Schweiz
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ARCHIV --- ZUR MELDUNG, DASS DIE SNB NEGATIVZINSEN EINFUEHRT, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG --- Die Nationalbank spiegelt sich im Wasser des Brunnens auf dem Bundesplatz, am Sonntag, 18. Mai 2014, in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Die Schweizerische Nationalbank gerät in die Kritik. Bild: KEYSTONE

Nach Negativzins-Ankündigung der SNB

Er soll weg, der Euro-Mindestkurs

Nach der Einführung von Negativzinsen durch die Nationalbank (SNB) stellen jetzt namhafte Finanzplatzvertreter den Euro-Mindestkurs von 1.20 Franken infrage. 

Financier Martin Ebner kritisiert in der Zeitung «Schweiz am Sonntag», die Bindung des Frankens an den Euro habe vor drei Jahren vielleicht Sinn gemacht, «aber sie dauert nun schon viel zu lange». Seine Forderung: «Die Aufhebung ist unausweichlich.» Der Entscheid der Nationalbank vom Donnerstag, Negativzinsen einzuführen, sei «hilflos»: «Er zeigt, dass sich die SNB in etwas hineingeritten hat, aus dem sie nun fast nicht mehr rauskommt», sagt Ebner. 

Auch Kurt Schiltknecht, Ex-Chefökonom der SNB, ist überzeugt, dass Negativzinsen nicht die gewünschte Wirkung entfalten: Sie könnten den Kapitalfluss in die Schweiz nicht stoppen, sondern würden höchstens die Immobilienpreise in die Höhe treiben. Schiltknecht ist für ein Ende des 1.20-Mindestkurses

Für den Ex-UBS-Chef Oswald Grübel zeigt sich jetzt, dass die Kursuntergrenze «von Anfang an eine Schnapsidee» war. Die Anbindung sei heute umso fragwürdiger, als die Europäische Zentralbank gerade versuche, «den Euro weiter zu schwächen, um die Wirtschaft anzukurbeln». Die Konsequenz sei, dass die Schweiz den Franken ebenso schwach machen müsse. Sie könne dann genauso gut der Euro-Zone beitreten. 

Streitgespräch Mindestlohn, 16. April 2014, Oswald Grübel, Philipp Loepfe

Oswald Grübel, der früher bei der UBS das Sagen hatte. Bild: 

Auch der emeritierte Zürcher Wirtschaftsprofessor Martin Janssen plädiert für einen Ausstieg aus der Kursfixierung, wenn auch nicht für einen plötzlichen: «Die Nationalbank muss einen Ausstiegspfad definieren und den Mindestkurs jeden Tag ein kleines Schrittchen absenken.» Nur so komme man wieder aus dieser Situation heraus. Die anhaltende Kursstützung bei 1.20 Franken habe immer neue Interventionen zur Folge: «Das ist, wie wenn sie hinter Chur den Rhein stauen», sagt Janssen. «Irgendwann kommt das Wasser.» Lieber früher als später müsse sich der Franken aufwerten. «Er ist schlicht die stärkere Währung als der Euro.» (feb)



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    Alle Leser-Kommentare
  • kurt3 21.12.2014 16:43
    Highlight Highlight Mich stört Formulierung in der Einleitung: Finanzplatzexperten .
    Ex-Banksters und greise Ökonomieprofessoren wäre ehrlicher.
  • Rondi 21.12.2014 12:21
    Highlight Highlight Ebner und Co. würden wohl sehr viel Geld verdienen, wenn der Mindestkurs aufgehoben würde. Ich dagegen könnte mir einen neuen Job suchen. Unsere deutschen Kunden haben schon die Stundensätze gesenkt. Eine weitere Aufwertung des Schweizer Frankens verträgt es nicht mehr.
  • Kaiserin 21.12.2014 09:21
    Highlight Highlight Ich vertraue den "Expertenmeinungen" dieser Überchefökonomen nicht mehr...
  • Schneider Alex 21.12.2014 07:20
    Highlight Highlight Warum kauft die SNB nicht unbeschränkt Realwerte?

    Warum die SNB mit den angehäuften Devisen zur Stützung des EURO nicht einfach internationale Realwerte (Aktien und Immobilien) kaufen kann, ist mir nicht klar. Mit einer solchen Strategie könnten weiterhin unbeschränkt EUROS gekauft werden. Auf Negativzinsen könnte man dann verzichten.
    • amazonas queen 21.12.2014 08:11
      Highlight Highlight Die SNB macht genau das. Sie legt die Euro, die sie einkauft u.a. in Aktien an.
    • Matthias Studer 21.12.2014 11:59
      Highlight Highlight Ist nicht erfunden. Zum Beispiel war zumindest 2013 die SNB der fünft grösste Aktionär von Nokia. War gut angelegt, kurz danach hatte sich die Aktie wieder ein wenig erholt. Warum das wir das wissen? Finnland muss die Aktionäre ausweisen. Der Euro ist nur ein Teil der Käufe um die 1.20 zu behalten. Trotzdem bin und war ich schon immer ein Gegner der Anbindung an den Euro.
    • Schneider Alex 22.12.2014 09:17
      Highlight Highlight Singapur, Norwegen, die arabischen Staaten und China haben Staatsfonds und investieren weltweit. Zum Beispiel hat China das Telekom-Netz von Costa Rica aufgebaut. Warum nicht in eine neue Eisenbahnlinie in einem Schwellenland investieren? Wer sagt denn, dass das Geld nur in der Schweiz investiert werden soll? Realwerte haben langfristig immer an Wert zugelegt. Im Übrigen investiert die SNB bereits in Aktien. Ich frag ja nur, ob es nicht noch mehr sein könnte. Der globale Aktien- und Immobilienmarkt ist möglicherweise stabiler als der EURO-Kurs.
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  • christianlaurin 21.12.2014 05:17
    Highlight Highlight Ich bin auch ein Mensch der Finanzplatz aber alle diese Kommentare von Experten zeigen das sie kein Verständnis haben für die echte Industrie. Sind diesen Experten bereit ihren Lohn an andrer zu geben wenn der Franke mehr Wert hat als der Euro? Wenigstens die snb probieret Dinge zu kontrollieren. Ich würde auch fast sagen das Leute wie grübel wollen den Euro kaputt machen weil sie sich revengieren möchten.

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