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Da war der Optimismus noch gross: Präsident Erdogan bei der Stimmabgabe am Morgen. Bild: Emrah Gurel/AP/KEYSTONE

Erdogan wird bei Parlamentswahl abgestraft – AKP verliert sogar die absolute Mehrheit

Publiziert: 07.06.15, 18:47 Aktualisiert: 08.06.15, 09:58

Bei der Parlamentswahl in der Türkei muss die islamisch-konservative AKP erstmals seit mehr als zwölf Jahren den Verlust der absoluten Mehrheit hinnehmen. Nach Auszählung von 90 Prozent der Stimmen kommt sie auf lediglich rund 41,1 Prozent – angestrebt hatte sie eine Zwei-Drittels-Mehrheit.

Den Teilergebnissen zufolge verfehlt die AKP mit 260 Sitzen die absolute Mehrheit im Parlament, die bei 276 Sitzen liegt.  Das berichtete der Sender CNN Türk am Sonntag. Somit müsste die AKP voraussichtlich erstmals seit ihrer Regierungsübernahme 2002 eine Koalition bilden.

12,4 Prozent für prokurdische HDP

Die Mitte-Links-Partei CHP dürfte rund 25 Prozent der Stimmen auf sich vereinen, die Rechtsaussen-Partei MHP kommt auf 17 Prozent. Die prokurdische HDP kam demnach auf 12,4 Prozent der Stimmen. Ihr Abschneiden war mit Spannung erwartet worden.

Sollte sich das bewahrheiten, dürfte die HDP die AKP-Pläne zur Einführung eines Präsidialsystems unter Präsident Recep Tayyip Erdogan vereitelt haben. Für ein Referendum über eine Verfassungsreform zur Einführung des Präsidialsystems würde die AKP 330 Sitze benötigen. (tat/sda/spon)

Türkei verhaftet Journalisten

In der Türkei sind Mitte Dezember 2014 mindestens 24 Journalisten, TV-Produzenten und Polizisten festgenommen worden. X90138 / MURAD SEZER
Vor der Redaktion der Tageszeitung «Zaman» demonstrierten etwa 2000 Menschen gegen die Aktion. EPA/ZAMAN NEWSPAPER / SELAHATTIN SEVI
Protest in Istanbul: Die Festgenommenen sollen dem mit Präsident Erdoğan verfeindeten islamischen Prediger Fethullah Gülen nahestehen. AP/AP / Emrah Gurel
Der türkische Präsident Erdoğan hatte zuvor angekündigt, er werde die Gülen-Anhänger «bis in ihre Schlupfwinkel» verfolgen. AP/AP
Gülen war lange ein Verbündeter und Weggefährte Erdoğans gewesen, brach jedoch mit ihm, als die Regierung versuchte, das vom ihm betriebene Netzwerk von Schulen und Nachhilfeeinrichtungen unter ihre Kontrolle zu bringen. AP/Zaman / Selahattin Sevi
Der 73-Jährige lebt seit 1999 im US-Bundesstaat Pennsylvania. AP/Zaman / Selahattin Sevi
Vor den Gerichten warteten die Unterstützer der Gülen-Bewegung später am Sonntag auf die Verhafteten. Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu sprach von einem «Tag der Bewährung». EPA/EPA / TOLGA BOZOGLU
Beamte in Zivilkleidung nahmen «Zaman»-Chefredaktor Ekrem Dumanlı fest, der unter lautstarkem Protest seiner Unterstützer abgeführt wurde. EPA/EPA / ERDEM SAHIN
Vor dem Justizpalast in Istanbul demonstrierten nach den Verhaftungen Hunderte Anhänger Gülens ... AP/AP / Emrah Gurel
... während die Angehörigen warteten. Die Razzien erfolgten fast auf den Tag genau ein Jahr, nachdem die Staatsanwaltschaft umfassende Ermittlungen zu einem Korruptionsskandal im Umfeld des damaligen Ministerpräsidenten und heutigen Staatschefs Erdoğan eingeleitet hatte. X01258 / STRINGER/TURKEY

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