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Richard B. Spencer (40) ist das Aushängeschild der rechtsradikalen Altright- Bewegung. Bild: AP/AP

«Hail Trump»-Neonazi will in die Schweiz kommen – auf Einladung der Pnos

Richard Spencer, der Anführer der radikalen Altright-Bewegung, will auf Einladung der Pnos in Bern sprechen.

Publiziert: 11.10.18, 00:02 Aktualisiert: 11.10.18, 09:29
Pascal Ritter / CH Media

Er ist das lächelnde Gesicht der rechtsradikalen Bewegung in den USA: Richard Spencer (40). Berühmt wurde er durch ein Video, das sich zwei Wochen nach dem Wahlsieg von Donald Trump in Windeseile verbreitete. Im adretten Dreiteiler und mit perfekt gezogenem Seitenscheitel stand er vor einer begeisterten Menge und schrie: «Hail Trump, hail our people, hail Victory!».

Übersetzen kann man das so: «Es lebe Trump, es lebe unser Volk, es lebe der Sieg». Doch seine Anhänger aus der rechtsnationalen Altright-Bewegung hatten schon verstanden. Einzelne reckten den Arm zum Hitlergruss.

Am 1. Dezember nun wird der Anführer der rechtsextremen Bewegung in der Region Bern sprechen. Dies verkündete die rechtsextreme Splittergruppe Partei National Orientierter Schweizer (Pnos) auf ihrer Facebook-Seite. Zusammen mit rechten Rednern aus der Schweiz, Deutschland, Österreich und Ungarn soll Spencer am Parteitag sprechen. Auf Anfrage der Redaktion CH Media bestätigte Spencer die Einladung. «Ja, ich werde in die Schweiz kommen. Ich freue mich auf den Auftritt», sagte er. «Der Föderalismus und die direkte Demokratie der Schweiz faszinieren mich.» «Hail Trump»-Rufe wird es diesmal nicht geben. Spencer verriet am Telefon, dass er Trump in seiner Rede kritisieren wolle. Dem Mann, der sich selbst als «weissen Nationalisten» bezeichnet, ist Trumps Einwanderungspolitik zu lasch.

Zu den Gästen gehört unter anderem auch Eric Weber. 

Die Kameraden der Pnos erhoffen sich von Spencer «interessante Einsichten und Inputs». Parteipräsident Dominic Lüthard sagte auf Anfrage: «Er ist das Aushängeschild der Altright-Bewegung, die wir mit Interesse verfolgen.»

Rassisten-Aufmarsch in US-Unistadt:

Bei einer Kundgebung von Rechtsextremisten in der Stadt Charlottesville im US-Bundesstaat Virginia hat es gewaltsame Zusammenstösse mit Gegendemonstranten gegeben. AP/AP / Steve Helber
Ein Auto wurde von einem Rassisten in eine Gruppe von Gegendemonstranten gefahren. Dabei starb eine Frau und es gab an die 20 Verletzte. AP/AP / Steve Helber
Schon Stunden bevor die Veranstaltung überhaupt begann, lieferten sich Teilnehmer beider Seiten heftige Schlägereien. Mehrere Menschen wurden verletzt. AP/AP / Steve Helber
Der Gouverneur von Virginia, Terry McCauliffe, und städtische Behörden riefen für Charlottesville den Ausnahmezustand aus. AP/AP / Steve Helber
Ein solcher Schritt erleichtert es, zusätzliche Sicherheitskräfte heranzuziehen. AP/AP / Steve Helber
Erwartet wurden bis zu 6000 Teilnehmer aus Kreisen der Ultrarechten. AP/AP / Steve Helber
US-Präsident Donald Trump verurteilte die Gewalt via Twitter und rief die Menschen dazu auf, zusammenzustehen. AP/AP / Steve Helber
Die rechten Gruppen demonstrieren dagegen, dass die Stadt ein Denkmal des Generals Robert E. Lee aus einem zentralen Park der Stadt entfernt. AP/AP / Steve Helber
Lee war der Befehlshaber der Truppen der Südstaaten, die im amerikanischen Bürgerkrieg für den Fortbestand der Sklaverei kämpften. Der Park trägt bereits nicht mehr den Namen von Lee. AP/AP / Steve Helber
Wie CNN berichtete, nahm die Polizei zahlreiche Rechte fest. Es handle sich um eine illegale Versammlung. AP/AP / Steve Helber
Charlottesville mit der Universität von Virginia hat etwa 50'000 Einwohner und liegt etwa 100 Kilometer von Washington entfernt. AP/AP / Steve Helber
Den Fackelzug vom Freitagabend nannte der demokratische Bürgermeister Mike Signer in einem Facebook-Beitrag eine «feige Parade von Hass, Fanatismus, Rassismus und Intoleranz». AP/AP / Steve Helber
Menschenrechtsgruppen stellen unter der Präsidentschaft Trumps ein Erstarken solcher ultrarechter Gruppierungen fest, die sich über ihr Weisssein definieren und zum Teil offen für eine räumliche Trennung verschiedener Ethnien eintreten. AP/AP / Steve Helber
Bereits am Freitag waren mehrere Rechte in einem Fackelzug durch die Stadt marschiert. AP/AP / Steve Helber
Dabei riefen sie laut Medienberichten neonazistische Parolen wie «blood and soil», ein Verweis auf die «Blut-und-Boden»-Ideologie aus der Zeit des Nationalsozialismus. AP/AP / Steve Helber
Die Rechten kämpfen aus ihrer Sicht gegen eine Entsorgung «weisser Geschichte». AP/AP / Steve Helber
AP/AP / Steve Helber

Darf Spencer überhaupt einreisen?

Offen ist, ob Spencer überhaupt einreisen kann. Als er im Oktober 2014 in Ungarn eine Konferenz abhalten wollte, wurde er verhaftet und ausgewiesen. Dabei soll ein Einreiseverbot in den Schengenraum für drei Jahre ergangen sein. Einen geplanten Auftritt in Polen im Jahr 2017 sagte Spencer aus Angst vor einem erneuten Einreiseverbot ab. Laut Spencer erging damals aber kein Einreiseverbot in den Schengenraum, zu dem auch die Schweiz gehört.

Beim für Einreiseverbote zuständigen Bundesamt für Polizei gibt man sich bedeckt. Grundsätzlich könnten Einreiseverbote gegen ausländische Personen ausgesprochen werden, welche die innere oder äussere Sicherheit der Schweiz gefährden. Bei der Einschätzung, wie gefährlich eine Person ist, wird der Schweizer Geheimdienst NDB angehört. Dann würden «die Interessen der Fernhaltung gegenüber den Interessen der Meinungsäusserungsfreiheit jeweils sorgfältig abgewogen», sagt Sprecherin Lulzana Musliu.

Pnos-Parteipräsident Dominic Lüthard Bild: KEYSTONE

Spencer gab sich gestern zuversichtlich, dass er einreisen kann. «Ich habe zusammen mit den Veranstaltern Abklärungen getroffen und bin optimistisch», sagte er. Die Pnos will den Vortrag Spencers auf jeden Fall durchführen. Im Falle eines Einreiseverbotes wollen die Rechtsradikalen ihren Gesinnungskameraden per Videokonferenz zuschalten. «Der Veranstaltungsort steht fest, die Lokalität ist gemietet», sagt Pnos-Präsident Lüthard. Wo der Parteitag stattfinden soll, wollte er nicht verraten, «um zu verhindern, dass der Vermieter unter Druck gesetzt wird.» Die Pnos stehe in Kontakt mit der Polizei.

Die Kantonspolizei Bern gehe mit dieser Veranstaltung um wie mit jeder anderen solchen auch, sagt eine Sprecherin auf Anfrage. Es werde geprüft, ob sie eine Gefahr für öffentliche Sicherheit darstelle. (aargauerzeitung.ch)

«Wahnsinn» – Reaktionen auf Trumps Verteidigung der «Alt Right»

Video: watson

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