Schweiz
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BANYUWANGI, INDONESIA - MAY 25:  A worker cuts the shark fins at Muncar Port on May 25, 2014 in Banyuwangi, Indonesia. Indonesia has become one of the major exporters of meat and shark fins in the world, producing 640 thousand tons per year. The Indonesian government is tightening regulations for the fishing of sharks and manta rays, which are now included in the list of Appendix II of the Convention on International Trade in Endangered Species (CITES).  (Photo by Robertus Pudyanto/Getty Images)

Den Haien werden die Flossen abgeschnitten. Bild: Getty Images AsiaPac

Ständerat will kein Importverbot für Haifischflossen



Der Ständerat hat es abgelehnt, den Import von Haifischflossen strikte zu untersagen. Er sagte am Dienstag mit 22 zu 15 Stimmen Nein zu einer Motion von Oskar Freysinger (SVP/VS). Damit ist der Vorstoss vom Tisch.

Die ablehnende Mehrheit der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) hatte auf das Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen (CITES) verwiesen. Zudem würden gemäss Zollstatistik keine Haifischflossen importiert. Fischsuppen dagegen könnten Teile von Haifischflossen enthalten, sagte WBK-Präsidentin Géraldine Savary.

Savary verwies zudem auf internationale Bemühungen gegen das Finning, also das Fangen von Haien, um ihnen die Flossen abzutrennen. Anstrengungen sollten eher in diese Richtung unternommen werden.

«Shark Finning ist etwas Abscheuliches. Lebenden Haien werden die Flossen abgeschnitten. Die Tiere verenden danach elendiglich.»

Eine Minderheit hätte die Motion überweisen wollen, auch aus Reputationsüberlegungen, wie Roberto Zanetti (SP/SO) sagte. «Shark Finning ist etwas Abscheuliches. Lebenden Haien werden die Flossen abgeschnitten. Die Tiere verenden danach elendiglich.» Von einer Gesetzgebung versprach er sich eine präventive Wirkung.

Der Gesetzgeber könne gar nicht aktiv werden, gab Werner Luginbühl (BDP/BE) zu bedenken. «Denn warum etwas verbieten, was nicht praktiziert wird?» Symbolische Gesetzgebung sehe die Verfassung nicht vor. Das Problem müssten jene Länder lösen, die es könnten.

«Es gibt schon ein paar merkwürdige Dinge, etwa ein Produkt namens Schillerlocken vom Dornhai.»

«Ein paar merkwürdige Dinge»

Felix Gutzwiller (FDP/ZH) zählte sich zwar zu den Gegnern der Motion, forderte aber, die Bezeichnungen der Zollstatistik genauer zu analysieren. «Es gibt schon ein paar merkwürdige Dinge, etwa ein Produkt namens Schillerlocken vom Dornhai». Möglicherweise habe die WBK etwas rasch über den Vorstoss entschieden.

Lasst die Haie leben

Der Bundesrat lehnte die Motion ebenfalls ab. Die Praxis des Finnings müsse verboten werden, nicht der Import der Flossen, sagte Innenminister Alain Berset. Ein Verbot in der Schweiz bringe nichts, und gegen allfälliges illegales Einführen nütze kein Gesetz etwas. Der Bundesrat wolle sich vielmehr auf internationaler Ebene gegen Shark Finning einsetzen. (whr/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Angelika 09.06.2015 17:13
    Highlight Highlight Da waren sie wirklich etwas voreilig. Ich versteh den Teil mit den "präventiven Gesetzen" schon, aber manchmal kann man auch mal etwas verbieten, bevor es Wirklichkeit wird. Aus Prinzip. Das mit dem "das hilft auch nichts gegen Schmuggler" ist ein doofes Argument. Ausserdem: Sobald Haifischflossen tatsächlich importiert werden, sind da auch wirtschaftliche Interessen und deshalb die Hürden höher, es wieder zu verbieten. Das wäre also wirklich mal ein guter Schritt gewesen.
    3 0 Melden
  • Baba 09.06.2015 16:00
    Highlight Highlight "Die Praxis des Finnings müsse verboten werden, nicht der Import der Flossen, sagte Innenminister Alain Berset."
    Erster Teil der Aussage, Daumen hoch - zweiter Teil, Daumen gaaaanz weit runter, Herr Bundesrat!!! Klar muss Finning verboten werden, da es aber trotzdem gemacht wird, halt auch den Import der Haiflossen! Genau wie beim Elfenbein... Wildererei für Elfenbein verboten UND Import desselben ebenso.
    Unser Ständerat hat mich heute enorm enttäuscht!
    7 0 Melden
  • Roger Gruber 09.06.2015 15:44
    Highlight Highlight Wenn es auch nicht viel gebracht hätte, hätte es definitiv nicht geschadet! Und man hätte ein Zeichen setzen können gegen diesen Auswuchs an skrupellosester Dekadenz. Soweit ich weiss, ist ja auch die z.B. Einfuhr von Elfenbein verboten? Es werden übrigens jährlich 200 Millionen (!!!) Haie auf diese Weise verstümmelt. Und wir glauben, wir seien es, die sich vor Haien fürchten sollten..
    10 0 Melden

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