Wirtschaft

Ist Deutschland hilflos den europäischen Winden ausgesetzt? bild.shutterstock

Jetzt nur keine Panik

Sind die Deutschen wirklich die Esel im europäischen Umzug?

«Wir sind die Opfer von unfähigen Politikern und müssen immer bezahlen», klagen die Deutschen. Der Ausgang der griechischen Wahlen und die Geldpolitik der EZB scheinen ihnen Recht zu geben. Doch es ist ein fataler Irrtum.

28.01.15, 20:01 29.01.15, 14:18

Die neue griechische Regierung muss mit einem frostigen Empfang in Brüssel rechnen. Die bestehenden Abmachungen laufen Ende Februar aus, neue müssen ausgehandelt werden. Die Voraussetzungen dazu sind schlecht. 

In verschiedenen Ländern müssen neue Konditionen vom Parlament bewilligt werden, beispielsweise in Finnland. Dort stehen jedoch Wahlen an, und die Regierung hat keine Lust, über Schuldenerlass und neue Hilfsgelder zu diskutieren. Das gilt auch für Estland, Holland – und vor allem für Deutschland

Mit solchen Freunden – wer braucht da noch Feinde?

Die Deutschen fühlen sich derzeit als die Esel im europäischen Umzug. Haben Sie nicht Griechenland mit Hilfen in Milliardenhöhe unterstützt, obwohl ihnen in den Maastricht-Verträgen ausdrücklich das Gegenteil versprochen wurde? Und werden sie von den europäischen Partnerländern nicht stets übers Ohr gehauen? Mit solchen Freunden, wer braucht da noch Feinde? 

Auf den ersten Blick scheinen die Klagen der Deutschen berechtigt: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat soeben ein so genanntes Programm des Quantitativen Easing beschlossen, das die Zinsen künstlich tief hält und die deutschen Sparer benachteiligt. Der Europäische Gerichtshof hat seine Zustimmung zu dieser Politik signalisiert, während das deutsche Verfassungsgericht sie verurteilt. Und obwohl Deutschland der Riese in der europäischen Wirtschaft wird, ist es politisch ein Zwerg, der in den wichtigen Gremien regelmässig überstimmt wird. 

Die deutsche Volksseele und der deutsche Geldbeutel

Der Wahlsieg der Syriza in Griechenland könnte in dieser Sichtweise ein Fanal dafür sein, dass alles noch schlimmer wird. Werden die Griechen «belohnt», dann wird die spanische Podemos bald das gleiche fordern, ebenso Italiens Fünf-Sterne-Bewegung – und die Franzosen machen eh, was sie wollen. Alle verlassen sich dabei auf den deutschen Geldbeutel.

Die deutsche Volksseele kocht, und Kanzlerin Angela Merkel sowie ihr Finanzminister Wolfgang Schäuble geraten immer stärker unter Druck. Beide sind überzeugte Europäer, doch angesichts der Pegida-Stimmung im eigenen Land und der zunehmenden Unterstützung für die europafeindliche «Alternative für Deutschland» (AfD) wird der Spielraum eng. Die Versuchung, die lästigen Griechen ein für allemal loszuwerden, wächst. 

Mit den Hilfsgeldern wurden nicht Griechen, sondern Banken gerettet

Es wäre ein fataler Fehler. Das deutsche Volksempfinden ist sehr weit von der Realität entfernt. Die angeblich grosszügige Hilfe an Griechenland war so grosszügig gar nicht. Der grösste Teil der bisher rund 230 Milliarden Euro wurde nämlich dazu verwendet, die Banken – darunter auch deutsche Banken – zu retten. Diese hatten in Verletzung sämtlicher Regeln des verantwortungsvollen Bankings die Griechen mit Krediten überschüttet. Und merke: Nicht nur der Schuldner, auch der Gläubiger trägt Verantwortung. 

Die Mehrheit der Griechen leidet derzeit extrem unter der Inkompetenz der bisherigen Regierung. Weder die konservative Neue Demokratie noch die sozialdemokratische Pasok waren fähig, die griechische Vetternwirtschaft zu beseitigen. Das Sanierungsprogramm bestand daher vor allem darin, Leute zu entlassen und Löhne und Sozialleistungen zu kürzen. Die Mehrheit der Griechen ist heute von bitterer Armut bedroht. 

Deutschland sollte alles Interesse daran haben, dass es Griechenland besser geht

Gerade Deutschland sollte alles Interesse daran haben, dass mit der neuen griechischen Regierung ein Neuanfang gemacht werden kann. Dazu gibt es pragmatische Gründe: Dank einem schwachen Euro wurde die deutsche Wirtschaft vom «kranken Mann Europas» zu Beginn dieses Jahrhunderts wieder zum Wundermann. 

Ein «Grexit» würde dies wieder in Frage stellen. Die wirtschaftlichen und politischen Folgen wären unabsehbar; und wie es sich anfühlt, wenn die Währung über Nacht 20 Prozent und mehr stärker wird, darüber können sich deutsche Unternehmer ja derzeit bei ihren Schweizer Kollegen erkundigen. 

Die Deutschen haben auch eine moralische Verpflichtung gegenüber Griechenland und Europa: Im letzten Jahrhundert waren sie es, die mehrmals einen Staatsbankrott verursacht haben und von den anderen gerettet werden mussten. Der Marshall-Plan war de facto ein gigantischer Schuldenerlass gegenüber den Deutschen. So gesehen ist die aktuelle Überheblichkeit gegenüber den Griechen total fehl am Platz.  

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
24
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
24Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • MediaEye 29.01.2015 12:21
    Highlight Diesem Artikel kann ich; was äusserst selten vorkommt; zu 100 % zustimmen!!!
    4 3 Melden
  • Carsten Ax 29.01.2015 11:42
    Highlight Es ist zwar richtig, dass die Europäer zuerst einmal die Banken retteten. Trotzdem wurde damit die verprassende Lebensweise der letzten Jahrzehnte nachträglich legetimiert. Durch Schuldenschnitt und ESM konnte die Party weiter gehen. Reformen wurden lügend versprochen, aber nicht umgesetzt.
    .
    Falsch ist weiter, dass Deutschland Anfang der Nullerjahre nur wegen des weichen Euros gerettet wurde. Der Euro und selbst die DM wurden ja schon im Hinblick auf die Währungsunion ab 1996 weich. Ursache für die Krise war die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit. Gelöst wurde dies durch Schröders Reformen.
    2 3 Melden
    • Philipp Löpfe 29.01.2015 14:06
      Highlight Ein weit verbreiteter Irrtum, lieber Carsten. Schröders Agenda hat, wenn überhaupt, viel später Wirkung gezeigt.
      4 2 Melden
    • Carsten Ax 29.01.2015 14:25
      Highlight Das ist kein Widerspruch. Reformen dauern lange. Aber bei einem Euroaustritt, wäre GR sofort wieder wettbewerbsfähig. Besonders der Tourismus würde boomen. Es gäbe für 5 Jahre eine Wachstum von 3 bis 7% p.a.
      .
      Klar hat das Billiggeld D zw. 2002 bis 2005 geholfen. Trotzdem war die Geldpolitik der EZB völlig falsch. Geldpolitik muss sich an der Wirtschaftskraft ausrichten und nie Finanzpolitik ersetzen. Für IR, I, GR, E, PG aren die Zinsen damals viel zu hoch. Die hätten auf 7% erhöht werden müssen, um Inflation und Wachstum abzubremsen. Der Währungsraum ist ungeeignet. Deshalbt geht es nicht.
      0 2 Melden
  • Carsten Ax 29.01.2015 11:37
    Highlight Der erste Teil des Artikels ist sehr gut. Die Bewertung schlicht falsch.
    .
    Man sollte Kritik an den Griechen nicht dadurch mundtot machen, in dem man Kritikern "Überheblichkeit" unterstellt. Kritik ist völlig angemessen. Die Griechen lassen es sich seit Jahrezehnten gut gehen, in dem sie noch mehr als jede andere Nation auf Kosten der Zukunft leben (Verschuldung). Es ist nicht "überheblich", wenn man die extreme Staatsquote, die Vetternwirtschaft, die um Faktor 3 zu hohe Beamtenschaar, den Unwillen Steuern zu vereinnahmen oder die um ca. 40% im europäischen Vergelcih zu hohen Löhne kritisiert.
    5 2 Melden
  • Benja 28.01.2015 22:25
    Highlight Das Interessante dabei ist ja, dass eben die Banken, Versicherungen etc. gezockt haben. Mit der Krise wurde ihr "verlorenes" Geld dann trotzdem zurückgezahlt - von den Staaten, also mit Steuern. Heute streiten sich alle nur noch um diese Schulden-Kadaver und wer sie wegräumen muss. Der Blick auf die Verursacher und deren Rezepte ist dabei längst verblasst. Auch der Journalismus lässt sich damit an der Nase herumführen. Ein bisschen Tara um die Alt-Lasten und schon ist es lanciert, das Titel-Thema. Die beste Voraussetzung, um im Hintergrund die nächsten Schweinereien zu veranstalten.
    10 0 Melden
    • Carsten Ax 29.01.2015 12:02
      Highlight Stimmt: Bankenrettung hat mit Marktwirtschaft NICHTS zu tun. Bankenrettung ist Sozialismus. Wer sich verzockt muss selbst latzen. Es war auch Quatsch, dass die Banken systemrelevant wären. Damit wurde Euch ANGST gemacht. Selbst bei einer Pleite wären höchsten bei 15 Banken 10% der Einlagen weg gewesen. Schmerzhaft, aber na und?!
      URSACHE der EUROKRISE war aber nicht die Spekulation.
      URSACHE der EUROKRISE sind 1) Staatsverschuldung 2) lockere Geldpolitk, die zur Blasenbildung führ(t)e 3) der Euro selbst, weil er nötige Abwertungen der Weichstaaten verunmöglicht & diese ENTINDUSTRIEALISIERT.
      4 1 Melden
  • 7immi 28.01.2015 22:00
    Highlight die eu ist eine wirtschaftsunion. die profiteure sind funktionäre der wirtschaft und politiker. das volk wird nicht berücksichtigt. bei einem zusammenbruch muss das letztere jedoch dafür gerade stehen. so gesehen sind die deutschen wirklich die verlierer... abgesehen von einigen ausnahmen...
    9 0 Melden
  • Zuagroasta 28.01.2015 21:31
    Highlight Herr Löpfe, könnte Sie bitte die verschiedenen Schuldenerlasse konkreter beschreiben?
    Meines Wissens zahlte Deutschland die letzte Rate der Reparationszahlungen des ersten WK am 03.10.2010.
    Die vom zweiten WK wurde schon 1988 beglichen.
    Re: Marshallplan. Wenn dieser de facto ein Schuldenerlass gegenüber den Deutschen war, warum haben dann Frankreich die doppelte Summe und das Vereinigte Königreich sogar dreimal so viel erhalten?
    Es stimmt aber, dass sich Deutschland mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag etwas um Reparationszahlungen gedrückt hat, weil dieser keine Friedensvertrag war.
    12 3 Melden
    • Philipp Löpfe 29.01.2015 09:30
      Highlight Der berühmte US-Wirtschaftshistoriker Benjamin Friedman hat schon vor Jahren auf diese Tatsache aufmerksam gemacht. Die Diskussion um den Marshall-Plan ist alt. Der deutsche Wirtschaftshistoriker Albrecht Ritschl, der an der London School of Economics lehrt, hat in einer Kontroverse mit Hans-Werner Sinn nachgewiesen, dass der Marshall-Plan im Wesentlichen ein Schuldenerlass gegenüber Deutschland war. Zur Recht übrigens, man wollte die Fehler nach dem Ersten Weltkrieg nicht wiederholen.
      7 2 Melden
    • Carsten Ax 29.01.2015 11:47
      Highlight Es ist falsch Deutschlands Verschuldung heranzuziehen um damit Kritik an der Verschuldung Griechenlands zu unterdrücken! Selbst wenn es wahr WÄRE: Verschuldung ist und bleibt MIST. Was Sie vergessen, Herr Löpfle, dass die Verschuldung Deutschlands im wesentlichen um die exorbitanten Kriegsreperationen ausgelöst wurden. Die Griechische Verschuldung ist selbstverschuldet. Gäbe es einen Schuldenschnitt ginge die Party weiter. Nur wegen Euro und Verschuldung können die Griechen europäische Gehälter zahlen. Mit Euro wird GR deindustrialisiert. Mit Euro kommt GR nie auf die Beine.
      7 0 Melden
    • Zuagroasta 29.01.2015 16:48
      Highlight @Philipp Löpfe
      Ich habe mir mal ein paar Artikel von Herrn Ritschl angeschaut bzw auch die Kontroverse mit Herrn Sinn.
      Eine Schrift von Herrn Friedman zum Thema Marshallplan ist ungleich schwerer zu finden.
      Sie stützen sich in der Bewertung ziemlich auf Herrn Ritschl, der das Thema doch sehr kontrovers,teils polemisch, angeht.
      D. von damals und GR von heute zu vergleichen ist schwierig, da die Vorraussetzung gänzlich verschieden sind. 2 Kriege vs. 30 Jahre Beschiss von den Oberen. Als Beispiel dafür:
      Warum musste Haris Theocharis seinen Stuhl räumen?
      2 0 Melden
  • AlecBulloc 28.01.2015 20:54
    Highlight So ganz ehrlich (als Deutscher in Deutschland)
    Den Deutschen geht es bisher noch gut, weil sie die Reformen Anfangen der 2000er Jahre angegangen sind und umgesetzt haben,.. damit haben sie ihre Wirtschaftsleistung extrem erhöht und durch die Reformen wie Hartz 4, Absenkung des Rentenniveaus und noch ein paar Dingen unter der SPD-Regierung nachdrücklich die Lohnkosten (insgesamt) gesenkt, so das sie wirtschaftlich wieder wettbewerbsfähig wurden.
    Leider haben es andere Länder verpasst, ähnliche Reformen durch zu führen, die jetzt natürlich um so schlimmer wirken.
    15 7 Melden
    • Philipp Löpfe 28.01.2015 22:31
      Highlight Leider stimmt das so nicht. Deutschland war zu Beginn des 21. Jahrhunderts in einer so genannten Balance Sheet Recesssion und hat von der Geldpolitik der EZB profitiert. Die Agenda 2010 hatte damit wenig zu tun. Details erfahren Sie im neuen Buch von Richard Koo.
      17 4 Melden
    • christianlaurin 29.01.2015 00:39
      Highlight @Philipp Loepfe:

      Sie haben schon recht. Aber, und hier ist das grosse aber. Deutschland hat das Moment genutzt. Irland hat den Moment genutzt. Spanien teils teils, Frankreich reden wir nicht. Und Griechenland? Die haben nix gemacht ausser weniger, weniger. Ein ganz einfache Beispiel, der alte Athener Flughafen. Bis heute geht gar nix! Da ist der Berliner Flughafen Debakel nix.

      http://www.ansamed.info/ansamed/en/news/sections/economics/2014/11/25/projects-to-redevelop-athens-old-airport-hit-roadblock_f6dbc5ec-bcdf-4e64-b4a8-c28ee95954b1.html
      3 2 Melden
    • Wolfsblut_2 29.01.2015 07:19
      Highlight Ja, die Deutschen haben mit ihren Reformen die Wirtschaftsleistung erhöht. Diese Reformen bezahlt seit damals ein Heer von Working Poors, von Ein-Euro-Jobbern und Leiharbeitern. Die normalen Löhne gerieten unter Druck und Massen sind ins Ausland, zum Beispiel in die Schweiz, wirtschaftgeflüchtet. Gott sei Dank, folgen andere Länder diesem Vorbild nicht.
      13 2 Melden
    • Carsten Ax 29.01.2015 11:51
      Highlight @ Löpfle, kein seriöser VWL-er bestreitet, dass durch die Agenda2010 die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert wurde. Wir hatten fett angesetzt, so wie andere heute. Dabei spielt es keine Rolle, dass D auch von der Weichwährungspolitik der EZB profitierte. Das war ja der FEHLER. Die Zinsen waren für die Boomenden Südstaaten und Irland viel zu niedrig und begünstigten die Blasenbildung. Eine einheitliche geldpolitk funktioniert in einerm so großem Verbund nicht, was ja auch in den USA und selbst binnen Ost- und West-D so ist.
      1 0 Melden
    • Carsten Ax 29.01.2015 11:54
      Highlight @Ingwer5 STIMMT, aber anders geht es nicht. Zuerst muss man KLeute in Arbeit bringen. Erst wenn (fast) alle Arbeit haben, können löhne steigen. Das Angebot an Billigarbeitskräften ist zu hoch. Das drückt auf den Preis (Lohn). Es gibt zwei Lösungen zum Senken der Arbeitslosigkeit: 1) Löhne runter 2) Angebot reduzieren (Zuzug reduziere). Wir haben uns für 1) entschieden.
      1 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 28.01.2015 20:19
    Highlight Es geht konkreter auch um einen Zwangskredit von rund 476 Millionen Reichsmark, den die Nazis der griechischen Notenbank 1942 aufbrummten und der nach Rechnung der Experten heute einen Wert von etwa 11 Milliarden Euro hätte. n-tv berichtete: http://www.n-tv.de/wirtschaft/Athen-will-deutsche-Kriegsschuld-eintreiben-article14306346.html
    10 6 Melden
    • Carsten Ax 29.01.2015 11:57
      Highlight Na und, die GR haben den aufgebrummt bekommen aber doch nie bezahlt. Völlig wursch. Weil wenn es so wäre: Pleite gehen Sie immer. Sie zahlen sich Gehälter obwohl sie keine Leistung erbringen. Das geht nur, wenn die Konsumlücke durch Verschuldung finanziert wird. Mit Euro werden die GR daher immer Pleite gehen. Außer Sie senken die Löhne um noch einmal 25%. Aber dafür ist der Euro zu hart. Die Verhunugern dann. Das muss man einfach mal einsehen.
      1 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 29.01.2015 20:19
      Highlight Lieber Herr Dr. Carsten Ax. Erstmal muss ich staunen, mit welchen Selbstsicherheit Sie hier durchwüten. Zum Glück dürfen wir von die Weisheiten profitieren. Darüber hinaus klingen sämtlichen Kommentaren und Affirmation sehr theoretisch und stellen wahrscheinlich das grosste Problem unseren Gesellschaften dar: die Arroganz und Realität-Fremd Denken der Uni-Elite: "Sie zahlen Sich löhnen - zuerst muss man die Leuten zum arbeiten bringen - die Griechische Verschuldung ist selbstverschuldet" nein, die Wirtschaft und die Politik hat das Schlammassel zusammengebaut, nicht die Griechen.
      5 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 30.01.2015 11:10
      Highlight Was soll immer dieser Verweis auf Politik/Wirtschaft vs. Volk? Das ist blosses populistisches Geschwätz. Wirtschaft und Politik gehören ebenfalls zu einem Staat. Und selbstverständlich sind Griechen für diese Situation verantwortlich. Nämlich die Griechen, die sich seit Jahrzehnten die Taschen voll machen, keine Steuern bezahlen, was sich bis jetzt nicht geändert hat. Glauben Sie Korruption gedeiht, obwohl keiner mitmacht? Und sind diejenigen, die mitmachen, etwa keine Griechen? Waren es keine Griechen, welche die Bilanzen gefälscht haben, um überhaupt in die Eurozone aufgenommen zu werden?
      2 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 30.01.2015 11:23
      Highlight Und die Kernaussage des Artikels finde ich richtig, das Gejammer in Deutschland ist deplatziert. Ich persönlich würde als Bayer lieber mein Geld nach Griechenland stecken als innerhalb des Länderfinanzausgleichs ostdeutsche Neonazihochburgen zu unterstützen. Aber auch Letzteres ist deutsche Realität, warum nicht auf europäische Ebene übertragen. Ich finde allerdings den Vergleich zum Marshallplan überhaupt nicht stimmig. Die Deutschen müssen sicher nicht wegen des Marshallplans nun mit den Griechen solidarisch sein, sondern weil der europäische Gedanke das gebietet und weil D profitiert.
      0 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 30.01.2015 21:25
      Highlight Wer sind diesen bösen Grieschen die Bilänze fälschen? (übrigens, dies war nicht nur in Griechenland zu beobachten) sind das die Putzfrauen die nach 25 Jahren ohne Rente auf die Strasse gestellt werden? oder die Krankenschwester die 40% weniger verdient? - die Menschen Verhungern.

      deine elitäre Hinterstellungen "Griechen sind alle faule Säcke" sind populistisches, undifferenziert und von Bequemlichkeit geprägt. Den schon länger haben wir mit eine menschliche Katastrophe zu tun, und nicht nur ein Schlammassel der Finanzindustrie. Humanismus stet offenbar nicht mehr auf dem Lehrplan der Unis.
      1 0 Melden

Von wegen Käse, Schokolade und Uhren: Die Schweiz ist Vizeweltmeister im Waffenhandel

Laut einer neuen US-Studie liefert pro Kopf kaum ein Land mehr Waffen an Entwicklungsländer als wir Schweizer.

Die Schweiz ist ein Top-Exportland. Nicht nur bei Waren wie Käse, Schokolade und Uhren. Sondern auch bei Waffen. Vor allem bei Waffen an Entwicklungsländer.

Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie des US-amerikanischen Congressional Research Service (CRS). Demnach war die Schweiz 2015 der weltweit siebentgrösste Rüstungslieferant an Entwicklungsländer: Sie lieferte Rüstungsgüter im Wert von 700 Millionen Dollar an sogenannte «developing nations».

Pro Kopf umgerechnet, belegt die neutrale Schweiz …

Artikel lesen