Hurrikan «Michael» wird heute auf die US-Küste treffen. Die Behörden befürchten das Schlimmste.
Bild: EPA/NOAA
«Das kann man nicht überleben»: Behörden warnen vor Hurrikan «Michael»
Auf seinem Weg in Richtung des US-Bundesstaats Florida hat der Hurrikan «Michael» weiter an Stärke zugelegt. Der US-Wetterdienst stufte «Michael» am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) auf die zweithöchste Hurrikan-Kategorie 4 hoch. Er rechnet damit, dass der «extrem gefährliche» Hurrikan am Nachmittag Floridas Golfküste erreicht.
«Das ist ein lebensbedrohliches Ereignis für den Nordosten der Golfküste», schrieb das Nationale Hurrikan-Zentrum (NHC) auf Twitter.
«The Weather Chanel» demonstriert eindrücklich die Gefahren durch die steigenden Wassermassen, die sich auf durch den Hurrikan bilden.
Video: YouTube/The Weather Channel
Das NHC warnte vor lebensbedrohlichen Sturmfluten und extremem Wind mit Geschwindigkeiten von mehr als 200 Kilometern pro Stunde schon bevor «Michael» auf Land trifft. Für die Stadt Panama City Beach und in anderen tiefer gelegenen Gebieten am nordwestlichen Zipfel des Bundesstaates Florida gelten Zwangsevakuierungen. Floridas Gouverneur Rick Scott nannte den Hurrikan «monströs». Heftiger Regen soll voraussichtlich auch in Teilen Georgias, North und South Carolinas und im Südosten Virginias fallen.
Für die Stadt Panama City Beach und in anderen tiefer gelegenen Gebieten am nordwestlichen Zipfel des Bundesstaates galten Zwangsevakuierungen. Das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami warnte vor mehr als dreieinhalb Metern hohen Sturmfluten und schweren Regenfällen.
Kein Risiko eingehen
Floridas Gouverneur Rick Scott nannte den Hurrikan «monströs». «Das kann man nicht überleben», sagte Scott weiter. «Das Wasser fliesst einfach schnell hinein und saugt alles hinaus.» Die Bevölkerung solle kein Risiko eingehen.
Die Message von Floridas Gouverneur Rick Scott ist deutlich: Alle Menschen im Gefahrenbereich sollen unverzüglich ihre Häuser verlassen und sich in Sicherheit bringen.
Nach Angaben des Hurrikanzentrums könnte «Michael» noch an Stärke gewinnen, bevor er auf Land trifft. In 35 Bezirken wurde nach Regierungsangaben vorsorglich der Notstand ausgerufen. Dies ist zunächst ein verwaltungsinterner Schritt, der den Behörden eine schnelle Reaktion erlaubt. Das Hurrikanzentrum warnte, das Wasser werde vor dem Eintreffen des Sturms steigen. Anwohner müssten sofort mit Vorbereitungen beginnen.
«Dieser Sturm kann dich töten» warnte Rick Scott bei einem späteren TV-Auftritt.
Auch die Katastrophenschutzbehörde Fema forderte dazu auf, nicht zu warten und die Gegenden so bald wie möglich zu verlassen. Mitte vergangenen Monats hatte der Tropensturm «Florence» die Südostküste der USA getroffen und vor allem in North Carolina und South Carolina zu schweren Überschwemmungen geführt. Mehrere Dutzend Menschen kamen durch «Florence» und die Folgen des Sturms ums Leben.
Erst vor Kurzem – 31 Tote nach Wirbelsturm «Florence» im Südosten der USA:
Video: srf
Tote und Erdrutsche
In Teilen Mittelamerikas hat «Michael» seine zerstörerische Kraft schon gezeigt. In San Salvador brachte er als Tropensturm starken Regen mit sich. Es kam zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Laut Medienberichten starben drei Menschen.
Dieses Foto wurde am 9. Oktober 2018 in Kubas Hauptstadt Havanna aufgenommen. Meterhohe Wellen erreichten die Insel.
Bild: AP/AP
An der Westspitze Kubas zog der Hurrikan am Montagnachmittag (Ortszeit) vorbei. Die Küste der westlichsten Provinz Pinar del Río wurde teilweise überschwemmt. Mehr als 125'000 Haushalte in der Region waren ohne Strom – die Zeitung der Kommunistischen Partei Kubas, «Granma», sprach von jedem zweiten Haushalt. (sda/afp/dpa)
Hurrikan «Florence» richtete verheerende Schäden an:
Eine Frau in Trenton, North Carolina, bei der Begutachtung ihres Grundstücks. AP/The News & Observer / Travis Long
In Conway, South Carolina, sind weite Teile des Landes überschwemmt. Viele Flüsse in den Carolinas haben Rekord-Pegelstände. AP/FR171415 AP / Sean Rayford
Ein überflutetes Flugfeld in Elizabethtown, N.C.. AP/AP / Gerald Herbert
Ein Mann bringt seinen Hund in Sicherheit, Lumberton, N.C.. AP/AP / Gerry Broome
Die Nachwirkungen der Flut in Fayetteville, N.C.. AP/AP / Gerald Herbert
Ein Fahrzeug der Nationalgarde fährt an einem weggespülten Pickup vorbei, Dillon, South Carolina. AP/AP / Gerald Herbert
Ein Mann bringt eine alte Frau in Sicherheit, während die Schwiegertochter die Sachen aus ihrem überfluteten Haus holt, Spring Lake, North Carolina. AP/AP / David Goldman
Ein Team der US-Küstenwache sucht nach Vermissten in Lumberton, N.C.. AP/AP / Gerry Broome
Chaotische Szene in New Bern, North Carolina. (AP Photo/Steve Helber) AP/AP / Steve Helber
Vom Sturm gekappte Äste in Wilmington, North Carolina. (Matt Born/The Star-News via AP) AP/The Star-News / Matt Born
Rettungskräfte sind in New Bern, North Carolina, per Boot unterwegs. AP/AP / Steve Helber
Die Nationalgarde im Einsatz in Lumberton, North Carolina. (AP Photo/David Goldman) AP/AP / David Goldman
Ein Mann holt einen Generator aus seinem überschwemmten Haus in New Bern in North Carolina. (AP Photo/Allen G. Breed) AP/AP / Allen G. Breed
Überschwemmte Strasse bei Leland in North Carolina. (Matt Born/The Star-News via AP) AP/The Star-News / Matt Born
Das Auge des Sturms auf einer Luftbildaufnahme der NASA vom 12. September 2018. EPA/ESA / ESA/NASA-ALEXANDER GERST / HANDOUT
Die Sicht von der ISS auf den Hurrikan «Florence», 13. September 2018. EPA/ESA/NASA / ALEXANDER GERST/ESA/NASA HANDOUT
Die ersten Sturmböen sorgen in den Morgenstunden des 13. September für starke Brandung am Fischerpier von Kill Devil Hills in North Carolina. AP/AP / Gerry Broome
Ein Einheimischer betrachtet den Wellengang vor Kill Devil Hills, North Carollina. AP/AP / Gerry Broome
In einem Flugzeug durchflogen die Meteorologen der US Air Force Weather Reconnaissance Squadron am Donnerstag das Auge von Hurrikan Florence. EPA/US AIR FORCE / US AIR FORCE/TSGT. CHRIS HIBBEN HANDOUT
Dank des Messfluges können Daten gesammelt werden, welche dem Nationalen Hurrikanzentrum dabei helfen, die eigenen Berechnungen auf den neusten Stand zu bringen. EPA/US AIR FORCE / US AIR FORCE/TSGT. CHRIS HIBBEN HANDOUT
Die Wetterspezialisten der Air Force unterstützen so die Arbeit der Behörden auf dem Boden. EPA/US AIR FORCE / US AIR FORCE/TSGT. CHRIS HIBBEN HANDOUT
In der Innenstadt von Wilmington, North Carolina, werden Geschäfte verbarrikadiert, 13. September 2018. EPA/EPA / JIM LO SCALZO
In Jacksonville, North Carolina, bereitet die US-Marine Massenlager vor. EPA/US MARINE CORPS / US MARINE CORPS/LANCE CPL. ISAIAH GOMEZ HANDOUT
Kinder spielen innerhalb einer Schule Videospiele. EPA/EPA / CAITLIN PENNA
Die Nationalgarde hilft bei der Regelung des Verkehrs auf dem US-Highway 501, 12. September 2018. AP/FR171415 AP / Sean Rayford
«Betet für Wilmington!» Ladenbesitzer treffen Vorsichtsmassnahmen. AP/The Star-News / Matt Born
Arbeiter holen Boote aus dem Wasser in Wanchese Harbor, North Carolina, am 12. September 2018. AP/AP / Gerry Broome
Nach Angaben des Nationalen Hurrikan-Warnzentrums (NHC) soll das Auge des Hurrikans am Donnerstag die Küste von North oder South Carolina erreichen. EPA/NASA / NASA HANDOUT
Bei Hamsterkäufen in Supermärkten versorgten sich viele Menschen mit Trinkwasser und Lebensmitteln. AP/The Star-News / Ken Blevins
Die Bevölkerung wird mehrere Tage ohne Strom auskommen müssen, weshalb sich einige in letzter Minute einen Generator anschaffen. AP/The Star-News / Ken Blevins
Mit Sandsäcken versuchen die Bewohner ihre Häuser vor den Fluten zu schützen ... AP/The Post And Courier / Grace Beahm Alford
... und legen diese vor Türen und Fenstern nieder. AP/The Daily Press / Jonathon Gruenke
Bretter schützen Fensterscheiben vor herumfliegenden Gegenständen. AP/The Star-News / Matt Born
AP/The Star-News / Ken Blevins
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