Schweiz

Wasserfallen scheitert erneut. Bild: KEYSTONE

Wasserfallen kassiert erneut eine Ohrfeige 

31.05.17, 22:29 01.06.17, 09:20

Die FDP des Kantons Bern wird mit dem Stadtberner Kantonsparlamentarier Philippe Müller zu den Regierungsratswahlen im kommenden Jahr antreten. Müller setzte sich am Mittwochabend an einer Parteiversammlung gegen Nationalrat Christian Wasserfallen durch.

Müller ist 53-jährig und Präsident der FDP der Stadt Bern. Im Kantonsparlament hat er sich einen Namen als Law-and-Order-Politiker gemacht. Er setzte sich beispielsweise wiederholt für mehr Härte bei der Verfolgung von Gewalt und Drohung gegen Polizisten ein. Selber schätzt er sich als «Mitte-rechts innerhalb der FDP ein».

Beruflich ist der Fürsprecher und Ingenieur-Agronom Geschäftsleitungsmitglied der Biotech-Firma CSL Behring in Bern, dem mit über 1300 Angestellten grössten industriellen Arbeitgeber im Raum Bern.

Nach zwei Wahlgängen stand Müllers Kandidatur am Mittwochabend in Bern fest. In der zweiten und entscheidenden Runde schlug Müller Nationalrat Christian Wasserfallen mit 115 zu 87 Stimmen. Insgesamt vier Kandidaten hatten sich den Delegierten präsentiert.

Kein Wechsel für Wasserfallen

Mit dieser Niederlage ist der 35-jährige Wasserfallen also erneut bei einem Versuch gescheitert, nach zehn Jahren im Nationalrat in ein anderes Amt zu wechseln. Im November 2015 war ihm bei der Wahl des Präsidiums der FDP-Bundeshausfraktion sein Tessiner Kollege Ignazio Cassis vorgezogen worden.

Anfang 2016 war Wasserfallen dann als Favorit für das Präsidium der FDP Schweiz gehandelt worden. Schlussendlich verzichtete er aber auf eine Kandidatur und begründete dies einerseits mit der gescheiterten Kandidatur für das Fraktionspräsidium. Anderseits nannte er damals eine Regierungsratskandidatur im Kanton Bern eine «mögliche Option».

Ebenfalls im vergangenen Jahr verstrickte sich Wasserfallen in einen Machtkampf um das Präsidium des Automobil-Clubs der Schweiz (ACS). Schliesslich machte Wasserfallen einen Rückzieher.

Philippe Müller soll der bernischen FDP den Sitz des im kommenden Jahr abtretenden Polizei- und Militärdirektors Hans-Jürg Käser sichern. Die FDP hält einen Sitz in der siebenköpfigen Kantonsregierung. Die SVP hat zwei Sitze inne, die BDP einen, die SP zwei und die Grünen einen. (sda)

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
2
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Majoras Maske 01.06.2017 07:12
    Highlight Ich denke nicht, dass Wasserfallen in den Regierungsrat gewählt worden wäre. Er fällt ja höchstens mit Atom-Lobbying auf und das ist für ein Exekutivamt eindeutig zu wenig oder einseitig.
    10 3 Melden
  • HansDampf_CH 01.06.2017 06:10
    Highlight Ja schön! Ich persönlich mag ihn, seine anbietende Art und seine Klientel - Politik
    1 4 Melden

Die Uni Bern wollte Testkiffer mit Gras beliefern – nicht alle fanden das toll

Die Universität Bern darf keine Studie zum legalen Verkauf von Cannabis zu Genusszwecken durchführen. Eine solche Studie erlaube das geltende Gesetz nicht, kommt das Bundesamt für Gesundheit zum Schluss.

Die Stadt Bern hatte die Universität beauftragt zu erforschen, wie sich das Konsum- und Kaufverhalten von Cannabis-Konsumenten verändert, wenn diese geregelten Zugang zur Droge haben. Auch Auswirkungen auf die Gesundheit der Studienteilnehmer sollten untersucht werden.

Geplant war, Cannabis in …

Artikel lesen