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Das neue «Unwort des Jahres» hat seinen Titel jetzt echt mal verdient 

10.01.17, 10:40 10.01.17, 10:58


Der Begriff «Volksverräter» ist das deutsche «Unwort des Jahres 2016». Das teilte die Sprecherin der «Unwort»-Jury, die Sprachwissenschaftlerin Nina Janich, am Dienstag in Darmstadt mit. Das Wort sei ein «Erbe von Diktaturen» unter anderem der Nationalsozialisten.

epa05667732 A sculpture entitled 'Him' (2001) that resembles Adolf Hitler, on display during the Italian artist Maurizio Cattelan's exhibition 'Not Afraid of Love' exhibition at La Monnaie de Paris, in Paris, France, 09 December 2016. The exhibition runs from 21 October 2016 to 08 January 2017.  EPA/YOAN VALAT

Dieser Knilch hätte an dem neuen Unwort des Jahres seine helle Freude gehabt. Bild: YOAN VALAT/EPA/KEYSTONE

Zum «Unwort des Jahres 2015» war der häufig von Rechtspopulisten verwendete Begriff «Gutmensch» gewählt worden. Für 2014 hatte das Gremium «Lügenpresse» ausgesucht. Im Jahr 2013 war «Sozialtourismus» das «Unwort», davor «Opfer-Abo» (2012) und «Döner-Morde» (2011).

Die Aktion gibt es seit 1991. Sie soll das Bewusstsein und die Sensibilität für Sprache fördern. Die Jury nimmt bei ihren Entscheidungen «sachlich unangemessene oder inhumane Formulierungen im öffentlichen Sprachgebrauch» in den Blick, «um damit zu alltäglicher sprachkritischer Reflexion aufzufordern».

Neben dem «Unwort des Jahres» gibt es auch das «Wort des Jahres». Dieser Begriff wird unabhängig von der sprachkritischen Jury mit ihrer Sprecherin in Darmstadt von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden gewählt. Für 2016 entschied sie sich für den Begriff «postfaktisch». Zur Begründung hiess es, in politischen und gesellschaftlichen Diskussionen gehe es zunehmend um Emotionen anstelle von Fakten.

(sda/dpa)

Apropos Wort:

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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54Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • pachnota 11.01.2017 01:35
    Highlight Die "Juri" hat es verpasst ein völlig überflüssiges gewordenes Wort zu krönen.. nämlich:

    Willkommenskultur

    Damit hätte sie bewiesen, das sie die Zeichen der Zeit erkannt hätte und nicht völlig politisch motiviert ist.
    11 7 Melden
    • Sophia 11.01.2017 10:37
      Highlight Die Wörter Willkommen und Kultur sind für mich schöne Wörter! Ich sage jedem Besuch beim Betreten meiner Wohnung: "Willkommen!"
      Und Kultur ist das einzige, was uns von allen anderen Lebewesen unterscheidet, oder hast du jemals einen Löwen "Casta Diva" singen hören?
      Und hätten alle Menschen eine angeborene "Willkommenskultur" bräuchten wir diese Wortschöpfung auch nicht. Es ist viel schöner, jemanden willkommen zu heissen, als ihn abzuweisen, probier's doch mal!
      8 3 Melden
    • pachnota 11.01.2017 15:26
      Highlight Sophia... Ja ich findes auch herzig, was du da schreibst.
      Selbstverständlich währe eine willkommenskultur die natürlich ist etwas schönes.

      Im aktuellem Zusammenhang ist das Wort aber von der Politik pervertiert und missbraucht worden.
      Eine solche Kultur kann man nicht verordnen. Sie ist entweder da oder nicht.
      1 3 Melden
    • Sophia 11.01.2017 17:22
      Highlight Danke Pachnota, du hast es verstanden! Aber ich nicht, ich weiss noch immer nicht, wie du das meinst. Warscheinlich aber gut, daher heisse ich dich herzlich willkommen in meinem kleinen Gärtlein der Willkommenskultur.
      3 1 Melden
  • Sophia 11.01.2017 00:31
    Highlight "Insbesondere durch die Rechtsprechung des Volksgerichtshofes unter Roland Freisler (1893–1945) wurde damit (mit dem Vorwurf des "Volksverrats, das von den Nazis ins Stafrecht aufgenommen wurde) jede Art von Kritik am Nationalsozialismus bezeichnet und häufig mit der Todesstrafe abgeurteilt."
    Endlich wurde das einmal ernstgenommen und von der UnwortJury geächtet. Für mich ist jeder, der dieses Wort für politische Gegner in den Mund nahm, ideologisch nazinah, oder wusste nicht, was er da redete.
    14 4 Melden
  • pachnota 11.01.2017 00:21
    Highlight Ich währe für "menschenverachtend"
    Dieses Wort ist ausgelutscht und extrem peinlich.
    6 10 Melden
    • Evan 11.01.2017 01:53
      Highlight Das verstehe ich jetzt nicht. Warum denn?
      Da empfinde ich Volksverräter als deutlich besseres Unwort.
      9 3 Melden
    • Sauäschnörrli 11.01.2017 02:31
      Highlight „Dagegen ist Menschen zu fliehen, aus Misanthropie, weil man sie anfeindet, oder aus Anthropophobie, weil man sie als seine Feinde fürchtet, teils hässlich, teils verächtlich.“ - Kant
      7 3 Melden
  • Maett 10.01.2017 21:31
    Highlight Naja, das Komitee wird ja staatlich mitfinanziert, also was erwartet man...

    Es geht ja darum, dass Bundestagsabgeordnete (oder zumindest die Kanzlerin) den Eid leisten müssen, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden. Dass sie so ziemlich das Gegenteil machen, ist ja schwer von der Hand zu weisen (wenn man sieht, wie sich das Leben für die Bürger Deutschlands verändert), daher kommt ja auch dieses "Unwort".

    Jetzt nutzt man wieder alle Mittel es wie üblich als Nazi-Jargon hinzustellen, statt es als pragmatische Bewertung von politischen Handlungen zu sehen, was es ja auch tatsächlich ist.
    16 11 Melden
    • Sophia 11.01.2017 00:41
      Highlight In der Schweiz wird die Kultur, also der Film, die Oper, das Schauspiel, aber auch vieles andere zum Beispiel die Bauern und die AKW's (Da nennt man das Subventionen) mit staatlichen Fördergelder bedacht. Was soll man daraus wohl schliessen? Dass man in der Oper z. B. mit staatlichem Timbre singt? Oder staatliche Rüebli mit grünen oder roten Herzen anbaut?
      Als Volksverräter wurde man von den Nazis meist zum Tode verurteilt. Das Wort ist eine schlimme Beschimpfung und Herabwürdigung des politischen Gegners, dem man im eigentlichen Sinne den Tod wünscht, niemals eine "pragmatische Bewertung"!
      12 6 Melden
  • Töfflifahrer 10.01.2017 12:29
    Highlight Wie wärs mal mit "Volkswille"? Ich kann es nich mehr hören, dass eine bestimmte Partei genau weiss was der Wille des Volkes ist. Ich bin Teil dieses Volkes und von meinem Willen (auch dem Letzten) haben diese keine Ahnung!
    91 26 Melden
    • Dafuq?! 10.01.2017 13:02
      Highlight Interessanter Einfall.

      Die Frage ist: Was ist Volkswille?
      Der Wille des Volkes ist nicht deiner oder meiner, sondern den vom Volke (dich und mich dann eingeschlossen)! Jetzt ist wiederum die Frage was ist das Volk?

      Und dann am Schluss, wie wird der gemessen? Durch Abstimmungen? Sind dann diejenigen die nicht abgestimmt haben kein Teil vom Volk oder Willenlos?

      Jop, finde es auch ein Unwort.
      36 10 Melden
    • f303 10.01.2017 15:17
      Highlight Dazu kommt noch, das ca. 20 % zwar zur Bevölkerung, aber nicht zum Volk gehören. Diese werden also ohne es zu wollen ebenfalls willenlos.

      ... Macht den Begriff noch ein wenig mehr zum Unwort und grenzt ganz nebenbei (passiv agressiv) auch eine sehr grosse Menge bestens integrierte, hier Geborene aus ...
      21 14 Melden
    • Yann 10.01.2017 15:22
      Highlight Das Volk gibt es nicht. Es gibt nut die Schweizer Bevölkerung.
      21 2 Melden
    • f303 10.01.2017 17:19
      Highlight @Yann: Legt man die Benutzung des Wortes zugrunde, gibt es diesen Unterschied sehr wohl. (Darauf wollte ich mit meinem Post hinaus). Die Bevölkerung sind alle, inkl. (nicht wahlberechtigter) Ausländer mit Bewilligung zu Aufenthalt oder Niederlassung. Das Volk hingegen nur die mit CH-Pass, welche auch abstimmen können.
      9 4 Melden
    • Sophia 10.01.2017 18:08
      Highlight f303@ Menschen mit Pass sind das Staatsvolk! Das Wort "Volk" ist ungenau. Mal ein Beispiel: Die deutschen Juden hatten mehrheitlich einen deutschen Pass und fühlten sich als Staatsvolk. Dann hat man "ausgesondert". Es geht hier nur um Begriffe!
      Lassen wir der SVP also "Volk" und wir definieren dann, was das ist. Alle Menschen, die bei uns wohnen, leben, arbeiten, Steuern zahlen, Familien gründen, Kinder haben und sich anständig benehmen. Damit kann dann auch die SVP bestens leben, obschon sie nur von 30% ihres "Volkes", aus dem sich die 30% Stimmbüger ja rekrutieren, gewählt werden!
      7 1 Melden
    • rauchzeichen 10.01.2017 18:27
      Highlight das volkswille könnte höchstens als durchschnittswillen der bevölkerung gesehen werden. da wir in einem (vermeintlich) sehr induvidualistischen staat leben sind solche verallgemeinerungen blödsinn und dienen nur der vereinfachung und schubladisierung was einigen menschen die tür zur politik öffnet (da die mühe komplexen denkens entfällt). ich persöhnlich bin der meinung dass auch in der demokratie nur derjenige mitbestimmen dürfen soll, der sich informiert hat und beide seiten kennt. nur seh ich keinen weg das zu kontrollieren und deshalb freu ich mich auf postfaktisches chaos... ;)
      7 2 Melden
    • Döst 10.01.2017 20:12
      Highlight Nicht komplizierter machen als nötig:
      Im Zusammenhang mit Wahlen/Abstimmungen in der Schweiz ist das Volk die Stimmberechtigten.
      Nach der Abstimmung ist das Volk die Mehrheit der Stimmberechtigten, welche abgestimmt haben.
      Wenn Partei xy nach einer Abstimmung sagt, das Volk habe Vorlage yxz zugestimmt/abgelehnt, ist daran nichts verwerfliches, sondern normaler Sprachgebrauch.
      Der Begriff das Volk ist neutral und nicht parteipolitisch gefärbt.
      3 6 Melden
    • Sophia 11.01.2017 00:20
      Highlight Lieber Dast, das ist also für dich unkompliziert? Zwei verschieden Völker, eines vor und eines nach der Abstimmung?

      Was ist an der Definition "Menschen mit einem Pass bilden das Staatsvolk" denn so kompliziert?

      Was du uns erklären möchtest, ist ganz einfach deine persönliche Meinung und was Usus ist. Das ist nichts Neues, vielleicht aber praktisch, auf keinen Fall aber korrekt.
      Zugegeben aber schon ein wenig Haarspalterei von mir.
      6 1 Melden
  • Sauäschnörrli 10.01.2017 11:31
    Highlight Heute Abend am Stammtisch im Hirschen/Bären/Adler: "Also laut "Lügenpresse" wollen diese "Gutmenschen" mit "Opfer-Abo" nicht das ich die gstudiertä z'Bern "Volksverräter" nenne, auch wenn sie den "Sozialtourismus" weiter ankurbeln"
    83 28 Melden
    • MacB 10.01.2017 11:46
      Highlight Sternen, Löwen, Pöstli, Rössli, Kreuz, ... :)
      35 21 Melden
    • ElendesPack 10.01.2017 12:13
      Highlight Heute Abend im Café Machhiato-Urban-Hipster im Zürcher Trendquartier:
      Da draussen, auf diesem unheimlichen "Land", sind alles wildwütige Nazis und Stammtische sind die Brutstätte von Pogromen.

      *allgemeines Nicken, verzweifeltes Augenrollen hinter den trendy Brillen und dann ein gemeinsames cry-in*
      63 38 Melden
    • Sauäschnörrli 10.01.2017 12:26
      Highlight Das Wort Nazis hast du in du Runde gebracht, ich würde einen "Polteri" nie als Nazi bezeichnen, da dass die Gräueltaten des 3. Reichs verharmlost.

      Dann bin ich kein Schäfchen sondern ein Säuli, nicht bemerkt?

      Und nun zum Thema, du findest es also verwerflich dass ich Wörter und Floskeln von Populisten und Extremisten meide (z.B "Volksverräter", "Neu Weltordnung" oder "Überwindung des Kapitalismus"), da ich möchte dass mein Gegenüber meiner Argumentation folgt und nicht einfach denkt ich repetiere was mir jemand vorbetet?
      37 23 Melden
    • Fabio74 10.01.2017 14:56
      Highlight @das Auge: Der Begriff Nazi wurde nicht erwähnt. Warum jaulst jetzt wie ein getroffener Hund?
      18 12 Melden
    • Sauäschnörrli 10.01.2017 16:26
      Highlight Polteri, von poltern, laut scheltend sprechen, seine Meinung äussern. Das ist für mich nicht beleidigend, höchstens unangenehm für die anderen Gäste.
      8 4 Melden

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