Schweiz

Nach Anzeige wegen Rassismus

SVP-Politiker entschuldigt sich für «Länder-IQ»-Aussagen

01.03.15, 19:15 02.03.15, 09:26

Der St.Galler SVP-Politiker Marcel Toeltl hat sich am Sonntag für seine mutmasslich rassistischen Aussagen in einem früher verfassten Blogbeitrag entschuldigt. «Es war nie, wirklich gar nie, meine erklärte Absicht, eine Bevölkerungsgruppe, ein Volk als Ganzes, oder eine Ethnie zu beleidigen, zu diskriminieren oder zu diskreditieren», schreibt Toeltl auf seiner Webseite.

Marcel Toeltl sorgte für seine «Länder-IQ»-Aussagen für Kritik. Bild: screenshot webseite

Toeltl schrieb vergangenen Mittwoch, Flüchtlinge und Syrer kämen aus Staaten mit einem «nachweislich sehr tiefen ‹Länder-IQ›». Mehrere Bürger reichten daraufhin eine Anzeige gegen ihn wegen Rassendiskriminierung ein. In einer ersten Stellungnahme am Freitag gegenüber watson rechtfertigte Toeltl seine Aussagen damit, er habe nur «Fakten und Zahlen» verwendet, die «im Internet frei zugänglich sind».

In seiner Entschuldigung wollte sich Toeltl nicht von seinen Aussagen distanzieren. «Ich habe meine persönliche Meinung und habe auch das Recht, dies kund zu tun», schreibt er in seinem Blogbeitrag. Er bitte um Vergebung, wenn seine «Zeilen, Satzstellung oder Wortwahl juristisch nicht konform» seien.

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Paul_Partisan 02.03.2015 12:24
    Highlight Entschuldigung hin oder her, diese Aussagen zeigen einmal mehr, was für kleingestige Rassisten sich doch in dieser VOLKS-Partei tummeln. Widerlich!
    3 2 Melden
  • Señor Ding Dong 02.03.2015 09:05
    Highlight Ich habe den Beitrag gelesen und kapiere nicht ganz, wofür sich Herr Toeltl entschuldigt und finde es auch ein wenig feige.

    Es ist klar, aus welchem Lager er kommt. Er hat den Text sicher nochmal durchgelesen, bevor er ihn abgeschickt hat. Es hat entsprechende Reaktionen gegeben.

    Ich bin politisch wohl am anderen Ende des Spektrums, aber was mich hier vor allem stört, ist das Vorhandensein dieser Pseudo-Entschuldigung.
    13 2 Melden
  • tom99 02.03.2015 08:24
    Highlight Eine Schande für die Schweiz, dass man sich für Aussagen, welche auf belegbaren Fakten basieren, entschuldigen muss.. Erinnert mich an die Erpressungsgeschichte, als der Weltjüdische Kongress von den Schweizer Banken 1,2 Milliarden erpresste...war übrigens vor 20 Jahren und 680 Millionen sind noch immer auf den Konten des WJ-Kongresses... nur so zum mal Nachdenken...
    4 9 Melden
    • Joshzi 02.03.2015 10:45
      Highlight Die indirekte Mitverantwortung an der Ermordung von Juden, Sinti, Roma, Oppositionellen und Widerstandskämpfer ist meiner Ansicht nach die grösste historische Schande der Schweiz. Bunkern von Geldern, welche durch die Ermordung von Menschen auf den Konten blieben, schlimmer noch, geraubtes Geld und Wertsachen, welche von Nazis auf Schweizer Bankkonten deponiert wurden. Bis Heute lebt die Schweiz nicht schlecht vom Blutgeld verschiedener Diktatoren, Verbrecher und Menschenschlächter. Die Schweiz lebt von der Ausbeutung anderer, siehe Rohstoffhandel.

      Sie sollten besser mal ein Buch lesen, anstatt sich von dümmlicher Parteipropaganda einlullen zu lassen.

      Denn der wahre Patriot denkt selber!
      11 2 Melden
    • tom99 02.03.2015 11:33
      Highlight @Joshzi. Ich denke, Du liest offensichtlich die falschen Bücher. Ich war direkt mit der Volker Kommission in Kontakt. Die ganze Sache basierte auf einer klaren Erpressung, die Zahlen waren frei erfunden und stimmten keineswegs mit den seriösen Erhebungen der Banken überein. Überleg mal was mit der Spareinlage Deiner Ur- Grossmutter passierte, wenn ihr Bankbüchlein verloren geht.... Nachrichtenloses Vermögen.... hat nichts mit Nazi- Gold zu tun, oder?? Mein Tip: lies doch mal ein paar Bücher, die nicht von Nestbeschmutzern geschrieben werden... Und nochmals: Erklärst Du den Nachkommen toter Juden, warum immernoch mehr als die Hälfte dieser "Strafzahlung" auf den Konten von Herrn Bronfman (bzw dessen Nachfolger) liegt..??
      1 2 Melden
    • Joshzi 02.03.2015 12:25
      Highlight Das ist übrigends die Volcker! Die Organisation reklamierte eine Entschädigung für das stillschweigende Einbehalten nachrichtenloser jüdischer Depot- und Kontenvermögen. Weiterhin hatten die deutschen Nationalsozialisten enteignete Vermögenswerte in Form von Schmuck, Kunst und Devisen in der neutralen Schweiz „umgeschlagen“. Mit wem genau, warst du denn da in Kontakt? Und welche Zahlen sollen erfunden sein? Entschuldige, du bist ein uninformierter Dummschwätzer!
      Du liest nicht einmal deine eigenen Quellen.
      4 1 Melden
    • Joshzi 02.03.2015 12:28
      Highlight Kleine Lesehilfe für den thumben Nesthocker:
      http://www.uek.ch/de/schlussbericht/synthese/uekd.pdf
      2 2 Melden
    • Joshzi 02.03.2015 12:36
      Highlight Und was die Juden mit ihrem Geld machen, dass ihnen geraubt wurde, das geht sie mit verlaub einen Dreck an! Wäre ja noch schöner, wenn die Opfer den Tätern Rechenschaft ablegen müssten.
      2 1 Melden
    • Joshzi 02.03.2015 12:56
      Highlight Ein Nest, in welchem sich dieses verharmlosend "patriotische" Gedankengut breitmacht, dieses Nest kann gar nicht mehr beschmutzt werden. Idealisierung von Militär und Krieg und negieren der Opfer und Verbrechen - wieviel mehr Dreck kann es denn noch sein. Es gibt, gab Menschen wie Paul Grüninger, Polizeikommandant in St. Gallen. Ich bin stolz auf solche Schweizer. Sie retteten Leben und was taten die nationalbesoffenen Patrioten zu dieser Zeit? Sie machen immer noch dasselbe, sie beschwören eine Schweiz, welche gegen Menschenrechte agiert und Selbstüberzogen die Geschichte ignoriert. Damals wie heute.
      4 1 Melden
  • Kastigator 02.03.2015 06:29
    Highlight Kleine Frage: Schreibt ihr bewusst immer "St.Gallen"? Also ihr wisst schon, dass das falsch ist? Wenn ihr euch wegen der Trennung Sorgen macht -> Spatium statt Leerschlag verwenden: St. Gallen. Mich wundert das ziemlich.
    Und wenn wir schon dabei sind: Es ist verdankenswert, dass ihr die Silbentrennung verwendet – das sieht man auf dynamischen Webseiten selten. Allerdings sollte sie frühestens ab vier Buchstaben greifen, und die Negativliste sollte fortlaufend ergänzt werden; das würde die vielen hässlichen Trennfehler verringern.
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  • Gelöschter Benutzer 01.03.2015 23:18
    Highlight das ist ja schon ein lustiges wischiwaschi-trüppchen diese SVP. aber zum glück haben sie ja jetzt den intelektuellen baldbundesrat köppel.
    27 9 Melden
    • Michèle Seiler 02.03.2015 09:22
      Highlight Wischiwaschi passt. *nick*

      Die Aussage "Es war nicht meine Absicht ..." von SVPlern habe ich inzwischen schon so häufig gehört, dass für mich eigentlich nur zwei Erklärungen in Frage kommen: Sie sind verlogen, oder unfähig, zu verstehen, was ihre Worte/Taten anrichten.

      Beides nicht die besten Voraussetzungen, um Politik zu machen, oder?

      Die "Distanzierung" tut ihr Übriges ...
      11 3 Melden
  • Lowend 01.03.2015 20:46
    Highlight Er entschuldigt sich, will sich aber nicht von den rassistischen Aussagen distanzieren? Zeugt von sehr viel Einsicht und einem wahrhaft extremen IQ, der aber offenbar genau zum IQ von jenen passt, die solche "aufrechten und kompromisslosen Super-Schweizern" ihre Stimme geben. Im übrigen wird der IQ überbewertet, denn auch der EQ, der so genannte Emotions-Quotient, der die Fähigkeit, eigene und fremde Gefühle (korrekt) wahrzunehmen, zu verstehen und zu beeinflussen misst, spielt im sozialen Zusammenleben die wichtigere Rolle und da befürchte ich bei einigen echten Rechten erschreckende Werte!
    48 9 Melden
  • Joshzi 01.03.2015 20:22
    Highlight Wahltaktischer Kniefall. Weil, er drücke ja nur das aus, was die Basis denke. So klang das jedenfalls noch einen Tag zuvor. Muss nun die Basis insgesamt antraben? Verlogener Hinterwäldler, welcher glaubt er könne seine dümmlichen Spielchen auch ausserhalb seines bierschwangeren Stammtischs treiben.
    46 7 Melden
  • Charlie Brown 01.03.2015 19:45
    Highlight Würde denn der Herr Toeltl einem Migranten auch vergeben, wenn der sich für eine juristisch nicht konforme Handlung entschuldigen würde? Oder würde er ihn einfach trotzdem ausschaffen lassen?
    42 10 Melden

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