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F_MU1 – die «Königin der Elefanten». Bild: will burrard-lucas/tsavo trust and kenya wildlife service

Nur noch 20 Tiere übrig – diese Fotos zeigen einen der seltensten Elefanten der Welt

Publiziert: 13.03.19, 08:24 Aktualisiert: 13.03.19, 08:50

Ihr Name klingt wie ein Computerchip, dabei zählte F_MU1 zu den letzten Elefanten ihrer Art. Für mehr als 60 Jahre streifte die Elefantendame durch den Tsavo-East-Nationalpark in Kenia – F_MU1 war eine der vom Aussterben bedrohten Tusker-Elefanten. Vor wenigen Wochen starb die «Königin der Elefanten» an Altersschwäche.

Die Stosszähne von F_MU1s Artgenossen sind so lang, dass sie beinahe den Boden berühren – bei Wilderern sind die Tusker-Elefanten daher ein besonders beliebtes Jagdobjekt. Jeder Stosszahn wiegt bereits rund 50 Kilo.

Bild: will burrard-lucas/tsavo trust and kenya wildlife service

Dem britischen Fotografen Will Burrard-Lucas gelang es nun vor Kurzem, die letzten Aufnahmen der selten Elefantendame zu machen – entstanden sind beeindruckende Aufnahmen.

Sein erstes Aufeinandertreffen mit der Elefantendame beschreibt der Brite so: «F_MU1 war dünn und alt, aber sie ging mit stattlicher Anmut voran. Ihre Stosszähne waren so lang, dass sie den Boden vor sich aufschürften. Sie war wie ein Relikt aus einer vergangenen Zeit.»

Burrard-Lucas zeigte sich gegenüber der BBC-Sendung Newsbeat begeistert von dem mächtigen Tusker-Exemplar:

«Wenn es eine Elefantenkönigin gegeben hätte, wäre sie es sicher gewesen.»

Bild: will burrard-lucas/tsavo trust and kenya wildlife service

Die Bilder zeigen die alte Elefantendame beim Trinken an Wasserlöchern. Aber auch wie sie Akazienäste verputzt oder zutraulich auf Kamera zusteuert. (blog.burrard-lucas.com)

Der Tsavo-East-Nationalpark ist einer der letzten Lebensräume der fast ausgestorbenen Art – Forscher schätzen, dass es weltweit nur noch 20 Elefanten mit derart langen Stosszähnen gibt.

Burrard-Lucas:

«Sie hatte Zeiten schrecklicher Wilderei überlebt, und es war ihr Triumph, dass ihr Leben nicht vorzeitig durch eine Falle, eine Kugel oder einen vergifteten Pfeil beendet wurde.»

Bild: will burrard-lucas/tsavo trust and kenya wildlife service

Burrard-Lucas besondere Foto-Technik ermöglichte es ihm, besonders nah an die gefährlichen Stosszähne des Tieres heranzukommen.

Diese Fotos sind Teil einer grösseren Serie, die die Elefanten von Tsavo und die Arbeit des Tsavo Trust dokumentiert. Die gesamte Serie erscheint in einem neuen Buch mit dem Titel «Land der Riesen».

Land of Giants wird am 20. März veröffentlicht und kann bei WildlifePhoto.com und Amazon vorbestellt werden.

Bild: will burrard-lucas/tsavo trust and kenya wildlife service

(pb)

Ausgestorbene Tiere, die wiederentdeckt wurden

Vom Taiwanischen Nebelparder gibt es (noch) keine aktuellen Bilder. Dies ist ein Präparat im Nationalmuseum in Taipeh. Seit 1983 war kein Exemplar der Katze mehr gesichtet worden – jetzt soll es zwei Sichtungen gegeben haben. (bild: wikimedia/ssr2000) Wikimedia
Erst vor kurzem war im indonesischen Regenwald die Bienenart Megachile pluto («Wallace-Riesenbiene»), die grösste bislang bekannte Biene der Welt, wiederentdeckt worden. Zuletzt war die Spezies im Jahr 1981 gesehen worden. (Mehr dazu gibt's hier.) (bild: clay bolt) Clay Bolt
Seit über hundert Jahren galt die Unterart Chelonoidis phantasticus der Galápagos-Riesenschildkröte als ausgestorben. Im Februar 2019 wurde bekannt, dass ein erwachsenes Weibchen auf der Insel Fernandina gesichtet wurde. Allerdings müsste auch noch ein Männchen überlebt haben, damit die Art fortbestehen kann. (bild: twitter) Twitter
Der Komoren-Quastenflosser (Latimeria chalumnae) ist eines der ältesten und bekanntesten Beispiele für eine wiederentdeckte Tierart. Quastenflosser galten als ausgestorben, und zwar schon seit dem Massensterben am Ende der Kreidezeit vor 65 Millionen Jahren. Doch 1938 wurde erstmals ein Exemplar des Komoren-Quastenflossers in einem Fischeernetz gefunden. 50 Jahre später wurde der urtümliche Fisch dann auch in seinem natürlichen Umfeld beobachtet. (bild: shutterstock) Shutterstock
Die Laotische Felsenratte (Laonastes aenigmamus) war den Forschern nur als Fossil bekannt und galt als seit 11 Millionen Jahren ausgestorben. 2005 entdeckte man aber auf einem Markt in Laos, das dort solche Tiere – «Kha-Nyou» genannt – gegrillt und verspeist werden. Schliesslich fand man dann auch ein lebendes Exemplar. (bild: wikimedia/jean-pierre hugot) Wikimedia/Jean-Pierre Hugot
Crambione Cookii ist eine Qualle, die vor der Küste Australiens vorkommt. Das Weichtier, das über einen potenziell tödlichen Stachel verfügt, war 1910 zuletzt gesichtet worden. Doch 2013 konnten zwei Exemplare gefangen werden. (bild: gizmodo) Gizmodo
Der Jerdontimalie (Chrysomma altirostre altirostre) aus Burma wurde zuletzt 1941 gesehen. 2014 aber fanden Ornithologen einige Exemplare 150 Kilometer nördlich von Rangun. (bild: wikimedia/saurabhsawantphoto) Wikimedia/Saurabhsawantphoto
Phoboscincus bocourti – auf Englisch «Terror Skink» genannt – lebt auf der Insel Ile des Pins, die Neukaledonien vorgelagert ist, und wurde 1876 erstmals beschrieben. Das Reptil galt als ausgestorben, bis es 1993 wiederentdeckt wurde. (bild: delfi.lt) delfi.lt
Der Takahe (Porphyrio hochstetteri) ist ein flugunfähiger Vogel, der auf Neuseeland lebt. Seit 1898 vier dieser Vögel getötet und ausgestopft wurden, galt der Vogel als ausgestorben. 1948 wurde er beim Te-Anau-See wiederentdeckt. Die Art ist stark gefährdet, es leben nur noch einige wenige hundert von ihnen. (bild: shutterstock) Shutterstock
Artholeptis troglodytes war letztmals 1962 gesehen worden und die Naturforscher hielten den Höhlenfrosch aus Simbabwe für ausgestorben. Im Dezember 2016 wurden im Chimanimani-Nationalpark im Osten des Landes vier Exemplare gefunden. (bild: ap) AP
Der Kubanische Schlitzrüssler oder Almiquí (Solenodon cubanus) galt seit den Fünfzigerjahren als ausgestorben – 1970 wurde dieser Status offiziell. Kurz darauf, 1973 und 1974, wurden jedoch wieder einige der Insektenfresser gefangen. Die Art gilt aber immer noch als stark gefährdet. (bild: pinterest) Pinterest
Der Java-Elefant ist seit dem 14. Jahrhundert ausgestorben. Doch vielleicht stimmt das gar nicht: Bei den Borneo-Zwergelefanten (Elephas maximus borneensis) – einer zwergwüchsigen Unterart des Asiatischen Elefanten – handelt es sich womöglich in Wahrheit um Java-Elefanten. Im 17. Jahrhundert nahm der Sultan von Sulu jedenfalls einige dieser Elefanten als Geschenk mit nach Borneo, wo sie sich vermehrt haben könnten. (bild: wikimedia/cede prudente) Wikimedia/Cede Prudente
Anolis proboscis, auf Englisch aus naheliegenden Gründen «Pinocchio Lizard» genannt, ist in Ecuador beheimatet und wurde 1956 beschrieben. Danach wurde das Reptil lange nicht mehr gesichtet und man fürchtete, es sei ausgestorben – bis es 2007 wiederentdeckt wurde. (bild: shutterstock) Shutterstock
Der Bergbilchbeutler (Burramys parvus), eine Beutelsäugerart aus der Familie der Bilchbeutler (Burramyidae), war lange nur als Fossilienfund bekannt. In den Sechzigerjahren wurden jedoch im australischen Bundesstaat Victoria einige lebende Exemplare gefunden. (bild: australianmuseum.net) australianmuseum.net
Der Zwergkoboldmaki (Tarsius pumilus) ist eine Primatenart aus der Gruppe der Koboldmakis. Die kleinen Tiere waren 1930 zum letzten Mal gesichtet worden und galten als ausgestorben, bis im Jahr 2000 ein toter Zwergkoboldmaki in einer Rattenfalle gefunden wurde. 2008 fanden Forscher lebende Exemplare der Spezies. (bild: pinterest) Pinterest
Seit 1979 galt der Schwarzfussiltis (Mustela nigripes) als ausgestorben, nachdem die letzten in Gefangenschaft gehaltenen Exemplare eines Nachzuchtprogramms gestorben waren. Zu Beginn der Achtzigerjahre wurde jedoch im US-Staat eine Kolonie von wildlebenden Schwarzfussiltissen gefunden, mit denen ein erfolgreiches Nachzuchtprogramm begonnen werden konnte. (bild: shutterstock) Shutterstock
Der Neukaledonische Kronengecko (Correlophus ciliatus) wurde erstmals 1866 beschrieben. In freier Wildbahn galt das nachtaktive Reptil bis zu seiner Wiederentdeckung 1994 als ausgestorben. (bild: shutterstock) Shutterstock
Der Neuguinea-Dingo (Canis lupus dingo) lebt in den Bergen Neuguineas. Bis vor kurzem galt er in freier Wildbahn als ausgestorben, doch dann fanden Forscher einige Exemplare in ihrem ursprünglichen Habitat. (bild: shutterstock) Shutterstock
Gracilidris ist eine Gattung von nachtaktiven Ameisen, von der man annahm, dass sie seit 15 bis 20 Millionen ausgestorben war. Sie wurde aber in Paraguay, Brasilien und Argentinien gefunden und 2006 beschrieben. (bild: wikimedia/antweb.org) Wikimedia/AntWeb.org
In der Elfenbeinküste lebt der Nimba-Berg-Riedfrosch (Hyperolius nimbae), der nach den Nimba-Bergen benannt ist. Zwischen 1967 und seiner Wiederentdeckung 2010 galt der braune Frosch mit auffällig roten Beinen als ausgestorben. (bild: pinterest) Pinterest
Nelsons kleinohrige Spitzmaus (Cryptotis nelsoni) kommt nur im östlichen Mexiko vor. Der kleine Säuger wurde 1894 entdeckt, galt dann aber bis 2004 als ausgestorben. (bild: twitter) Twitter
Dobsonia chapmani ist ein Flughund, der vornehmlich auf der Negros-Insel vorkommt. Einst war er so häufig, dass seine Ausscheidungen als Dünger verwendet wurde. Seit 1964 wurde aber kein lebendes Exemplar mehr gesehen und so wurde die Spezies seit 1996 offiziell als ausgestorben betrachtet. 2001 wurde der Flughund wiederentdeckt, gilt aber als gefährdet. (bild: imgur) Imgur
Der Tüpfelbeutelmarder oder Östliche Beutelmarder (Dasyurus viverrinus) ist eine Art aus der Familie der Raubbeutler. Er ist seit den Sechzigerjahren auf dem Festland ausgestorben, aber Zoologen konnten ihn auf Tasmanien wiederansiedeln. (bild: shutterstock) Shutterstock
Die Bayerische Kurzohrmaus (Microtus bavaricus) aus der Unterfamilie der Wühlmäuse (Arvicolinae) kommt lediglich in den Nördlichen Kalkalpen vor. Der kleine Säuger galt seit den Sechzigerjahren als ausgestorben, wurde aber im Jahr 2000 wiederentdeckt. (bild: wikimedia/factcatdog) Wikimedia/Factcatdog
Der Baumhummer (Dryococelus australis) ist nicht etwa ein Krebstier, sondern ein Insekt aus der Ordnung der Gespenstschrecken (Phasmatodea). Der Baumhummer kommt nur auf der australischen Lord-Howe-Insel vor; er galt seit 1960 offiziell als ausgestorben. 2001 wurden jedoch wieder lebende Exemplare gesichtet. (bild: wikimedia/granitethighs) Wikimedia/Granitethighs
Driloleirus americanus, ein in Nordamerika vorkommender Riesenregenwurm, kann bis zu einem Meter gross werden. Seit den Achtzigerjahren dachte man, der Wurm sei ausgestorben, doch 2010 wurden wieder zwei Exemplare gefunden. (bild: wikimedia/chris baugher) Wikimedia/Chris Baugher
Das eigenartige Kaschmir-Moschustier (Moschus cupreus) ist eine Art der Moschustiere (Moschidae), das in Kaschmir im nordwestlichen Indien und nordöstlichen Pakistan und im Osten der afghanischen Provinz Nuristan beheimatet ist. Nach der letzten sichtung 1948 wurde es als ausgestorben geführt. 2009 wurden aber drei Tiere in Nuristan gefunden. (bild: gemeinfrei) gemeinfrei
Atelopus ebenoides aus der Familie der Kröten (Bufonidae) lebt in Kolumbien. Eine südliche Unterart der Amphibie wurde seit 1992 nicht mehr gesichtet, eine nördliche seit 1995. 2006 wurden wieder lebende Exemplare gefunden, aber die Spezies gilt als stark gefährdet. (bild: pinterest) Pinterest
Er gilt als der seltenste Vogel der Welt: der Bermuda-Sturmvogel (Pterodroma cahow). Lange galt er sogar als ausgestorben, doch 1951 entdeckte man sechs Nester auf der Insel Castle Harbor. (bild: wikimedia/depotgrl) Wikimedia/Depotgrl

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