Noch ist nicht klar, welche Auswirkungen die Coronavirus-Krise auf den Spengler Cup hat.
Bild: SPENGLER CUP
Gibt es den Spengler Cup 2020? Entscheid fällt im September
Kann der Spengler Cup 2020 stattfinden? Ist es denkbar, dass das Turnier ohne Publikum über die Bühne geht? HCD-Präsident Gaudenz Domenig sagt, ein Entscheid werde im September fallen. Definitiv ist hingegen die Verpflichtung des finnischen Stürmers Teemu Turunen.
Noch weiss niemand, ob die Eishockey-Meisterschaft wie geplant am 18. September mit Publikum in den Stadien beginnen kann. Diese Unsicherheit betrifft auch den Spengler Cup. HCD-Präsident Gaudenz Domenig sagt, aufgrund der verschiedenen vertraglichen Verpflichtungen sei es erforderlich, im September zu entscheiden, ob das Turnier durchgeführt werde. Seit 1923 ist der Spengler Cup nur 1939, 1940, 1949 und 1956 ausgefallen.
Gouverner c’est prévoir («kluges Regieren/Managen heisst vorausschauen»): Die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr zur Normalität ist berechtigt. Trotzdem beschäftigt sich das umsichtige Management in Davos mit der Frage: Was wäre, wenn …
Ist es denkbar, dass der Spengler Cup in einem leeren Stadion über die Bühne geht? Dazu sagt Gaudenz Domenig: «Wir haben diese Variante durchgerechnet. Aber es ist offen, ob wir im Falle eines Falles den Spengler Cup auch ohne Zuschauer durchführen würden.» Ohne Publikum – es werden mehr als 70'000 Tickets verkauft – gäbe es rote Zahlen. «Aber wahrscheinlich wäre ein Spengler Cup ohne Zuschauer immer noch besser als gar kein Spengler Cup.»
Für Gaudenz Domenig ist der Spenger Cup auch ohne Publikum nicht unmöglich.
Bild: KEYSTONE
TV-Übertragungen in über 40 Ländern
Der HCD vermarktet die TV-Rechte in Eigenregie. Sollten Spiele mit Publikum im Dezember nicht möglich sein, so wäre das Interesse an TV-Übertragungen wohl umso grösser. Die TV-Bilder aus Davos gehen in grossen Eishockeymärkten wie Russland (Match TV), Slowakei (Digi Sport), Deutschland (Sport 1+), Finnland (MTV) oder Kanada (TSN) über den Bildschirm. In Kanada sind die Einschaltquoten mit jenen von durchschnittlichen NHL-Partien vergleichbar.
Insgesamt wird der Spengler Cup von 17 Stationen in über 40 Ländern übertragen. In der Schweiz werden in der Regel alle Spiele live auf den verschiedenen Kanälen des staatstragenden Fernsehens SRF in allen drei Sprachregionen gezeigt. Wir sehen also: Das TV-Geschäft würde es dem HCD nicht einfach machen, das Turnier abzusagen.
Die wirtschaftlichen Folgen einer Absage hat der HCD – anders als die Organisatoren der Eishockey-WM 2020 in Zürich und Lausanne – nicht versichert. Gaudenz Domenig sagt: «Wir sind versichert, wenn Spiele oder das Turnier aus meteorologischen Gründen ausfallen. Für den Fall einer Pandemie haben wir keinen Versicherungsschutz». Der Spengler Cup ist eine wichtige Einnahmequelle für den HCD. Offizielle Zahlen gibt es keine. Kenner schätzen, dass der HCD mit dem Turnier gut und gerne zwei Millionen verdient.
Der Spengler Cup lockt jedes Jahr viele Zuschauer nach Davos.
Bild: SPENGLER CUP
Die Frage ist auch, ob alle Teams auf den 26. Dezember anreisen können. Der HCD-Präsident sagt, in diesem Falle würde man sich um ein Ersatzteam bemühen. Da der Spielbetrieb der National League über die Festtage ruht, wäre wahrscheinlich sogar ein drittes Schweizer Team neben dem HC Davos und Ambri denkbar.
Der 1000er-Klub des Schweizer Eishockeys
Bislang 15 Eishockeyspieler (Stand: 18.9.2021) schafften es auf 1000 oder mehr Spiele in der höchsten Schweizer Spielklasse. Das sind sie:
Rang 15: Beat Forster (2000 bis heute) – 1000 NLA-Spiele für den HC Davos, die ZSC Lions und den EHC Biel. keystone / PETER KLAUNZER
Rang 14: Reto von Arx (1995 bis 2015) – 1004 NLA-Spiele für den HC Davos.
Rang 13: Marc Reichert (1996 bis 2017) – 1022 NLA-Spiele für Bern, Biel, Kloten und Ambri. KEYSTONE / ANTHONY ANEX
Rang 12: Martin Steinegger (1990 bis 2012) – 1025 NLA-Spiele für Biel und Bern. KEYSTONE PHOTOPRESS / YOSHIKO KUSANO
Rang 11: Fabian Sutter (1999 bis 2018) – 1026 NLA-Spiele für Bern, Davos, die SCL Tigers, Zug und Biel. KEYSTONE / ANTHONY ANEX
Rang 10: Gil Montandon (1984 bis 2009) – 1032 NLA-Spiele für Fribourg und Bern. KEYSTONE / LUKAS LEHMANN
Rang 9: Sven Lindemann (1997 bis 2019) – 1034 NLA-Spiele für Kloten, Zug, die SCL Tigers und Rapperswil-Jona. KEYSTONE / MARCEL BIERI
Rang 8: Sebastien Reuille (1998 bis 2019) – 1037 NLA-Spiele für Lugano, Kloten und Rapperswil. TI-PRESS / GABRIELE PUTZU
Rang 7: Michael Ngoy (2001 bis 2021) – 1042 Spiele für Lausanne, Fribourg und Ambri. TI-PRESS / SAMUEL GOLAY
Rang 6: Ivo Rüthemann (1994 bis 2014) – 1072 NLA-Spiele für Davos und Bern. KEYSTONE / PETER KLAUNZER
Rang 5: Ryan Gardner (1997 bis 2017) – 1076 NLA-Spiele für Ambri, Lugano, ZSC Lions, Bern und Fribourg. KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
Rang 4: Ronnie Rüeger (1990 bis 2013) – 1085 NLA-Spiele für Kloten, Davos, Ambrì, Herisau, Lausanne, Zug und Lugano (inkl. Partien als Ersatzgoalie). KEYSTONE / PATRICK B. KRAEMER
Rang 3: Andres Ambühl (seit 2000) – 1087 NLA-Spiele für den HC Davos und die ZSC Lions.
Rang 2: Mathias Seger (1996 bis 2018) – 1167 NLA-Spiele für den SC Rapperswil-Jona und die ZSC Lions. KEYSTONE / URS FLUEELER
Rang 1: Beat Gerber (seit 1999) – 1169 NLA-Spiele für die SCL Tigers und den SC Bern. keystone / PETER KLAUNZER
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