Wer hat Schuld am Trikot-Gate? Gründe, warum die Schweizer Nati-Shirts Käse sind
Die Schweizer Nati-Shirts halten der Zerreissprobe nicht stand
Sieht aus wie ein Scherenschnitt, ist aber keiner. Die Trikots der Schweizer Nationalmannschaft sind im Spiel gegen Frankreich gleich reihenweise gerissen. X01095 / Gonzalo Fuentes
Einer der Leidtragenden: Granit Xhaka nach einem Zweikampf mit Paul Pogba. X01095 / Gonzalo Fuentes
Granit Xhakas Shirt ist nur eines von vieren (!), welches in der ersten Halbzeit kaputt geht. X01095 / Gonzalo Fuentes
Boxenstopp. Neues Shirt. X01095 / Pascal Rossignol
Natürlich rissen die Franzosen den Schweizern an der Wäsche herum, aber die Qualitätsfrage muss man sich bei Puma auf jeden Fall auch stellen. AP/AP / Martin Meissner
Admir Mehmedis Shirt: Aus 18 mach 8. X01095 / Carl Recine
... und Auch Embolo wurde mindestens einmal zurückgehalten. X01095 / Gonzalo Fuentes
Dann ist er wieder lieb, der Koscielny. X01095 / Gonzalo Fuentes
Und auch bei Blerim Dzemaili hielt der Stoff nicht. EPA/EPA / ANDY RAIN
Das Shirt musste getauscht werden. X01095 / Gonzalo Fuentes
Übrigens: Bei Dzemailis Frau Erjona auf der Tribüne ist das Shirt nicht kaputt, wir sind uns sicher, dass dies absichtlich so geschnitten ist. X01095 / Carl Recine
Die Shirts der Nati hielten schon in der Partie gegen Moldawien der Zerreissprobe nicht stand. freshfocus / Andy Mueller/freshfocus
Kurz nach der Pause folgt schon der nächste Materialschaden. Dieses Mal geht er auf die Kappe von Adidas. AP/AP / Thibault Camus
Bei einem Prellball zwischen Valon Behrami und Antoine Griezmann geht der Ball kaputt. EPA/EPA / ANDY RAIN
Nichts zu machen. AP/AP / Martin Meissner
Weg mit dem Ding. X01095 / Carl Recine
Und dann leidet wieder ein Trikot. Wieder dasjenige von Xhaka. X01095 / Gonzalo Fuentes
Unglaublich. EPA/EPA / SHAWN THEW
Als Xhaka das Shirt wechselt, kommt Michael Lang neu ins Spiel. Böse Zungen behaupten, sein Shirt hätte da auch schon einen Riss gehabt ... X01095 / Carl Recine
Fussball gilt als die schönste Nebensache der Welt. Wenn bei dieser Nebensache eine Nebensache zur Hauptsache wird, dann wird es besonders unterhaltsam. Deshalb reden wir heute nur über die zerrissenen Trikots unserer Nati-Helden und nicht über ihre Leistung oder die Achtelfinalqualifikation.
Die Frage, wie es möglich ist, dass in einem einzigen Match Mehmedi, Dzemaili, Embolo, Xhaka das Shirt reisst, steht im Mittelpunkt.
Wir haben bei der Nati selber, bei Puma sowie zwei Fachleuten nachgefragt. Eine Antwort scheint uns plausibel.
Marco von Ah, Leiter Kommunikation des Schweizerischen Fussballverbandes, meldet sich aus der Planungssitzung in Montpellier und sagt zu watson: «Das ist ein absoluter Einzelfall. Die anderen Puma-Trikots bei uns und anderen Teams hielten ja gut durch.» Augenzwinkernd fügt er an: «Gestern waren wir offensichtlich nur mit Trikot-Reissen zu bremsen.» Er versichert, die Nati müsse keine Trikots nachbestellen. Übrigens nehmen die Teams normalerweise immer drei Dress-Sätze pro Spieler mit für einen Match.
Ralph Greile, Geschäftsführer des «Fussball Corner Oechslin», hat weit über 100 Stück des aktuellen Trikots «Authentic» der Schweizer Nati verkauft. Bisher gab es noch keine einzige Reklamation. Er hat die in der Türkei hergestellten Shirts heute noch einmal getestet: «Die sind sehr elastisch. Auch wenn ich stark daran reisse, da passiert nichts.» Für ihn ist schwer verständlich, warum die Trikots plötzlich nicht mehr halten. Etwas vergleichbares habe er noch nie erlebt. Greile hat eine Vermutung: «Ich kann mir vorstellen, dass beim Anbringen der Trikot-Nummern etwas geschehen ist; sie zu heiss aufgebügelt wurden, es eine chemische Reaktion gab.» Unwahrscheinlich scheint diese These nicht. Die Trikots rissen tatsächlich auffällig oft bei den Nummern oder in der Nähe. Greile hat noch eine weitere Theorie, eine weniger ernste: «Vielleicht haben sie neue, rascher reissende Trikots eingesetzt, um schneller einen Penalty zu bekommen.»
Auch Andrea Hagmann, Lehrbeauftragt der Schweizerischen Textilfachschule, kann sich nicht erklären, wie so etwas passieren kann. Shirts aus Chemie-Fasern seien reissfest, ausserdem mache man für Fussball-Trikots stets Tests. Die von Puma eingesetzte ACTV-Technologie sei bekannt. Sie denkt nicht, das die einen Zusammenhang damit hat: «Diese Technologie ist gängig und steckt bereits in vielen Sport-Shirts.» Die Technologie soll mit Mikro-Massagen auf der Haut für effektivere Energiezufuhr der Muskulatur sorgen.
Puma selber wird heute überrannt mit Anfragen, wie Johannes Hackstette von der Kommunikationsabteilung in Deutschland, gegenüber watson sagt. Die Firma stellt für heute Nachmittag weitere Informationen in Aussicht. «Wir arbeiten mit Hochdruck an der Ursachen-Forschung.»
An der EM spielen die Teams von Italien, Tschechien, der Slovakei sowie Österreich mit Puma-Shirts. Kein Team hatte ähnliche Probleme.
Die Noten der Schweizer Nati im Spiel gegen Frankreich
Yann Sommer: Note 4,5 – Eine starke Parade gegen Pogbas Schrägschuss. Hat Glück, als er dessen Distanzschuss auf die Latte lenkt. Einige Probleme in der Luft. X01095 / Gonzalo Fuentes
Stephan Lichtsteiner: Note 4,5 – Auffallend offensiv und initiativ. Wenn nur seine Flanken eine bessere Qualität hätten. Bei Payets Lattenschuss zu zentral positioniert. EPA/EPA / ROLEX DELA PENA
Fabian Schär: Note 5,5 – Eine blitzsaubere Vorstellung. Schnörkellos und präsent auch bei ruhenden Bällen gegen die französischen Hünen. Eine Klasseleistung. EPA/KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Johan Djourou: Note 5,5 – Will nicht zu viel und konzentriert sich ganz auf seine Kernaufgabe: das Verteidigen.
Äusserst abgeklärt. Vielleicht sein bestes Länderspiel. AP/AP / Thibault Camus
Ricardo Rodriguez: Note 5 – Sorgt für Stabilität auf der linken Seite. Bissig und cool in den Duellen. Schlägt einen schlechten Freistoss, der zu einem gefährlichen Konter führt. AP/AP / Thibault Camus
Valon Behrami: Note 5,5 – Wirft all seine Routine in die Waagschale. Sehr positionstreu stopft er viele Lücken. Ein leichter Ballverlust, sonst aber auch im Passspiel sicher. AP/AP / Frank Augstein
Granit Xhaka: Note 6 – Tankt früh mit einem magistral gewonnenen Zweikampf Moral und ist unter den Augen Arsène Wengers danach ein glänzender Regisseur. EPA/KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Xherdan Shaqiri: Note 5 – Spielfreudig und klar verbessert, auch wenn nicht alles gelingt. Aber er steigt unerschrocken in die Zweikämpfe; die Premier-League Erfahrung… EPA/KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Blerim Dzemaili: Note 5 – Immer auf der Suche nach einem Abschluss und viel unterwegs. Stellt sich in den Dienst des Teams. Bezüglich Effizienz hat er Luft nach oben. AP/AP / Geert Vanden Wijngaert
Admir Mehmedi: Note 5 – Lässt in der Startphase bei einem Rückpass die Übersicht vermissen. Sonst gibt es von ihm nur Positives zu berichten. Ein Arbeitstier par exellence. freshfocus / Alain Grosclaude/freshfocus
Breel Embolo: Note 5 – Ein forscher Auftritt des Youngsters, ohne dass er die grosse Szene hat. Generös in der Defensivarbeit; wertvoll bei gegnerischen Standards. Witters / Tim Groothuis/freshfocus
Haris Seferovic: ohne Note – Petkovic bringt ihn eine Viertelstunde vor Schluss für Embolo. Kommt im Gegensatz zu den ersten Spielen aber zu keiner Torchance mehr. Ohne Note. EPA/KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Gelson Fernandes: ohne Note – Ersetzt in der Schlussphase Shaqiri. Zu kurz im Spiel für eine Bewertung. EPA/EPA / SHAWN THEW
Michael Lang: ohne Note – Fünf Minuten vor Schluss ersetzt er Mehmedi. Auch hier keine Bewertung möglich. AP/AP / Thibault Camus
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