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Bundesverwaltung verfehlt gestecktes Ziel bei Frauenanteil knapp

Publiziert: 09.03.20, 14:00

Immer noch mehr Männer als Frauen in der Verwaltung. Bild: KEYSTONE

Die Bundesverwaltung hat die Zielvorgaben für das Personalmanagement 2016-2019 grösstenteils erfüllt. Knapp verpasst wurde der Sollwert zum Frauenanteil.

Der Anteil der Frauen in der Bundesverwaltung lag 2019 bei 43.9 Prozent. Als Sollwert definiert sind 44 Prozent. Damit hat die Bundesverwaltung den Frauenanteil beim Personal knapp verfehlt, wie dem Reporting zum Personalmanagement der Bundesverwaltung zu entnehmen ist.

Der Bundesrat hat den Bericht am Freitag genehmigt und an die Geschäftsprüfungs- und Finanzkommissionen von National- und Ständerat weitergeleitet, wie das Eidgenössische Personalamt am Montag mitteilte.

In der Bundeskanzlei, im Innen- und im Aussendepartement, im Justizdepartement sowie im Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung hat der Anteil der weiblichen Angestellten den definierten Sollwert erreicht oder gar übertroffen.

Im Finanzdepartement (EFD) sowie im Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) hingegen liegen die Werte unter 44 Prozent. Beim EFD arbeiten 40.6 Prozent Frauen und beim Uvek ist der Frauenanteil mit 37.6 Prozent am tiefsten.

Verteidigung ausgeklammert

Nicht berücksichtigt ist wegen des Militärs der Bereich des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS). Für die Verteidigung gelten daher andere Werte. Der Frauenanteil liege auch beim VBS innerhalb des Zielbandes. Die Tendenz zeige jedoch nach oben, steht im Bericht.

Bei den Frauenanteilen in den Kaderlohnklassen konnten die Sollwerte ein zweites Mal in Folge erreicht werden. Insbesondere im Topkader sei mit einer Zunahme von 1.5 Prozentpunkten eine deutliche Steigerung erreicht worden, heisst es.

Der Sollwert für die Aufteilung der männlichen und weiblichen Angestellten in der Bundesverwaltung leitet sich von den Verhältnissen in der Schweizer Erwerbsbevölkerung ab.

Ziele zu Landessprachen nicht erfüllt

Nur teilweise erfüllt sind zudem die Ziele zu den Landessprachen. Für die Berechnung der Sprachanteile werden die Mitarbeitenden aller Nationalitäten berücksichtigt, die zu einer der vier Sprachgemeinschaften der Schweiz gehören.

Die Anteile der italienisch-, französisch- und rätoromanischsprachigen Angestellten liegen im Bereich der gewünschten Zahlen. Allerdings lag der Anteil an Deutschsprachigen bei 70.9 Prozent. Die gewünschte Bandbreite liegt jedoch gemäss Bericht bei 68.5 bis 70.5 Prozent. Im Reporting ist festgehalten, dass im Gegensatz zu den lateinischen Sprachen beim Deutschen ein Überschreiten des Werts nicht erwünscht ist.

Der Bundesrat hat Sollwerte und Indikatoren in der Personalstrategie der Bundesverwaltung festgelegt, um zu verfolgen, welche Wirkungen die Massnahmen der Personalstrategie haben. Weil die Ziele abgesehen von den zwei genannten erreicht worden sind, beträgt die Zielerreichung gemäss Reporting rund 89 Prozent. (aeg/sda)

Internationale Karrierefrauen: «Ohne Nanny geht es nicht»

Alison Rowe (44) begann ihre Karriere bei der Royal Navy, wo sie schon mit 23 Jahren ein Kriegsschiff mit einer Crew von 30 Frauen steuerte. Heute arbeitet sie als Leiterin für Nachhaltigkeit beim Technologiekonzern Fujitsu, ist Multi-Aufsichtsrätin, mehrfach ausgezeichnete Führungskraft und Mutter eines Sohnes. Welche Entscheidung hat ihre Karriere am meisten beeinflusst? «Sehr entscheidend war eine Erkenntnis, die ich mir erst erlauben musste, die mich dann aber sehr befreit hat: Karriere und Erfolg nicht über Hierarchie zu definieren und wie schnell man darin aufsteigt. Sondern ...(Bild: PR)
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... habe ich an Abendschulen und nebenberuflich gemacht – wohl über zehn Jahre hinweg. Das war hart. Icxh wäre heute entspannter. Und auch freier, was mein Urteil über mich selbst angeht.» Sind Frauen in Führungspositionen ein Thema in Australien? «In Asutralien gibt es viele Frauen auf der obersten Ebene, doch meistends im gemeinnützigen Bereich. Wir brauchen sie aber auch in den harten Industrien. Das zu ändern, ist unsere grosse Herausforderung.» (Bild: PR)
Jane Jie Sun (45) hält sich jeden Tag zwei Stunden für die Familie frei, von 19 bis 21 Uhr. Davor und danach arbeitet sie als Vizepräsidentin und Chief Operating Officer des chinesischen Internet-Reisebüros Ctrip in Shanghai. Sun ist Mutter von zwei jungen Töchtern. Welche Entscheidung hat ihre Karriere am meisten beeinflusst? «Die eigene Konfortzone zu verlassen, ist immer eine gute Entscheiuddung. Bei mir war das zwei Mal der Fall: Als ich für mein Studium in die USA gegangen bin, war China noch sehr rückwärtsgewandt. Meine Eltern verdienten 20 Dollar im Monat. Es war klar, dass ich in Amerika völlig auf micvh allein gestellt sein würde. Die Studiengebühren waren hoch. Ich war ...
... von 6 Uhr morgens bis 11 Uhr an der Uni, habe bis 20 Uhr auf dem Campus gearbeitet, freitags und samstags sogar bis 23 Uhr. Aber zurückschauend hat mich das stark gemacht: Egal, woie viel ich hinterher gearbeitet habe – es fühlte sich an wie ein Spaziergang.» Was würden sie rückblickend anders machen? «Eigentlich nichts. Ich habe meine grossen Entschediungen immer sehr gut überlegt und versucht, weit in die Zukunft zu sehen. Zum Beispiel als die Rückkehr nach China anstand. Ich habe damals die Wachstumsraten der Bruttoinlandsprodukte verglichen: Die USA hatten zwei bis drei Prozent, China sieben bis zehn. Dann schaute ich mirt die verschiedenen ...
... Branchen an: Mit Alkohol, Glücksspiel oder Tabakverdient man sehr gut, aber das macht Menschen kaputt. In der Reisebranche macht man Menschen glücklich und erweitert ihrern Horizont. Schliessslich fragte ich mich: Mit welchen Leuten willst du zusammenarbeiten? Und bei Ctrip sind es vor allem junge, ehrgeizige Menschen. So war es nichtz schwer, die richtige Entscheidung zu fällen.» Ist die berufliche Gleichstellung von Frauen und Männern in China ein Thema? «In China ist die Zusammenarbeit ... AP/AP / Vincent Yu
... innerhalb der Familie sehr stark. Meine Eltern wohnen im Haus nebenan und helfen viel. So können wir uns besser auf unseren Beruf konzentreieren. In der Generation meiner Grossmutter haben Frauennicht gearbeitet. Der Kommunismus hat der Gleichstellung gutgetan. Mao Zedong sagte: Frauen können die Hälfte des Himmels tragen – das hat vielen Frauen Selbstbeweusstsein gegeben. Ich achte bei meinen Mitarbeitern sehr genau darauf, was sie sagen. Frauen sind oft stiller, arbeiten felissig und hoffen, dass man es merkt. Die männlichen Kollegen verkaufen sich viel besser. Das ist mir bewusst und ich versuchen, Frauen gezielt zu motivieren und zu fördern.»

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