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Leckt mich doch mit eurem One-Night-Stand-Sex!

Hoi, Prost, Uber zu dir oder zu mir? Emmas Freunde erzählen ihr ständig von Traumsex mit anonymen Party-Prinzen und Prinzessinnen. Nur Emma selber mutiert zum Brett im Bett, wenn ihr das Gegenüber fremd ist.

Publiziert: 16.02.18, 13:49 Aktualisiert: 16.02.18, 14:41

Vielleicht ist es mega simpel. Ich werde einfach gerne mental gekitzelt, bevor ich physisch berührt werde. In überfüllten Clubs habe ich noch nie ein Gespräch geführt, das mich nur annähernd irgendwo in der Kopf-Herz-Gegend gekickt hat.

Scheissegal und völlig überbewertet, finden meine Freunde, die in One-Night-Stands die sexuelle Erfüllung finden. Ich handkehrum, halte ONS vor allem für Russisch Roulette. 

Und von Russisch Roulette sollte man die Finger lassen.

Ich hatte bis heute drei One Night Stands. Das ist wenig, ich weiss. Ich will dennoch keinen vierten mehr. Nach drei Mal unverbindlichem Sex weiss ich: Null Vertrautheit lähmt mich, macht mich gar zum Brett im Bett. Das wünsche ich keinem. Und weil wir Menschen uns selbst am nächsten sind, mir am allerwenigsten.

Kennenlernen, Wohnungsrundgang, Drink und Adieu in 80 Minuten

Was ich mir auch nicht wünsche, sind Begegnungen mit den Männern, mit denen ich diesen vermeintlichen easy geilen, in Zürich sehr verbreiteten und modernen Sex, hatte. Genau das ist mir aber gestern passiert. Im Supermarkt zwischen Haferflöckli und Dörrpflaumen können wir einander nicht mehr ausweichen.

Was ich in diesem Moment am liebsten gemacht hätte:

via giphy

Wir, das sind Paul. Oder Peter. Vielleicht heisst er auch Pius. Und ich. Viel mehr weiss ich nicht. Nur dass in seinem Wohnzimmer eine Glasvitrine steht, ein Boxsack im Schlafzimmer hängt, er im EG wohnt und Alkohol im Kühlschrank hat.

Paul-Peter-Pius und mich verbindet aber ein Rekord: Vom Kennenlernen im Club bis zum Adieu an seiner Haustüre sind letzten Sommer gerade mal 80 Minuten vergangen. 50 davon haben wir im Club verbracht. 10 für den Weg, 5 für den Wohnungsrundgang. Bleiben 15 für den Sex.

Wissen seine Freunde von meiner Sex-Performance?

Schon als wir uns küssten, harmonierten Paul-Peter-Pius und ich nicht. Bevor ich mir überlegen konnte, wie ich aus dieser Nummer rauskomme, war der Akt schon vorbei und ich angezogen vor seiner Haustüre.

Hier zwischen den Regalen ist er schon wieder schneller als ich. Paul-Peter-Pius fasst verdammt rassig ins Gestell und haut ab. Er ist so schnell, dass ich nicht mal sehe, wonach er gegriffen hat. Es bleibt also dabei. Ich weiss Paul-Peter-Pius’ Namen nicht, weiss nicht, was er beruflich macht und was seine Hobbies sind. Neu weiss ich auch nicht, ob er lieber Haferflocken oder Schoggimüesli isst.

Auf dem Heimweg schreibe ich meinen zwei besten Freundinnen von meiner Begegnung. Als mich die blanke Panik einholt. Hat er auch einen Gruppenchat unter Männern? Steht da jetzt sowas wie:

«Bros, hab grad die Tussi, die tot spielt im Bett per Zufall gesehen. Ich bin schon lange nicht mehr so gerannt. PS: Tageslicht und nüchtern sein hat das Ganze nicht besser gemacht!»

...?

Ich versuch ganz ruhig zu atmen. Über den Dingen zu stehen. Mir selber gut zuzureden. Es ist zum Beispiel wie Kochen und Backen. Backen kann ich, kochen nicht. Velofahren kann ich, Autofahren eher schwierig. Schlittschuhe laufen kann ich, snöben nicht. Sex kann ich. One Night Stands nicht.

Und ihr alle, die ständig bei Sexgöttern und Porno-Prinzessinnen in der Kiste landet, seid entweder alles Lügner oder alles Reinkarnationen von Mutter Theresa. So oder so: Leckt mich doch!

Adieu,

Und du so? One-Night-Stands? Ein Thema?

Passend dazu: Der Sex im Kopf

Neun Fantasien stuften die Forscher als unüblich ein; darunter Spielchen mit Natursekt und Sex mit einer Prostituierten oder einer wehrlosen Person. Weniger als 16 Prozent der Männer und Frauen gaben an, davon zu fantasieren. AP / JOCKEL FINCK
KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Sex mit einem Kind oder einem Tier: Das sind die einzigen beiden Fantasien, die weniger als 2,4 Prozent der Befragten ansprachen – man kann sie also auch nach der aktuellen Untersuchung als unnormal bezeichnen. AP, STAR-HERALD / RICK MYERS
Ganze 30 der 55 Sexfantasien hatten mehr als die Hälfte der Befragten schon mal. Dazu gehörte etwa Sex in der Öffentlichkeit oder vom Partner dominiert zu werden.
Fünf Fantasien hatten sogar mehr als 84 von 100 Befragten schon mal, etwa Sex mit zwei Frauen (knapp 85 Prozent der Männer). Umgekehrt dachten im Schnitt nur etwa 31 von 100 Frauen über Sex mit zwei Männern nach. (Bild: Szene aus «Liars All»)
Bei den Frauen war dagegen Sex in einer besonders romantischen Atmosphäre eine der beliebten Fantasien (knapp 85 Prozent der Frauen). Aber auch immerhin 78 Prozent der Männer hatten diese Fantasie. (Bild: Szene aus «Pretty Woman»)
Ein grosser Anteil der Frauen (knapp 65 Prozent) hat laut der Untersuchung zudem Unterwerfungsfantasien. Unter den Männern stellen sich 53 Prozent vor, sexuell dominiert zu werden. (Bild: Szene aus «Gone with the Wind»)
Die Fantasie, geschlagen zu werden, hatten nach eigenen Angaben ebenfalls mehr Frauen – 36 Prozent im Vergleich zu knapp 29 Prozent der Männer. PA / Universal Pictures
Gleichzeitig unterscheiden Frauen aber offenbar deutlich zwischen ihren Fantasien und dem, was sie wirklich erleben wollen. So gaben viele Frauen mit Unterwerfungsfantasien an, dass diese Ideen nie Realität werden sollen. (Bild: Szene aus «Hollywood Inn»)
Die Mehrheit der Männer dagegen möchte ihre Fantasien laut Studie ausleben. (Bild: Szene aus «Dracula»)
Die Vorstellung, einen anderen Menschen zu dominieren, gefiel im Schnitt nur 47 von 100 Frauen, aber 60 von 100 Männern. (Bild: Szene aus «Swing Time»)
Über Seitensprünge fantasierten gut 83 Prozent der Männer in Beziehungen. (Bild: Szene aus «An Affair to Remember»)
Bei den Frauen waren es immerhin 66 Prozent. (Bild: Szene aus «Dangerous Liaisons»)
Gleichzeitig wünschen sich sowohl Frauen (92 Prozent) als auch Männer (88 Prozent) häufig romantische Gefühle beim Sex. (Bild: Szene aus «Titanic»)

Wenn man nach dem Sex nicht mehr voneinander loskommt:

Video: watson

Emma Amour ist ...

... Stadtmensch, Single, Anfang 30 – und watsons neue Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deinen Fragen annimmt. Und keine Sorge, so wie auch Emma, wirst auch du mit deiner Frage anonym bleiben. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.

Das bin nicht ich, aber so würde ich als Shutterstock-Illustration aussehen. Öppe. bild: shutterstock/unsplash/watson

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Dann schick sie per Mail an Emma: emma.amour@watson.ch

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