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Den Haien werden die Flossen abgeschnitten. Bild: Getty Images AsiaPac

Ständerat will kein Importverbot für Haifischflossen

Publiziert: 09.06.15, 13:16 Aktualisiert: 09.06.15, 13:34

Der Ständerat hat es abgelehnt, den Import von Haifischflossen strikte zu untersagen. Er sagte am Dienstag mit 22 zu 15 Stimmen Nein zu einer Motion von Oskar Freysinger (SVP/VS). Damit ist der Vorstoss vom Tisch.

Die ablehnende Mehrheit der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) hatte auf das Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen (CITES) verwiesen. Zudem würden gemäss Zollstatistik keine Haifischflossen importiert. Fischsuppen dagegen könnten Teile von Haifischflossen enthalten, sagte WBK-Präsidentin Géraldine Savary.

Savary verwies zudem auf internationale Bemühungen gegen das Finning, also das Fangen von Haien, um ihnen die Flossen abzutrennen. Anstrengungen sollten eher in diese Richtung unternommen werden.

«Shark Finning ist etwas Abscheuliches. Lebenden Haien werden die Flossen abgeschnitten. Die Tiere verenden danach elendiglich.»

Eine Minderheit hätte die Motion überweisen wollen, auch aus Reputationsüberlegungen, wie Roberto Zanetti (SP/SO) sagte. «Shark Finning ist etwas Abscheuliches. Lebenden Haien werden die Flossen abgeschnitten. Die Tiere verenden danach elendiglich.» Von einer Gesetzgebung versprach er sich eine präventive Wirkung.

Der Gesetzgeber könne gar nicht aktiv werden, gab Werner Luginbühl (BDP/BE) zu bedenken. «Denn warum etwas verbieten, was nicht praktiziert wird?» Symbolische Gesetzgebung sehe die Verfassung nicht vor. Das Problem müssten jene Länder lösen, die es könnten.

«Es gibt schon ein paar merkwürdige Dinge, etwa ein Produkt namens Schillerlocken vom Dornhai.»

«Ein paar merkwürdige Dinge»

Felix Gutzwiller (FDP/ZH) zählte sich zwar zu den Gegnern der Motion, forderte aber, die Bezeichnungen der Zollstatistik genauer zu analysieren. «Es gibt schon ein paar merkwürdige Dinge, etwa ein Produkt namens Schillerlocken vom Dornhai». Möglicherweise habe die WBK etwas rasch über den Vorstoss entschieden.

Lasst die Haie leben

Lasst die Haie leben! In Australien (hier in Perth) formiert sich der Protest gegen einen radikalen Eingriff in das maritime Ökosystem. (Photo by Paul Kane/Getty Images) Getty Images AsiaPac / Paul Kane
Auch er steht auf der Liste: Der Weiße Hai ist eine der Arten, die in Westaustralien nun zum Abschuss freigegeben sind. Die Regierung des Bundesstaats reagiert so auf mehrere tödliche Angriffe der letzten Zeit. (EPA/Helmut Fohringer) EPA / HELMUT FOHRINGER
Das gefällt vielen Australiern gar nicht: Denn auch Weiße Haie haben Rechte, wie diese Demonstrantin in Sydney mit ihrem Plakat bekundet. (Photo by Brendon Thorne/Getty Images) Getty Images AsiaPac / Brendon Thorne
Er braucht keine Angst vor dem Abschuss zu haben: Ein Protestteilnehmer in Sydney im Hai-Kostüm. Die neue Praxis soll die Strände Westaustraliens sicherer machen, so der Plan. Umweltschützer befürchten hingegen schwere Folgen für das Ökosystem. (Photo by Brendon Thorne/Getty Images) Getty Images AsiaPac / Brendon Thorne
"Meine Schuld ist es nicht", steht auf diesem Plakat in Perth. Statt Haie zu töten, sollte lieber an den Schulen das Verhalten in Hai-Gebieten gelehrt werden, so die Linie der Abschussgegner. (Photo by Paul Kane/Getty Images) Getty Images AsiaPac / Paul Kane
Gedenken an die ersten toten Haie: Auf diesem Protestposter wird an den Tigerhai erinnert, der kurz nach Auslegung der Fangleinen als eines der ersten Tiere sterben musste. (Photo by Paul Kane/Getty Images) Getty Images AsiaPac / Paul Kane
Am Cottesloe Beach im westaustralischen Perth wurden rund 6000 Demonstranten zu einer Kundgebung erwartet. (EPA/Theron Kirkman) EPA/AAP / THERON KIRKMAN
In Westaustralien dürfen bis Ende April Leinen mit Ködern an Haken ausgelegt werden, um grosse Haie zu fangen. Dagegen protestieren diese drei Frauen. (Photo by Paul Kane/Getty Images) Getty Images AsiaPac / Paul Kane
(Photo by Paul Kane/Getty Images) Getty Images AsiaPac / Paul Kane
(Photo by Paul Kane/Getty Images) Getty Images AsiaPac / Paul Kane

Der Bundesrat lehnte die Motion ebenfalls ab. Die Praxis des Finnings müsse verboten werden, nicht der Import der Flossen, sagte Innenminister Alain Berset. Ein Verbot in der Schweiz bringe nichts, und gegen allfälliges illegales Einführen nütze kein Gesetz etwas. Der Bundesrat wolle sich vielmehr auf internationaler Ebene gegen Shark Finning einsetzen. (whr/sda)

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