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50 Kilometer nördlich von Schaffhausen bebte die Erde

Publiziert: 04.11.19, 05:51

Ein Erdbeben etwa der Stärke 3.9 hat in der Nacht auf Montag Bewohner in Süddeutschland aufgeschreckt. Das Epizentrum lag bei Albstadt gut 50 Kilometer nordöstlich von Schaffhausen. Gemäss der ETH Zürich war die Erschütterung auch in weiten Teilen der Schweiz spürbar.

Das Beben ereignete sich kurz vor 2 Uhr in der Nähe von Albstadt auf der Schwäbischen Alb in einer Tiefe von 6.6 Kilometern, wie aus einer Meldung des Schweizerischen Erdbebendienstes der ETH Zürich (SED) hervorging. Über Schäden war zunächst nichts bekannt.

Die deutsche Polizei in Tuttlingen erhielt in der Nacht mehrere Anrufe von aufgewachten Bürgern, wie sie auf Twitter mitteilte. Im September kam es in der Region zu einer Serie von kleineren Erdbeben.

Die meisten Erdbeben sind nicht spürbar

In der Schweiz kommt es immer wieder zu meist kleineren Erdbeben. Für das laufende Jahr zählte der SED bislang rund 1200 Erdstösse. Von der Bevölkerung tatsächlich verspürt werden pro Jahr etwa 10 bis 20 Beben mit Magnituden ab etwa 2.5.

Insgesamt liegt die Erdbebengefährdung der Schweiz im europäischen Vergleich auf mittlerem Niveau. Starke Erdbeben bis zu einer Magnitude 7 sind möglich, aber deutlich seltener als in hoch gefährdeten Gebieten wie Italien oder der Türkei.

Seit dem 13. Jahrhundert haben sich gemäss dem Bundesamt für Umwelt in der Schweiz zwölf dokumentierte Erdbeben mit grossen Schäden ereignet. Historische Beispiele sind die Erdbebenserie im Kanton Obwalden 1964 (Magnitude 5.3), das Erdbeben von Siders 1946 (Magnitude 5.8) und das Erdbeben von Basel 1356 (Magnitude 6.6). (sda)

Die schwersten Erdbeben seit 1900

Platz 10: Indonesien, April 2012. Ein Erdbeben der Stärke 8,6 verursachte vor allem Sachschäden, wie hier vor einem Gefängnis. Tote wurden keine gemeldet. (sda) EPA / HOTLI SIMANJUNTAK
Platz 9: Indonesien, März 2005. Nur wenige Monate nach dem verheerenden Tsunami bebte die Erde in Indonesien erneut. Es wurde eine Erdbebenstärke von 8,6 gemessen, 1313 Menschen kamen ums Leben. AP / BINSAR BAKKARA
Platz 8: Indien, August 1950. Das Erdbeben mit Stärke 8,6 verursachte schwere Schäden in Assam, an der indisch-chinesischen Grenze. 1526 Tote wurden gemeldet.
Platz 7: Ecuador und Kolumbien, Januar 1906. Die beiden südamerikanischen Staaten wurden von einem Erdbeben der Stärke 8,8 heimgesucht. Etwa 1000 Menschen starben.
Platz 6: Chile, Februar 2010. 524 Menschen starben an den Folgen des Erdbebens von 2010. Es wurde eine Stärke von 8,8 gemessen. AP / Natacha Pisarenko
Platz 5: Russland, November 1952. Nach einem Beben der Stärke 9,0 flohen die Bewohner der russischen Stadt Kamtschatka in die umliegenden Berge, um dem anschliessenden Tsunami zu entgehen. Niemand kam ums Leben.
Platz 4: Japan, März 2011. Das verheerende Erdbeben (Stärke: 9,0) mit anschliessendem Tsunami forderte 15'800 Menschenleben und beschädigte das Atomkraftwerk Fukushima. Japan kämpft nach wie vor mit den Folgen. AP Kyodo News / ANONYMOUS
Platz 3: Indonesien, Dezember 2004. Es gilt als eine der schlimmsten Katastrophen der neueren Geschichte. Bei dem Erdbeben der Stärke 9,1 und dem anschliessenden Tsunami kamen etwa 230'000 Menschen ums Leben. Millionen wurden obdachlos. EPA / ARDILES RANTE
Platz 2: Alaska, März 1964. Beim Beben der Stärke 9,2 in Alaska kamen 15 Menschen ums Leben, der Tsunami danach forderte weitere 110 Opfer. AP / ANONYMOUS
Platz 1: Chile, Mai 1960. Beim stärksten je gemessenen Erdbeben (Stärke 9,5) starben 1655 Menschen, tausende wurden obdachlos. AP

Wie stabil bleiben Holzhäuser während einem Erdbeben?

Video: SRF / SDA SRF

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