Zielt auf Obama – und hat eigentlich Joe Biden im Visier: US-Präsident Donald Trump.
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Was ist eigentlich #Obamagate – und was will Donald Trump damit erreichen?
So beschrieb Donald Trump das «Obamagate» am Muttertag auf Twitter. Es war einer von seinen 126 Tweets oder Retweets am Sonntag, viele davon versehen mit dem Hashtag #Obamagate.
In der Folge trendete der Begriff auf Twitter – auch in der Schweiz. Über drei Millionen Tweets wurden Stand Dienstagmorgen damit versehen. Aber um was geht's dabei überhaupt?
Das wollten am Montag auch Reporter an der Pressekonferenz von Trump wissen. Ein Journalist fragte: «Sie hatten am Muttertag Obama des grössten politischen Verbrechens der amerikanischen Geschichte beschuldigt. Um welches Verbrechen geht es dabei konkret?» Trumps Antwort:
Der Journalist: «Was ist das Verbrechen?» Trump antwortet:
Die bizarre Szene im Video:
Okay. Moment. Haben wir was verpasst? Auf welches Verbrechen Obamas will uns Trump aufmerksam machen?
Was ist Obamagate?
Schaut man sich die sonntäglichen Tweets von Trump genauer an, wird schnell klar, dass hinter dem Begriff Obamagate nur das Umformulieren alter Vorwürfe steckt. Konkret geht es um die Russland-Affäre. Was Trump vorher als «Hexenjagd» bezeichnete, heisst nun halt Obamagate.
Unter anderem teilte Trump etwa den Tweet eines konservativen Talkshow-Moderators, in dem es heisst, dass Obama «seine letzten Wochen im Amt dazu genutzt hatte, neue Beamte ins Visier zu nehmen und die neue Regierung zu sabotieren.»
Der Hashtag wird auch in rechtskonservativen US-Medien aufgegriffen
«Obama benutzte das FBI, die NSA und CIA um Trumps Kampagne auszuspionieren. Obama und der Deep-State-Sumpf versuchten einen Coup», kommentiert etwa ein Cartoonist.
Mantraartig wiederholte Trump in den letzten drei Jahren, dass er so schlecht behandelt werde wie noch kein Präsident vor ihm.
Trump warf Obama ausserdem vor, ihn und sein Team während des Wahlkampfs 2016 abgehört zu haben. In Anlehnung an den Watergate-Skandal kommt daher wohl auch das Suffix «-gate». Nur: Der US-Geheimdienstausschuss fand keinerlei Beweise, die ein Abhören Trumps nahelegen.
Wieso kommt das jetzt wieder auf?
Michael Flynn im Jahr 2018.
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Die Affäre um Michael Flynn war zuletzt wieder vermehrt in den amerikanischen Medien. Grund dafür: Das US-Justizministerium lässt die Vorwürfe gegen Flynn fallen. Das Ministerium beantragte bei einem Bundesgericht letzte Woche ein Ende des Verfahrens. Die weitere Strafverfolgung in dem Fall diene nicht den Interessen der Justiz.
Im Rahmen der juristischen Auseinandersetzung um Flynn sind Ende April Dokumente bekanntgeworden, die nach Ansicht von Trump und dessen konservativen Verbündeten nahelegen, dass Flynn vom FBI hereingelegt worden war. In einer handschriftlichen Notiz eines FBI-Ermittlers stand demnach etwa, man müsse Flynn zu einer Lüge bewegen, damit er strafrechtlich verfolgt oder gefeuert werden könne.
Trump bezeichnete danach Michael Flynn als «völlig entlastet». Er sei Opfer der Machenschaften von «dreckigen, widerlichen Bullen an der Spitze» der Bundespolizei FBI.
Am Freitag wurde dann eine Audioaufnahme Obamas den Medien zugespielt, in der der ehemalige Präsident das Vorgehen des Justizministeriums harsch kritisierte. Wegen solcher Entscheidungen mache er sich Sorgen, dass «unser grundlegendes Verständnis des Rechtsstaates in Gefahr» sei, sagte Obama.
Was will Trump damit bezwecken?
Darüber kann nur spekuliert werden. Gemäss dem «Guardian» glauben Kritiker, dass Trump von seinem Krisenmanagement während der Corona-Pandemie ablenken wolle. Die Zahl der Todesopfer stieg in den letzten Tagen auf über 80'000 an, die Arbeitslosenquote in den USA ist im April auf 14,7 Prozent angestiegen – den höchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen nach dem Zweiten Weltkrieg.
Andere vermuten, dass Donald Trump mit dieser Kampagne vor allem seinem direkten Konkurrenten Joe Biden schaden wolle. Noch immer nehmen viele Amerikaner Biden als den sympathischen Vize von Obama wahr.
Fox-News-Moderator Brian Kilmeade meinte am Montag: «Wenn diese Wahl stattfindet, heisst es nicht ‹Biden gegen Trump›. Es wird heissen ‹Obama gegen Trump›.»
(jaw)
Die besten Bilder von Barack Obama
Ein Präsident beliebt zu scherzen, hier als sich ein Mitarbeiter auf die Waage stellt. The White House / Pete Souza
An Halloween ging der Präsident einem kleinen Spiderman ins Netz. Es handelte sich um den dreijährigen Sohns eines Mitarbeiters. The White House / Pete Souza
Nicht neu, aber immer noch gut: Barack und Michelle Obama werden 2012 bei einem Basketballspiel von der «Kiss Cam» erfasst. Tochter Malia und Vizepräsident Joe Biden amüsieren sich köstlich. The White House / Pete Souza
Barack Obama diskutiert mit Angela Merkel am G7-Gipfel auf Schloss Elmau in Deutschland am 8. Juni 2015. EPA/DPA POOL / MICHAEL KAPPELER / POOL
Bedtime for George: In Pyjama und Bademantel verabschiedet sich der kleine Prinz von Staatsgast Obama und seinen Eltern William und Kate. The White House / Pete Souza
Nach seinem Wahlsieg 2008 erhielten Obamas Töchter wie versprochen einen Hund. Der portugiesische Wasserhund Bo ist ein Geschenk des verstorbenen Senators Ted Kennedy. The White House / Pete Souza
Der Präsident spielt im Oval Office des Weissen Hauses mit einem Football. Ein Bild aus seinem ersten Amtsjahr 2009. The White House / Pete Souza
Dieser Schnappschuss gelang dem Fotografen Pete Souza beim Abflug vom Staatsbesuch in Jamaika 2015. The White House / Pete Souza
Babyfotos haben es Pete Souza besonders angetan. Hier blödelt Obama mit Ella Rhodes, der kleinen Tochter seines Vize-Sicherheitsberaters Ben Rhodes. The White House / Pete Souza
Und gleich noch ein Foto mit der kleinen Ella. The White House / Pete Souza
Obama begrüsst Kinder am Rande der Highschool-Abschlussfeier seiner jüngeren Tochter Sasha. The White House / Pete Souza
Hier wird der Präsident für einmal ganz klein: Obama und Ex-Basketballstar Shaquille O'Neal im Weissen Haus 2015.
Der kubanische Präsident Raul Castro (rechts) und die Obama-Family besuchen gemeinsam ein Baseball-Spiel in Havanna, Kuba, am 22. März 2016. AP/Cubadebate / Ismael Francisco
Nach einem Auftritt im Bundesstaat Virginia genehmigt sich der Präsident in einem Supermarkt einen Pfirsich. The White House / Pete Souza
Pizza fürs Volk: 2014 trifft sich Obama in Denver (Colorado) mit Menschen, die ihm Briefe geschickt hatten. The White House / Pete Souza
Faust auf Faust mit dem Putzmann: Obama in den Korridoren des Weissen Hauses. The White House / Pete Souza
Was auch immer dem Präsidenten hier gezeigt wird, es muss ausgesprochen lustig sein. The White House / Pete Souza
Dein Haar ist genau wie meines: Ein junger Besucher im Oval Office darf Obamas zunehmend ergrauenden Schädel anfassen. The White House / Pete Souza
Obama eilt am 25. Januar 2013 mit den Kindern von Denis McDonough in den Pressesaal des Weissen Hauses, wo er McDonouhgs Beförderung zum Stabschef ankündigt. The White House / Pete Souza
Basketball ist eine Leidenschaft des Präsidenten. Hier spielt er mit Mitgliedern von Regierung und Kongress auf dem Spielfeld des Weissen Hauses. The White House / Pete Souza
Der schnellste und der mächtigste Mann der Welt: Usain Bolt und Barack Obama posieren gemeinsam bei einem Besuch des Präsidenten 2015 in Jamaika. The White House / Pete Souza
Obama ist in Hawaii aufgewachsen, hier verbringt die Familie jedes Jahr die Weihnachtsferien. Das Foto beim Planschen entstand am Neujahrstag 2012.
Pete Souza
Mit John Hickenlooper, dem Gouverneur von Colorado, spielte Obama im Juli 2014 eine Partie Pool-Billard und pfiff die im Hintergrund laufende Musik mit. The White House / Pete Souza
Obama und Tochter Sasha bereiten am Martin Luther King Day 2014 in einer Washingtoner Suppenküche Burritos zu. The White House / Pete Souza
Obama disst Trump
Video: watson / Roberto Krone
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