Der Tatort in Würenlingen AG: Nun hat sich auch die Kantonspolizei Schwyz zu Wort gemeldet.
Behörden geben Auskunft zur Bluttat von Würenlingen: Der Täter war in der Psychiatrie, die Kinder fremdplatziert
Jetzt hat sich auch die Kantonspolizei Schwyz zum Tötungsdelikt in Würenlingen AG geäussert. Der mutmassliche Täter, ein 36-jähriger Schweizer, verheiratet, Vater von drei Kindern, hatte mit seiner Familie in Reichenburg im Kanton Schwyz gelebt – bis er am Samstag seine Schwiegereltern, seinen Schwager sowie deren Nachbarn tötete und sich anschliessend selbst richtete.
- Was die Kantonspolizei Schwyz nun offiziell bestätigt: 2007 wurde zwar ein Verfahren gegen den 36-jährigen, zuletzt arbeitslosen, Mann wegen einfacher Körperverletzung, Tätlichkeiten, Beschimpfungen und Hausfriedensbruch geführt. Doch das Verfahren wurde rechtskräftig eingestellt.
- Obwohl damit keine Strafuntersuchung mehr offen war, beschäftigte der Mann die Polizei weiter: Im März 2012 führte die Kantonspolizei Schwyz zwei Mal eine Hausdurchsuchung im Haus des 36-Jährigen durch – die Behörden vermuteten Waffen, fanden aber keine.
- Am 24. März wurde der Beschuldigte schliesslich doch polizeilich in Gewahrsam genommen, weil die KESB Ausserschwyz Gefährdungsmeldungen bekommen hatte. Die Kinder wurden fremdplatziert, der Vater auf ärztliche Anordnung in einer psychiatrischen Klinik fürsorgerisch untergebracht.
Mehr gibt die Kantonspolizei Schwyz nicht bekannt. Gemäss «Blick» soll der mutmassliche Täter seiner Schwiegermutter verboten haben, Tochter und Enkelkinder zu besuchen. Schon vor einigen Wochen soll es deshalb zum Familienstreit gekommen sein.
Die Polizei sei mehrmals am Wohnort der Familie im Kanton Schwyz aufgekreuzt, erzählen Nachbarn gegenüber dem «Blick». Schliesslich sei er in die Privatklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Littenheid im Thurgau eingeliefert worden.
Erst vor wenigen Tagen soll die Polizei die Nachbarn darüber informiert haben, dass der 36-Jährige wieder nach Hause komme.
In dieser Quartierstrasse am Langackerweg in Würenlingen lebten die Schwiegereltern des Familienvaters. KEYSTONE / WALTER BIERI
Der Täter war einschlägig bei der Polizei bekannt. Letzten Mai fand eine Hausdurchsuchung statt. KEYSTONE / WALTER BIERI
Der Täter lebte getrennt von seiner Frau und den drei Kindern. Die ganze Familie befand sich in einer fürsorgerischen Massnahme. EPA/KEYSTONE / ANTHONY ANEX
Die Idylle trügt. KEYSTONE / WALTER BIERI
Die Polizei sprach von einem «sehr blutigen Tatort». EPA/KEYSTONE / WALTER BIERI
Am Sonntagnachmittag informieren Polizeikommandant Michael Leupold und der stellvertretende leitende Oberstaatsanwalt Daniel von Daeniken an einer Medienkonferenz über das Tötungsdelikt in Würenlingen. KEYSTONE / GEORGIOS KEFALAS
Polizeikommandant Michael Leupold bestätigt: Fünf Personen kamen in der blutigen Nacht auf Sonntag ums Leben. KEYSTONE / GEORGIOS KEFALAS
Stellvertretender leitender Oberstaatsanwalt Daniel von Daeniken: «Die Staatsanwaltschaft hat noch vor Ort eine Strafuntersuchung eröffnet.» KEYSTONE / GEORGIOS KEFALAS
Die Opfer des 36-jährigen Täters waren seine Schwiegereltern und deren Sohn sowie ein unbeteiligter Nachbar. KEYSTONE / WALTER BIERI
Am Samstagabend hätten Anwohner kurz nach 23 Uhr Schüsse gehört und die Polizei alarmiert. Die Polizei entdeckte daraufhin im Freien sowie in einem Wohnhaus mehrere leblose Menschen. KEYSTONE / WALTER BIERI
Das Medieninteresse war sehr gross. Polizeikommandant Michael Leupold sprach von einer «überdurchschnittlich schweren Straftat». KEYSTONE / GEORGIOS KEFALAS
Der mutmassliche Täter war ein dreifacher Familienvater mit Wohnsitz in Schwyz. KEYSTONE / WALTER BIERI
(dwi)
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