Schutzkonzept für Erotikgewerbe: Sex nur noch in Hündchen- oder Reiterstellung
Sexarbeiterinnen leiden unter dem Arbeitsverbot.
Bild: EPA
Sexarbeiter sollen ab dem 8. Juni ihre Arbeit wieder aufnehmen können, dies fordert der nationale Zusammenschluss von Beratungsstellen für Sexarbeitende. Dafür hat der Verband umfassende Massnahmen definiert.
So sollen etwa beim Geschlechtsverkehr Stellungen praktiziert werden, bei denen die Tröpfchenübertragung gering und der Abstand zwischen den Gesichtern möglichst hoch ist, schreibt der Verband Prokore am Montag. Beispiele dafür wären etwa die Hündchen- oder Reiterstellung. Zudem sollen die Zimmer nach jedem Kundenkontakt mindestens 15 Minuten lang gelüftet und die Bettwäsche nach jedem Besuch gewaschen werden. Weiter werden zwecks Rückverfolgung Kundenkontaktdaten aufgenommen und für vier Wochen aufbewahrt.
Der Verband erarbeitete das Schutzkonzept zusammen mit Sexarbeitenden, Betrieben, Plattformen, Fachstellen und der Aidshilfe Schweiz und reichte es vergangene Woche beim Bundesamt für Gesundheit sowie der Verbindungsstelle Zivilgesellschaft ein. Gleichzeitig fordert Prokore, dass das Arbeitsverbot per 8. Juni aufgehoben wird.
Mit Desinfektionsmitteln, Handschuhen und Kondomen können die vorgeschriebenen Standardschutzmassnahmen genauso gut auch im Erotikgewerbe eingehalten werden, argumentiert der Verband. Schulungen und Informationskampagnen könnten das Infektionsrisiko zusätzlich eindämmen. Zudem würden sexuelle Dienstleistungen meistens nicht länger als 15 Minuten dauern und Küsse seien bereits vor der Coronapandemie nur selten ausgetauscht worden.
Verbot fördert illegale Sexarbeit
Die negativen Auswirkungen des Sexarbeitsverbots seien schwerwiegend, heisst es weiter. Der Nothilfefonds könne seit April zwar zur Überbrückung Soforthilfe leisten. Doch längerfristig könne eine Verlängerung der Gewerbebeschränkung nicht bewältigt werden.
Zudem ist es laut Prokore gefährlicher, Sexarbeit zu verbieten, statt sie zu regulieren: Aus Not würden immer mehr Personen illegal arbeiten, sagt der Verband voraus. Illegale Sexarbeit berge jedoch ein erhöhtes Sicherheitsrisiko. (sku/chmedia)
Coronavirus in Spanien in 20 Bildern
Dieses Banner soll den Dank der Bevölkerung für alle, die immer noch arbeiten, ausdrücken. EPA / JAVIER ETXEZARRETA
Eine Frau klatscht von ihrem Balkon, um die Arbeiter des Gesundheitssektors zu honorieren. EPA / Brais Lorenzo
Spanien erlebt am 1. April 2020 den 18. Tag des nationalen Lockdowns. EPA / Javier Etxezarreta
Die Arbeiter aus dem Gesundheitssektor reagieren dankbar für den Applaus der Bevölkerung Spaniens. EPA / Enric Fontcuberta
Die Zahl der derzeit Infizierten steigt auf 102'136 Fälle (Stand 1. April 2020). EPA / KIKO HUESCA
Dieses Bild zeigt, wie die Corona-Patienten im Vall-d'Hebron-Spital hausen müssen. EPA / -
Um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen, desinfizieren Mitglieder der Militärischen Nothilfeeinheit eine Krankenschwester-Unterkunft. AP / Alvaro Barrientos
Auch Feuerwehrmänner beteiligen sich an den Desinfektionsarbeiten. Hier in einer religiösen Einrichtung in Barcelona. EPA / ALEJANDRO GARCIA
Alle packen mit an: Feuerwehrleute transportieren Matratzen für das Hospital del Mar in Barcelona. EPA / Alejandro Garcia
Die spanische Armee bildet ein Feldkrankenhaus gleich neben einem Spital in Segovia. EPA / PABLO MARTIN
Ein trauriger Rekord: Die Zahl der Toten in Spanien infolge des Coronavirus hat die 9000er-Grenze geknackt (Stand 1. April 2020). EPA / PABLO MARTIN
Hier in Madrid: Dieses Feldspital vor dem Gegorio-Maranon-Spital soll Platz für 65 Betten für Coronavirus-Patienten bieten, um die Auslastung der Intensivstation zu verringern. EPA / Kiko Huesca
Während der Desinfektion öffentlicher Areale, wie hier des Bahnhofs in Irun im Baskenland, tragen die Mitglieder der spanischen Armee Gasmasken und Ganzkörperanzüge. EPA / Javier Etxezarreta
In Benidorm, Spanien, patrouillieren die Armeeangehörigen regelmässig an den Stränden, um sicherzustellen, dass die Ausgangssperre eingehalten wird. EPA / MANUEL LORENZO
Social Distancing: Ein Polizist unterhält sich mit einer älteren Dame. EPA / Toni Albir
Polizisten reagieren auf den täglichen Applaus der Bevölkerung für die Arbeiter im Gesundheitssektor. EPA / KIKO HUESCA
Zur Unterhaltung der sich in Quarantäne befindenden Bewohner performt ein Mann als der legendäre Sänger Freddie Mercury der Band Queen in Orense, Galicien. EPA / BRAIS LORENZO
Vor nur zwei Personen beerdigt ein Bestatter in einem Schutzanzug einen Sarg im Friedhof der Stadt Santa Margarida de Montbui, Barcelona. Der Lockdown lässt eine Versammlung von mehreren Personen an einem Ort nicht zu. EPA / SUSANNA SAEZ
Pfauen durchstreifen gemütlich die Strassen Madrids, nachdem sie aus einem Park entflohen sind, in dem sie normalerweise hausen. EPA / JUANJO MARTIN
Arbeiter der «Navarra Bank of Food» bereiten Essenspakete für Menschen, welche Hilfe benötigen, vor. EPA / VILLAR LOPEZ
Demonstration gegen Corona-Massnahmen in Zürich aufgelöst
Video: watson / een
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