International
Homosexualität

Papst Leo bremst Segnung homosexueller Paare aus

Pope Leo XIV celebrates a mass inside the St. Thomas of Villanova Church in Castel Gandolfo, Italy, Friday, Aug.15, 2025. (Angelo Carconi/Pool Via AP)
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Leo äusserte sich auf dem Rückflug von einer langen Afrika-Reise.Bild: keystone

«Nicht einverstanden»: Papst Leo bremst Segnung homosexueller Paare aus

24.04.2026, 05:5224.04.2026, 05:52

Papst Leo XIV. drückt bei der Segnung homosexueller Paare durch die katholische Kirche in Deutschland auf die Bremse. Mit Blick auf die Deutsche Bischofskonferenz und verschiedene Bistümer stellte das Oberhaupt der katholischen Weltkirche klar, dass der Vatikan mit einer weitergehenden Liberalisierung «nicht einverstanden» sei. Leo äusserte sich auf dem Rückflug von einer langen Afrika-Reise. Insbesondere dort lehnen grosse Teile der Kirche jede Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften ab.

Der Papst reagierte auf das Vorgehen des früheren Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, der in seinem Bistum München und Freising die förmliche Segnung homosexueller Paare offiziell erlaubt hat. Grundlage dafür ist eine Empfehlung der Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Ende 2023 hatte der inzwischen verstorbene Papst Franziskus Segnungen mit Einschränkungen zugelassen.

Leo nennt Worte des Vorgängers «berühmt-berüchtigt»

Dessen Nachfolger erklärte im Flugzeug nun, der Vatikan sei mit förmlichen Segnungen von homosexuellen Paaren «nicht einverstanden über das hinaus, was von Papst Franziskus erlaubt wurde, als er gesagt hat, dass alle den Segen erhalten können». Dann fügte Leo hinzu: «Franziskus' berühmt-berüchtigte Formulierung »tutti, tutti, tutti« (»alle, alle, alle«) ist Ausdruck der Überzeugung der katholischen Kirche, dass alle willkommen sind und eingeladen, Jesus zu folgen.»

Mehrere Bistümer in Deutschland legen das anders aus. Der Münchner Marx, der über einen guten Zugang zu Papst Leo verfügt, gehört zu diesem progressiven Lager. Auch in Limburg, Trier und Rottenburg-Stuttgart können sich homosexuelle Paare segnen lassen. In konservativeren Bistümern wie Köln, Regensburg und Passau wird die Handreichung der Bischofskonferenz hingegen nicht angewandt.

Leo: Moral für Kirche ist mehr als Sexualmoral

Auch bisher schon hatten katholische Priester in Deutschland schwule oder lesbische Paare gesegnet. Damit bewegten sie sich jedoch in einer kirchenrechtlichen Grauzone. Das ist jetzt anders. Eine kirchliche Hochzeit ist hingegen auch in Deutschland weiterhin tabu. Die Ehe ist in der katholischen Kirche allein Mann und Frau vorbehalten.

Leo sagte auf dem Heimflug vor mitreisenden Journalisten: «Wir haben eine Tendenz zu denken, dass die Kirche, wenn sie von Moral spricht, nur von Sexualmoral spricht. In Wirklichkeit, glaube ich, gibt es viel grössere und wichtigere Themen wie Justiz, Gleichberechtigung, Freiheit von Mann und Frau, Freiheit der Religion.»

Das Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken hatte bei seiner bislang längsten Auslandsreise in den vergangenen anderthalb Wochen Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea besucht. Als nächstes Auslandsziel steht im Juni Spanien auf dem Programm. Dort wird es auch um die anhaltende Fluchtbewegung aus Afrika nach Europa gehen.

Flüchtlinge «nicht schlechter als Haustiere» behandeln

Leo verlangte nach insgesamt elf Tagen in Afrika, Fluchtursachen international besser zu bekämpfen. Dazu müssten neben reicheren Staaten auch multinationale Konzerne einen Beitrag leisten. Afrika werde von vielen noch immer als Kontinent betrachtet, dem man Bodenschätze und Reichtümer abnehmen könne. Zum Schicksal der Flüchtlinge sagte der Papst: «Das sind Menschen. Und wir müssen sie wie menschliche Wesen behandeln, auf menschliche Weise – und nicht schlechter als Haustiere.»

Leo war im Mai vergangenen Jahres zum Nachfolger des Argentiniers Franziskus gewählt worden – er ist der erste Pontifex der Kirchengeschichte aus den USA. Durch seine Kritik an US-Präsident Donald Trump sammelte er in den vergangenen Wochen in Deutschland viele Pluspunkte. Mit seinen Äusserungen zu Segnungen homosexueller Paare bleibt er jedoch bei einer konservativen Linie. (sda/dpa)

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Der neue Papst Leo XIV.
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quelle: keystone / giuseppe lami
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