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Tansanias Präsident verneinte die Pandemie – und zahlte schliesslich mit seinem Leben dafür. Bild: keystone

Diese 9 kuriosen Folgen hatte die Pandemie weltweit

Masken im Supermarkt, geschlossene Grenzen, Kontaktverbote: Was mittlerweile schon normal ist, zählt längst nicht zu den aussergewöhnlichsten Auswirkungen der Pandemie. Ein Überblick.

Publiziert: 13.05.21, 11:52

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Vieles, was heute zum Alltag gehört, hätte noch Anfang 2020 nur für Verwunderung oder gar Gelächter gesorgt. Wer hätte geglaubt, dass Ausgangssperren, Quarantäne, Masken oder Reiseverbote mal ganz normal für uns sein würden?

Doch es gibt auch einige Unterschiede, wenn es darum geht, wie die Länder der Welt dem Coronavirus begegnen. Und dabei sind auch einige Kuriositäten entstanden. Der Krisenfrühwarn-Experte A3M hat einen Überblick über neun spezielle Auswüchse der Corona-Krise zusammengestellt.

Thorsten Muth vom Travel Security Analysts Team von A3M fasst zusammen: «Tag für Tag arbeiten wir uns durch eine schier unüberschaubare Masse an News und Behördenmitteilungen. Einige Schritte schiessen entweder völlig übers Ziel hinaus und demonstrieren unnötige Härte, andere erscheinen eher wie Placebos. Wer weiss, was in Zukunft noch alles dazu kommt.»

Arabische Emirate: Drohnen-Desinfektion für Autobahnen

Desinfektionsmittel ist in den Supermärkten, bei Ärzten und mittlerweile auch in nahezu jeder Hand- oder Jackentasche in der Corona-Krise zum täglichen Begleiter geworden.

Etwas übertrieben wirkt hingegen eine Idee aus den Vereinigten Arabischen Emiraten: Zur Eindämmung des Virus wurden die Autobahnen im Land flächendeckend mithilfe moderner Drohnen aus der Luft desinfiziert.

Ein Video der Regierung von Dubai:

Georgien: Hochglanzpolitur gegen das Virus

Auch Georgien setzte auf die Desinfektion grosser Flächen. Allerdings ohne moderne Technik. In dem Kaukasusstaat wurde der Teer der Hauptstadt Tiflis mit dem klassischen Besen auf Hochglanz poliert. So schäumten und strahlten die öffentlichen Plätze in der Millionenmetropole so schön wie nie zuvor.

Turkmenistan: Fragwürdige Maskenpflicht

Auch wenn es im Juli 2020 schon in zahlreichen Staaten eine Maskenpflicht gab, war die Einführung in Turkmenistan etwas Besonderes. Das autoritäre Regime begründete die Massnahme nicht mit der Corona-Pandemie, sondern verwies auf eine erhöhte Staubkonzentration in der Luft. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Behörden Turkmenistans noch keinen einzigen Corona-Fall offiziell bestätigt. Das hat sich auch bis jetzt noch nicht geändert.

Tansania: Keine Registrierung der Neuinfektionen – kein Corona

Besonders ungewöhnlich hat sich auch Tansania im Osten Afrikas verhalten: Bereits im April 2020 hörte die Regierung auf, die Zahl der Corona-Neuinfektionen zu registrieren. In Tansania sollte es keine Corona-Pandemie geben. Doch damit stürzte das Land in eine Katastrophe: Mehr als zehn unbekannte Mutanten sollen in Tansania mittlerweile grassieren. Ihre Haltung bezahlten in den letzten Monaten sowohl der Vizepräsident von Sansibar als auch der tansanische Staatspräsident John Magufuli persönlich mit dem Leben.

Bolivien: Zahlenspiele

Mit der Pandemie kam auch der Lockdown in ganz unterschiedlichen Ausführungen. Das öffentliche Leben sollte reguliert und vor allem Kontakte mussten reduziert werden. Dabei setzten vor allem südamerikanische Staaten auf ganz besondere Strategien. In Bolivien beispielsweise entschieden zu Beginn der Pandemie die letzten Ziffern des Personalausweises darüber, wer zu welchem Zeitpunkt einkaufen gehen durfte und wer nicht.

Thailand, Spanien und Südafrika: Rauchverbot

Schnell war klar, dass sich das Coronavirus über Aerosole in der Luft ausbreiten kann. Trotzdem wirkte es zunächst befremdlich, als Thailand und einige Regionen Spaniens schon früh in der Pandemie Rauchverbote erliessen. Südafrika ging gar noch einen Schritt weiter und verbot den Tabakverkauf gänzlich.

Raucher demonstrieren in Cape Town gegen das Tabakverkaufs-Verbot. Bild: keystone

Panama: Geschlechtertrennung gegen die Pandemie

Auch in Panama sollte eine einfache, aber dennoch aussergewöhnliche Lockdown-Lösung her: So wurde ausserhalb der eigenen vier Wände eine flächendeckende Geschlechtertrennung eingeführt. Männer und Frauen durften nur noch an unterschiedlichen Tagen das Haus verlassen, auch, um Interaktionen zwischen den beiden Geschlechtern zu vermeiden.

Usbekistan: 3000 Dollar für eine Infektion

Reisebeschränkungen, Flugverbote, Risikogebiete: Ferien im Ausland sind seit Pandemiebeginn eher schwierig geworden. Deshalb haben sich einige Staaten kreative Ideen überlegt, um Touristen anzulocken. Usbekistan versprach beispielsweise allen Reisenden 3000 US-Dollar, wenn sie sich im Land mit Covid-19 infizieren sollten. Dabei ging es vor allem um die Kosten der Behandlung in einem usbekischen Krankenhaus. Das sorgte zwar für ein grosses Medienecho, die Besucherzahlen gingen jedoch trotzdem um 77 Prozent zurück.

Deutschland: Kreative Namensgebung

Nicht zuletzt lohnt sich auch ein Blick nach Deutschland: Wenn es um die Namensgebung der einzelnen Corona-Massnahmen geht, sind sie ganz vorne mit dabei. Vom «Lockdown light» über den «Wellenbrecher-Lockdown» und die «Osterruhe» bis zur «Bundesnotbremse» liessen sich die Behörden im grossen Kanton immer wieder neue Namen für entsprechende Massnahmen und Konzepte einfallen.

(sms/t-online)

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So sieht die Luzerner Fasnacht 2021 aus

Schmutziger Donnerstag, 2021: Ein Fasnächtler am Rande des Kapellplatz in der Altstadt von Luzern. keystone / URS FLUEELER
Die Luzerner Fasnacht 2021wurde wegen der andauernden Corona-Pandemie offizell abgesagt und verboten. keystone / URS FLUEELER
Rund hundert Menschen hatten sich trotzdem beim Fritschibrunnen versammelt. keystone / URS FLUEELER
Auch Bundesrat Alain Berset war irgendwie anwesend. keystone / URS FLUEELER
Die Luzerner Polizei kündigte im Vorfeld an, dass sie das Veranstaltungsverbot streng auslegt. keystone / URS FLUEELER
«Bernie Sanders» liess sich davon nicht beirren. keystone / URS FLUEELER
Die Sicherheitskräfte waren laut Keystone-SDA am Donnerstagmorgen in Luzern in zahlreichen kleineren Grüppchen von zwei bis drei Personen vertreten. keystone / URS FLUEELER
Anfangs wurden laut den Beobachtungen zahlreiche Passanten strikt kontrolliert. keystone / URS FLUEELER
Danach zog sich die Polizei aber für rund eine Stunde in eine passive Rolle zurück und beobachtete das Treiben bloss. keystone / URS FLUEELER
Allerdings wiesen die Beamten ab etwa 5.30 Uhr die Fasnächtlerinnen und Fasnächtler weg, und baten sie in freundlichem Ton, doch nach Hause zu gehen. keystone / URS FLUEELER
Die Stimmung: naja … keystone / URS FLUEELER
Bis zum nächsten Jahr … keystone / URS FLUEELER

Was junge TikTok-Stars zur Pandemie zu sagen haben

Video: watson / lea bloch

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