Highlight manchmal machen wirs uns eben schwieriger als es tatsächlich ist ;)
      13 1 Melden

Hab' ich da gerade «Picdump» gehört?

Und so einfach geht's: 

1. watson-App öffnen ...

... oder allerspätestens jetzt downloaden, hier: iPhone / Android

2. Aufs Menü (drei farbige Strichli rechts oben) klicken

3. Unten Push-Einstellungen antippen und bei Picdump auf «ein» stellen, FERTIG.

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