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Drei leerstehende Häuser in St. Galler Innenstadt besetzt

Publiziert: 14.09.20, 07:42

Ein Kollektiv Solidarische Menschen hat in der St. Galler Innenstadt drei leerstehende Häuser besetzt. Die Hausbesetzer wollen mit ihrer Aktion darauf aufmerksam machen, dass es in St. Gallen ungenutzte Häuser gibt, in denen sich Flüchtlinge unterbringen liessen.

Die Hausbesetzeer wollen mit ihrer Aktion zeigen, dass es in St.Gallen Platz für Migranten gebe. Bild: zvg

Die Hausbesetzungen erfolgten in der Nacht von Sonntag auf Montag, wie das Kollektiv in einer Medienmitteilung schreibt. Bei den drei besetzten Standorten handele es sich um Häuser innerhalb der Stadt St. Gallen, die alle leer stünden.

Mit ihrer Aktion wolle das Kollektiv Solidarische Menschen auf die schwierige Situation im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos aufmerksam machen. Das Lager war letzte Woche abgebrannt. Tausende Flüchtlinge seien derzeit ohne Unterkunft, Verpflegung und Gesundheitsversorgung, schreibt das Kollektiv.

Aufnahme von Flüchtlingen gefordert

Bei dem Brand hätten die Flüchtlinge alles verloren. Tausende von ihnen schliefen in der Natur oder auf den Strassen rund um Moria. Der Ort auf der griechischen Insel Lesbos sei eine Schande für jedes Land, das nicht Schritte unternehme, um Flüchtlinge aufzunehmen.

Auch in St. Gallen gebe es mehr als genug Platz, schreibt das Kollektiv weiter. In der Stadt stünden viele Häuser und Hotels leer, in denen Flüchtlinge untergebracht werden könnten. Um das zu beweisen, habe das Kollektiv am Sonntag um 22.00 Uhr drei der leerstehenden Häuser eingenommen und besetzt.

Polizei beobachtet die Lage

Die Kantonspolizei St. Gallen teilte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit, sie beobachte die Situation. Eine Kontrolle habe gezeigt, dass keine Einbrüche bei den Liegenschaften festgestellt worden seien.

Auch sei von aussen keine Personen in den Häusern gesichtet worden. Die Polizei habe Transparente an den Häusern entfernt. Sie behalte die Entwicklung im Auge. Die Kantonspolizei spricht von vier Liegenschaften, die betroffen seien, das Kollektiv von drei Häusern. (sda)

Brand im Flüchtlingslager Moria

Flüchtende bringen sich vor den Flammen im Flüchtlingscamp Moria in Schutz. keystone / Panagiotis Balaskas
Der Grossbrand brach am 9. September aus. keystone / STRATIS BALASKAS
Der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis geht davon aus, dass Migranten den Brand gelegt haben. sda / Francisco Seco
Im Lager Moria wurde anfangs September der erste Corona-Fall festgestellt, Stand Dienstag gab es 35 bekannte Infizierte. keystone / STRATIS BALASKAS
Der griechischen Feuerwehr zufolge sind weite Teile des Camps durch das Feuer zerstört worden. keystone / Panagiotis Balaskas
Moria war das grösste Flüchtlingslager Griechenlands und Europas. Es ist seit Jahren heillos überfüllt. keystone / Petros Giannakouris
Rund 12'600 Personen müssen nun eine neue Bleibe suchen. keystone / Panagiotis Balaskas
Bereits zuvor war die Lage auf Lesbos prekär: Die Kapazität des Lagers betrug gerade Mal 2'800 Plätze, es lebten aber 12'600 Menschen dort. keystone / Petros Giannakouris
Wie es nach den Bränden weitergeht, bleibt unklar. keystone / STRATIS BALASKAS

Flüchtlingslager in Flammen

Video: watson

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