Schweiz
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ARCHIVE - Christa Markwalder (FDP/BE) wird zur 2. Vizepraesidentin des Nationalrats gewaehlt am Montag, 25. November 2013 im Nationalrat in Bern. Die FDP Schweiz fordert rasche Klarheit in der Kasachstan-Affaere um die Berner Nationalraetin Christa Markwalder (FDP). Die Partei verlangt von Markwalder und der Agentur Burson-Marsteller, alle Dokumente mit Zusammenhang zu den Vorwuerfen offenzulegen. Damit solle geklaert werden, wer zu welchem Zeitpunkt welche Informationen an welche Stelle weitergeleitet habe, teilte die FDP am Montagabend, 11. Mai 2015, mit. Darueber hinaus sollen Burson-Marsteller oder deren Lobbyistin Marie-Louise Baumann alles unternehmen, um zu zeigen, welche Interessen sie selbst und ihre Auftraggeber verfolgen. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Christa Markwalder: «Die letzten Tage waren für mich die Hölle.» Bild: KEYSTONE

Zwei Folgen der Kasachstan-Affäre: Markwalder sagt, es sei die Hölle gewesen und die PR-Dame verliert den Bundeshaus-Zugang

12.05.15, 06:50 12.05.15, 09:54

Verhaltene Selbstkritik von Christa Markwalder. In einem Interview mit dem «Blick» gibt die FDP-Nationalrätin zu, gutgläubig gewesen zu sein. Den Vorwurf, sie habe für einen fremden Staat Politik gemacht, verneint sie allerdings vehement. Ihr Vertrauen sei von der Lobbyistin Marie-Louise Baumann aufs Übelste missbraucht worden – den Kontakt zur PR-Frau habe sie abgebrochen. Sie prüfe momentan rechtliche Schritte.

«Ich war unvorsichtig. Dafür entschuldige ich mich.»

Christa Markwalder im «Blick»

Die Nationalraete Christa Markwalder (FDP-BE), Guillaume Barazzone (CVP-GE) und Roland Fischer (GLP-LU), von rechts, verfolgen das Naturspektakel der partiellen Sonnenfinsternis auf dem Balkon des Bundeshauses an, am Freitag, 20. Maerz 2015 waehrend der Fruehlingssession der Eidgenoessischen Raete in Bern. Am Himmel ueber Westeuropa ist heute eine partielle Sonnenfinsternis zu beobachten. Seit 9.30 Uhr schiebt sich der Mond von der Erde aus gesehen vor die Sonne. Der Hoehepunkt der partiellen Sonnenfinsternis - die groesste Abdeckung der Sonne und damit der staerkste Grad der Verdunkelung - wird etwa eine Stunde spaeter erwartet. Kurz vor Mittag ist die Sonne dann wieder ganz am Himmel zu sehen. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Christa Markwalder (r.) muss sich in der Kasachstan-Affäre Naivität vorwerfen lassen. Bild: KEYSTONE

Die letzten Tage seien die Hölle gewesen, erzählt Markwalder weiter. Sie habe sich für eine alte Geschichte erklären müssen, bei der sie in guter Absicht gehandelt habe. Für die PR-Firma Burson-Marsteller und den Auftraggeber Kasachstan hatte die Markwalder eine fragwürdige Interpellation einreichen lassen.

Derweil hat der Fall erste Konsequenzen: Marie-Louise Baumann von Burson-Marsteller muss ihre Bundeshaus-Akkreditierung abgeben. 

FDP-Nationalrätin Corina Eichenberger, welche Baumann den Badge überlassen hatte, forderte diesen gestern wieder zurück: Sie könne nicht mehr dahinterstehen. Marie-Louise Baumann war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. 

Jeder Nationalrat hat das Recht, zwei externe Personen für das Bundeshaus zu akkreditieren. Dieses System steht nicht erst seit der Kasachstan-Affäre in der Kritik. 20 National- und Ständeräte verzichten darauf, diese Möglichkeit zu nutzen.

Christa Markwalder ist designierte Nationalratspräsidentin. Die SVP droht nun, Markwalder nicht zu wählen.

(tog)



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    Alle Leser-Kommentare
  • krisenmanager 12.05.2015 10:46
    Highlight Zurücktreten wäre kurzsichtig, eine Initiative gegen Lobbyismus längerfristig. n-tu (csc) www.crisyscon.com
    11 4 Melden
  • Lowend 12.05.2015 09:47
    Highlight Die Frau Markwalder macht zwar das gleiche, was alle Parlamentarier machen, doch weil sie von ihren eigenen Parteifreunden verraten wurde, soll sie zurücktreten, weil sie naiv gewesen sei. So oder ähnlich klingt es durch die rechtsnationalen Kommentarspalten. Für mich ist der wahre Grund viel eher, dass sich Frau Markwalder für ein geregeltes Miteinander von Schweiz und EU einsetzt, denn einige Nationalkonservative würden durchdrehen, wenn diese EU-freundliche Politikerin noch zur höchsten Schweizerin gewählt wird? Rufmord gehört in der bürgerlich dominierten Politik inzwischen zum Alltag.
    8 7 Melden
  • Karl33 12.05.2015 08:45
    Highlight Wenn am Ende die Politiker nicht mehr verantwortlich sind, für was sie tun (wohl weil sie gekauft sind und gar nicht selbst entscheiden müssen), dann taugen sie nicht als Politiker. Die Frau soll zurücktreten.
    23 6 Melden
    • Stephan Locher 13.05.2015 07:28
      Highlight Weisst du wieviel es kostet, wenn jemand so kurz vor den Neuwahlen zurücktritt und dann jemand nachrücken muss? Wenn schon, dann wohl eher nicht mehr zur Wahl antreten.

      Doch auch dafür sehe ich bei der aktuellen Faktenlage keinen Grund.
      1 1 Melden

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