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Vor 75 Jahren regnete es Bomben auf die Schweiz

Im Zweiten Weltkrieg bombardierten alliierte Flugzeuge mehrmals irrtümlich Schweizer Städte. Zürich und Basel traf es gleich mehrfach, doch am meisten Opfer gab es in Schaffhausen und Stein am Rhein. Die letzten tödlichen Angriffe wurden am 4. März 1945 geflogen.



Nur wenige Tage nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939 flogen britische Bomber ihren ersten Angriff auf eine deutsche Stadt. Bis zum Ende des Krieges zerstörten die alliierten Luftstreitkräfte zahllose deutsche Städte. Berüchtigt waren besonders die verheerenden Angriffe auf Hamburg im Sommer 1943 («Operation Gomorrha») und auf Dresden im Februar 1945.  

Blick auf das am 13. und 14. Feb. 1945 zerstoerte Dresden auf einem undatierten Foto. Mit zahlreichen Veranstaltungen wird am 13. Feb. 2008 der Opfer der alliierten Luftangriffe auf Dresden im Jahr 1945 gedacht. (AP Photo)---  Undated photo of demolished city of Dresden after the fatal allied forces' air raids on February 13 and 14, 1945. (AP Photo)

Völlig zerstört: Dresden nach den Luftangriffen vom Februar 1945. 
Bild: AP ADN

Aber auch in der neutralen Schweiz heulten die Luftsirenen: Während des gesamten Krieges wurde 7379-mal Fliegeralarm ausgelöst. 70-mal warfen britische oder amerikanische Bomber ihre tödliche Last über der Schweiz ab, vor allem über den Grenzkantonen. 

Bei all diesen Luftangriffen, die nach heutigem Wissensstand allesamt irrtümlich erfolgten, starben insgesamt 84 Menschen; hunderte wurden verletzt. Die Sachschäden beliefen sich auf rund 65 Millionen Franken. Hier ein Überblick über die folgenreichsten Angriffe:

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Die Bombardierung Schaffhausens. Video: Youtube/WW2 Schweiz

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Film der Eighth Air Force über die B-24 Liberator (engl.). Video: Youtube/ZenosWarbirds

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    Alle Leser-Kommentare
  • Sapere Aude 15.12.2015 10:18
    Highlight Highlight Interessanter Artikel. Mich würde noch interessieren, wie die Schweiz auf Luftraumverletzungen durch Flugzeuge der Allierten und Achsenmächte reagiert hat.
    • Triesen 15.12.2015 17:09
      Highlight Highlight Sie hat die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den Nazis etwas eingeschränkt, ehe sie kurz vor Kriegsende "offiziell" eingestellt wurden. Schon damals gab es Tendenzen im BR und in der Parteienlandschaft....
    • Sapere Aude 15.12.2015 19:40
      Highlight Highlight Ich mag mich erinnern, dass zumindest bis zur Niederlage Frankreichs, die Schweizer Luftwaffe sowohl Flugzeuge der Achsenmächte wie auch der Allierten im Schweizer Luftraum zur Landung gezwungen haben. Meines Wissens wurden sogar einige deutsche Flieger abgeschossen. Darum würde mich ein Artikel zu diesem Thema interessieren, weil mein Wissen in diesem Bereich Lückenhaft ist.
      Ich glaube wir können die Situation heute und während dem 2. WK nur bedingt vergleichen, die Voraussetzungen sind ziemlich unterschiedlich.
    • 7immi 15.12.2015 23:29
      Highlight Highlight @sapere aude
      im flugzeugmuseum dübendorf gibts interessante infos und fotos über das abfangen und die abschüsse. gewisse "erbeutete" flugzeuge wurden von der schweizer flugwaffe (wie sie damals hiess) weiterbetrieben.
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  • obi 26.02.2015 17:21
    Highlight Highlight Dani - was sagt die Geschichtswissenschaft zur These, dass Schaffhausen bewusst angegriffen wurde; konkret den Güterbahnhof, wo deutsches Kriegsmaterial um rangiert wurde?
    • Daniel Huber 27.02.2015 10:00
      Highlight Highlight Die These, die Bombardierung von Schaffhausen – und nicht nur diese – sei nicht irrtümlich erfolgt, hält sich äusserst hartnäckig, gilt heute aber als vollständig widerlegt. Die britischen und amerikanischen Quellen geben keinerlei Hinweise auf eine alliierte «Strafaktion». Fast jedesmal, wenn Bomben auf die Schweiz fielen, wurden solche Gerüchte verbreitet:
      http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/articlecmwkt-1.102107
    • Bonifatius 15.12.2015 16:04
      Highlight Highlight @Als Schaffhauser Historikerin kann ich das bestätigen was Daniel Huber sagt. Betreffende Dokumente sind längst öffentlich. Das eigentliche Ziel war die IG Farben in Ludwigshafen. Die Amis haben die Entschädigungs-Zahlung noch 1944 geleistet. Viele Schaffhauser glauben auch heute noch der Verschwörungstheorie. Wohl wegen des enormen Ausmasses des Bombardements.
  • Boniek 26.02.2015 13:59
    Highlight Highlight Nur zur Präzisierung: In Vals gab es zwei Todesofper. Ein zweieinhalb Jahre alter Junge verstarb während eines Spaziergangs auf dem Dorfplatz in den Armen seiner Mutter. Er war am Hinterkopf von einem herumfliegenden Stein getroffen worden. Dazu sass ein Landwirt gerade am Mittagstisch, als er von einem Bombensplitter getroffen wurde. Er erlag am folgenden Tag im Spital seinen inneren Verletzungen.
    • Daniel Huber 26.02.2015 14:18
      Highlight Highlight Danke für die zusätzliche Information!

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