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Der Beluga-Wal, der ein Geschirr trägt. Fischer befreiten den Wal von einem Geschirr, das aufgrund des Schriftzuges «Equipment St. Petersburg» für Spekulationen über die Herkunft des Wals sorgte. Bild: EPA/NORWEGIAN DIRECTORATE FISHERIES

Ist dieser Wal ein russischer Spion?

Fischer in Norwegen schlagen Alarm. Ein Wal behindert ihre Boote bei der Arbeit. Sie setzen das Tier fest und entdecken ein auffälliges Geschirr. Marineexperten gehen davon aus, dass der Wal ein russischer Spion ist.

Publiziert: 30.04.19, 10:31
Patrick Diekmann / t-online

Ein Artikel von

Russland und das Nato-Mitglied Norwegen streiten seit Jahrzehnten über Grenzziehungen und Ressourcen in der Barentssee. Nun wird dieser Konflikt erneut angeheizt, denn Norwegen wirft der russischen Marine vor, Wale zu Spezialeinheiten auszubilden und sie als Waffe einzusetzen. Darüber berichtet die englische Tageszeitung «The Guardian».

Letzte Woche hatten norwegische Fischer vor der Küste von Finnmark, im Norden des Landes, einen Weisswal (Beluga) gesichtet, der Boote bedrängte und ein seltsames Geschirr trug. «Der Wal kam zu uns herüber und wir sahen, dass er eine Art Gürtel trug», sagte der Fischer Joar Hesten dem norwegischen Sender NRK. Der Wal war laut Angaben der Fischer zahm und schien an Menschen gewöhnt.

Russische Marine verantwortlich?

Deshalb wurden schnell norwegische Meeresforscher und Marineexperten auf die Sichtung aufmerksam. Sie gaben an, dass das Tier aktiv Schiffe ausfindig machen würde. Der Beluga begann sogar, Gegenstände und Taue von den Schiffen zu ziehen. Dieses Verhalten beschreiben Meeresforscher als ungewöhnlich. Marineexperten sind der Überzeugung, das Geschirr könne für eine Kamera oder für Waffen gedacht sein.

Eine Unterwasseraufnahme des Wals: Dieser Beluga-Wal könnte als Geheimwaffe von Russland eingesetzt werden. An dem Geschirr sind vermutlich Waffen oder eine Kamera angebracht worden. AP/Norwegian Direcorate of Fisheries Sea Surveillance Unit / Joergen Ree Wiig
Der Wal am Fischerboot: Der «Guardian» schreibt, dass die Norweger auf das Tier aufmerksam wurden, weil es angefangen hat das Boot zu umkreisen. AP/Norwegian Direcorate of Fisheries Sea Surveillance Unit / Joergen Ree Wiig
Joergen Ree Wiig: In seinen Händen trägt der Fischer das Geschirr, das von dem Beluga-Wal entfernt wurde. Daraus lässt sich schliessen, dass Russland das Tier damit ausgestattet hat. AP/Norwegian Direcorate of Fisheries Sea Surveillance Unit / Joergen Ree Wiig
Die Botschaft: Fischer befreien den Wal von einem Geschirr, das aufgrund des Schriftzuges «Equipment St. Petersburg» für Spekulationen über die Herkunft des Wals sorgt. AP/Norwegian Direcorate of Fisheries Sea Surveillance Unit / Joergen Ree Wiig
Norwegen: Der Fischer Joergen Ree Wiig nähert sich dem Beluga-Wal und untersucht, was an seinem Körper befestigt ist. AP/Norwegian Direcorate of Fisheries Sea Surveillance Unit / Joergen Ree Wiig
Der Beluga-Wal: Das von der Norwegischen Fischereiaufsichtsstelle zur Verfügung gestellte Foto zeigt den Wal, der ein Geschirr mit einem aussagekräftigen Schriftzug trägt. EPA/NORWEGIAN DIRECTORATE FISHERIES / JORGEN REE WIIG / NORWEGIAN DIRECTORATE OF FISHERIES / HANDOUT

Das Geschirr wurde von dem Wal entfernt und laut dem Medienbericht wurde durch eine Aufschrift deutlich, dass es aus St. Petersburg kam. An der Innenseite der Riemen befand sich der Aufdruck: «Equipment of St. Petersburg» (Ausrüstung St. Petersburgs). Ausserdem war dort eine Kamera befestigt.

«Wir wissen, dass Russland vor kurzem Wale aus der Gefangenschaft freigelassen hat. Dann suchen die Tiere oft Boote», erklärt Audun Rikardsen, Professor an der Abteilung für Arktis und Meeresbiologie an der Arctic University of Norway (UiT), dem «Guardian». Er habe russische Forscher kontaktiert, die sagten, dass sie nichts mit dem Wal zu tun hätten.  «Höchstwahrscheinlich ist die russische Marine in Murmansk dafür verantwortlich.»

Russland wertet Vorwürfe als Provokation

Russische Experten betonten dagegen, dass der Wal wohl kaum vom russischen Militär genutzt worden sei. Es sei auch möglich, dass das Tier zu wissenschaftlichen Zwecken in der Ostsee eingesetzt worden war oder Schmugglern entkommen sei, sagte der Militärhistoriker Juri Knutow dem russischen Fernsehsender 360 Grad.

«Wäre es wirklich vom Militär eingesetzt worden, wüssten die westliche Presse und die Nato sicherlich schon davon», sagte der Experte. Die Spionage-Vorwürfe seien eher eine gezielte Provokation Richtung Moskau.

Der norwegische Fischer Joergen Ree Wiig beobachtet den Beluga-Wal. Bild: AP/Norwegian Direcorate of Fisheries Sea Surveillance Unit

Der Einsatz von Meeressäugern im russischen Militär ist jedoch nicht neu. Bereits die Sowjetunion bildete in den Achtzigern Delfine für die Aufklärung aus. In den Neunzigern wurde das Programm eingestellt, doch ein Bericht vom russischen Fernsehsender TV Zvezda aus dem Jahr 2017 dokumentiert, dass Robben, Beluga-Wale und Tümmler für militärische Zwecke im Polarmeer trainiert werden.

Der russische Präsident Wladimir Putin reaktivierte in den letzten drei Jahren drei ehemalige sowjetische Militärbasen an der arktischen Küste. Dabei spielen vor allem Streitigkeiten um die Ressourcen im Polarmeer eine Rolle.

Speziell sollten Beluga-Wale auch dafür eingesetzt werden, die Eingänge zu den Marinestützpunkten zu bewachen, berichtet der «Guardian». Die Tiere sind sehr territorial veranlagt und können Fremde töten, die in ihr Territorium eindringen.

Dagegen sollen Delfine und Robben unter anderem geschult worden sein, Werkzeuge für Taucher zu transportieren und Torpedos, Minen und andere Munition zu entdecken. Beluga-Wale gelten als sehr empfindlich gegen Kälte und können sich nicht an so viele Kommandos durch Menschen erinnern, wie beispielsweise Robben.

Kampfdelfine auf der Krim

Russland nutze zwar Delfine für Kriegszwecke, sagte der Militärvertreter Wiktor Baranez dem Moskauer Radiosender «Goworit Moskwa». Beluga-Wale im Dienste der russischen Marine halte er aber für Unsinn.

Die «Kampfdelfine» befinden in sich in einem Militärzentrum auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim. «Daraus machen wir aber auch kein Geheimnis», sagte der Experte. Sie seien trainiert, den Meeresboden zu untersuchen oder Minen an Kriegsschiffen aufzuspüren. Auch andere Länder nutzten Delfine auf diese Weise. «Das ist absolut nichts Ungewöhnliches.»

Dass der illegale Handel mit Walen wieder zunehmen könnte, sei nicht unwahrscheinlich, sagte der Historiker Knutow. In Russland sorgte in den vergangenen Wochen ein sogenanntes Wal-Gefängnis im Fernen Osten des Landes für weltweite Schlagzeilen.

Joergen Ree Wiig mit dem Geschirr des Wales. Bild: AP/Norwegian Direcorate of Fisheries Sea Surveillance Unit

Nahe Wladiwostok an der Pazifik-Küste waren rund 100 Belugas und Orcas in einem winzigen Tierbecken eingesperrt. Tierschützer befürchteten, dass sie an chinesische Aquarien verkauft werden könnten. Selbst Kremlchef Wladimir Putin schaltete sich ein. Die Wale sollen in naher Zukunft unter Beobachtung von internationalen Tierexperten in die Freiheit entlassen werden.

Vergiss Otten. Vergiss Löwen. Die absolut geilsten Tiere sind – Ziegen!

Oder hast du schon mal einen Otter gesehen, der so elegant in der Felswand steht? (Bild: imgur)
Bei diesen Tieren sieht es bequemer aus, als wenn du mit einem Sack Chips vor dem Fernseher hockst. (Bild: Shutterstock)
Ziegen stellen jeden Hobby-Kletterer in den Schatten. Zur Verteidigung der Kletterer sei gesagt: Die Kletterkunst steckt den Ziegen in den Genen. Für die Kletterfähigkeit sorgt vor allem die Anatomie der Hufe. Während die Sohlenfläche weich und anschmiegsam ist und sich daher leicht jeder Geländeunebenheit anpassen kann, ist der Hufrand, der etwas übersteht, deutlich härter - so dass sich die Ziege an kleinen Vorsprüngen regelrecht festhaken kann. Ausserdem lassen sich die beiden Hufklauen gegeneinander verschieben, damit auch an sehr steilen Stellen immer ausreichend Kontakt für einen festen Halt vorhanden ist. (Bild: imgur)
Falls du immer noch nicht glaubst, dass Ziegen wahre Klettergötter sind, schau dir mal dieses Bild ganz genau an. Und, etwas entdeckt? (Bild: imgur)
Hier noch aus anderer Perspektive... (Bild: imgur)
Genau, das sind Ziegen. An einer Steilwand. Die Aufnahme stammt aus dem italienischen Nationalpark Gran Paradiso. An diesem Damm kleben immer ein paar Tiere, um ihre Tagesdosis Elektrolyte und Mineralien aus den Steinen zu lutschen. (Bild: imgur)
Der ultimative Beweis: Diese Tiere gehen steiler als jeder Berner Partygänger. (Bild: imgur)
Und stürzen auch noch viel seltener ab als die Festbrüder. (Bild: imgur)
Und Ziegen können es übrigens auch nicht nur in der Steilwand ...(Bild: imgur)
Glaubst du nicht? (Bild: imgur)
Dann springen wir doch mal zum nächsten Level ... comments://525023436/182548
Halt, das ist nicht der next-Level-Shit ... (KEYSTONE/Arno Balzarini) KEYSTONE / ARNO BALZARINI
Das sind einfach drei Ziegen auf dem Dach. Normal. (KEYSTONE/Arno Balzarini) KEYSTONE / ARNO BALZARINI
Wir präsentieren: Ziegen auf Bäumen.
Und zwar nicht zuunterst auf dem dicken Ast. (Bild: Wikipedia)
Sondern durchaus auch hoch in den Baumkronen. (Bild: Wikipedia)
Das Schauspiel ist in Marokko zu einem wahren Touristenspektakel geworden. Denn dort steigen die Tiere regelmässig auf die Arganbäume. (Bild: Wikipedia)
Der Hunger treibt die Ziegen hoch hinauf in die Wipfel der Bäume. Dort können sich die gehörnten Pflanzenfresser ungeniert an den Blättern und vor allem an den kalorienreichen Früchten des Arganbaums bedienen.
Der letzte Beweis, dass Ziegen die Superstars unter den Freeclimbern sind.

Jöööö-Alarm beim Zoo Zürich

Video: SRF / SDA

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