Afrika
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14-year old Wasila Tasiu speaks with an unidentified defence counsel outside the courtroom during a 30-minute break during her first day of trial at Kano state High Court in the village of Gezawa outside Kano on October 30, 2014. Tasiu is facing one-count murder charge for allegedly killing her groom and three friends by poisoning the food she prepared for a feast after their wedding in Dansoro village  on April 5. Wasila claimed she killed her husband because she was forced to marry him against her wish. Her parents and in-laws however denied the claim. The court adjourned the case to November 26.

AFP PHOTO: Aminu ABUBAKAR

Verwurf des Mordes: Eine Jugendliche soll ihren Ehemann zwei Wochen nach der Zwangsheirat vergiftet haben. Ihr droht nun möglicherweise die Hinrichtung. Bild: AFP

Nach Zwangsheirat

14-jährigem Mädchen in Nigeria droht Todesstrafe wegen Mordes



Der Mann auf dem Bild ist Sani Garba, Vater des getöteten Bräutigams.

Wegen der Ermordung ihres Ehemanns nach einer mutmasslichen Zwangsheirat droht einer 14-Jährigen in Nigeria die Todesstrafe. Sollte sich der Mordverdacht bestätigen, müsse das Mädchen mit dem Tod bestraft werden, sagte Staatsanwalt Lamido Abba Soron-Dinki am Donnerstag vor einem Gericht in der Stadt Gezawa im Norden Nigarias.

Er deutete an, dass die Anklage die Höchststrafe fordern werde. Der Fall der 14-jährigen Wasila Tasi'u sorgte landesweit für Aufsehen. Ihr wird vorgeworfen, im April ihren 35-jährigen Ehemann zwei Wochen nach der Hochzeit mit Rattengift umgebracht zu haben. 

Opfer von Zwangsheirat

Vor allem im mehrheitlich christlichen Süden Nigerias wurde der Prozess gegen das Mädchen scharf kritisiert. Menschenrechtler forderten die Freilassung der 14-Jährigen, die als Opfer von Zwangsheirat und Vergewaltigung anzusehen sei. Die Familien des Mädchens und des getöteten Mannes bestreiten allerdings, dass die Ehe gegen den Willen der Jugendlichen vollzogen wurde. 

Die Rechtslage ist kompliziert, denn in der Region trat im Jahr 2000 das islamische Recht der Scharia in Kraft, das nach Ansicht mancher Gelehrter die Heirat Minderjähriger erlaubt. Gleichzeitig gilt aber auch im Norden des Landes das nigerianische Bundesrecht. (sda/afp)

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