Aktuelle Themen:

 Ex-Premier Manuel Valls (rechts) schliesst sich der Bewegung von Emmanuel Macron an.  Bild: AP/Reuters

«Sozialistische Partei ist tot»: Ex-Premier Valls läuft zu Macron über

Publiziert: 09.05.17, 15:26 Aktualisiert: 09.05.17, 16:43

Es ist ein Coup für Emmanuel Macron: Der künftige französische Präsident erhält vor den Parlamentswahlen im Juni prominente Unterstützung aus dem Lager der Sozialisten. Ex-Ministerpräsident Manuel Valls kündigte am Dienstag an, er wolle sich Macrons Bewegung anschliessen und für sie kandidieren.

Ankündigung zu heiklem Zeitpunkt

Ein Sprecher Macrons zeigte sich von dem Vorstoss überrascht und betonte, binnen 24 Stunden würden die Wahllisten geschlossen. Die Ankündigung Valls kommt zu einer für die Sozialistische Partei (PS) heiklen Zeitpunkt, da ihr nach dem Debakel ihres Kandidaten Benoît Hamon im Rennen um die Präsidentschaft bei der Parlamentswahl eine weitere Schlappe droht.

«Die Sozialistische Partei ist tot. Das liegt hinter uns.»

Manuel Valls Ex-premier

Valls rief in einem RTL-Interview alle Gleichgesinnten im sozialistischen Lager auf, seinem Beispiel zu folgen und Macron zu unterstützen. Ihm droht damit der Ausschluss aus der PS, die für Dienstag ein Führungstreffen vor der Wahl anberaumt hat. Valls machte deutlich, dass er mit dem Kapitel PS praktisch abgeschlossen hat:

May 9, 2017<">

Valls hatte sich schon vor der Präsidentenwahl hinter den Linksliberalen Macron und damit gegen den Bewerber seiner eigenen Partei gestellt. Macron wiederum gehörte als Wirtschaftsminister jener Regierung unter dem scheidenden Präsidenten François Hollande an, die Valls als Ministerpräsident anführte. Macron will bei den Parlamentswahlen am 11. und 18. Juni eine eigene Mehrheit erringen, die ihm die Durchsetzung seiner Pläne erheblich erleichtern würde.

Mehr Europa und weniger Beamte – das hat Macron mit Frankreich vor

Emmanuel Macron verortet sich selber politisch weder rechts noch links. Doch was sieht sein Programm eigentlich vor? AP/AP / Emilio Morenatti
Wirtschafts- und Finanzpolitik: Unter anderem will der Ex-Wirtschaftsminister das Land wettbewerbsfähiger machen und das Arbeitsrecht lockern. 120'000 Stellen im öffentlichen Dienst sollen nach seinem Willen abgebaut und in fünf Jahren 60 Milliarden Euro eingespart werden. EPA/AP POOL / CHRISTOPHE ENA / POOL
Europa: Macron strebt an, die Eurozone in einer engen Partnerschaft mit Deutschland zu reformieren. Die Eurozone mit 19 Ländern soll einen eigenen Haushalt, ein Parlament und einen Finanzminister bekommen. AP/AP / Emilio Morenatti
Einwanderung: Macron will lokale Integrationsprogramme schaffen. Am aktuellen Flüchtlingskurs will er festhalten. Asylanträge sollen in höchstens sechs Monaten bearbeitet werden. AP/AP / Christophe Ena
Sicherheit: Macron will 10'000 neue Polizisten einstellen und 15'000 Gefängnisplätze schaffen. Er plant, die Arbeit der Geheimdienste im Kampf gegen die Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS») zu bündeln. EPA/EPA / ETIENNE LAURENT
Verteidigung: Der Mitte-Links-Politiker steht zur Nato. Er will die Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent der Wirtschaftskraft steigern. EPA/EPA / YOAN VALAT
Atomkraft: Macron steht zum Ziel, den Atomanteil am Strommix bis 2025 von 75 auf 50 Prozent zu senken, und zur Schliessung von Fessenheim. EPA / PATRICK SEEGER

Wie schlägt sich«la République en marche»?

Obwohl seine Bewegung «En Marche» erst vor einem Jahr gegründet wurde, könnte ihm dies Umfragen zufolge gelingen. Generalsekretär Richard Ferrand erklärte am Montag, die Gruppe werde in «La République en marche» (Republik in Bewegung) umbenannt und solle stärker nach der Struktur einer traditionellen Partei ausgerichtet werden.

Am Donnerstag will Ferrand die 577 Kandidaten vorstellen, die bei der Parlamentswahl für die neue Partei kandidieren werden. (sda/reu)

Macron ist Präsident

Präsident Macron ist nicht zu beneiden – doch seine «Geheimwaffe» heisst Le Pen

Brigitte Macron – so tickt die neue «Première Dame»

Irgendetwas stimmt nicht in Paris – ein Stimmungsbericht aus der bedrückten Hauptstadt

Le Pen schwingt nach Niederlage das Tanzbein ++ Macron feiert vor dem Louvre

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben