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Amsterdam ist eine der sechs Städte, in der Fairbnb nächste Woche startet. Bild: shutterstock

Nachhaltig reisen mit Fairbnb: Diese neue Plattform will Airbnb die Stirn bieten

Aufstand gegen Airbnb: Ab nächster Woche will ein Start-Up aus Amsterdam die Wohnungsvermietung fairer machen.

Publiziert: 26.07.19, 06:26 Aktualisiert: 28.05.20, 13:20

Bei Airbnb hagelt es seit längerem Kritik: Die Bewohner geben der Plattform die Schuld für Wohnungsknappheit. Weil die Wohnungen zu Ferienapartments werden, gibt es in Stadtzentren immer weniger bezahlbaren Wohnraum. Es kommt zu Gentrifizierung, die Einheimischen müssen an den Stadtrand ziehen – so lautet der Vorwurf.

Darauf reagiert jetzt eine neue Plattform aus Amsterdam: «Fairbnb» will Airbnb die Stirn bieten. «Wir merkten, dass es eine Alternative braucht, die die Interessen der Bevölkerung in den Vordergrund stellt», sagt Sito Veracruz, Mitgründer von Fairbnb.

Die anderen Vermietungsplattformen würden nur an die Gäste und Vermieter denken. Bei Fairbnb sehe das anders aus, so Veracruz. 50 Prozent der Provision werde in lokale Non-Profit-Projekte, Genossenschaften oder Verbände investiert. So würden die Städte und Bewohner auch wirklich vom Tourismus profitieren. Zudem sollen die Umsätze in der jeweiligen Stadt versteuert werden.

Die Stadtbewohner von New York demonstrieren immer wieder gegen Airbnb. Bild: AP/AP

Airbnb setzt jedes Jahr Milliarden um

Ursprünglich wollte Airbnb den Touristen ermöglichen, bei Locals zu wohnen. Die Stadt authentisch zu erleben. Eine Alternative zu Hotels bieten.

Mittlerweile vermittelt die Plattform weltweit mehr Übernachtungen als die fünf grössten Hotelketten zusammen und macht knapp drei Milliarden Dollar Umsatz. 2017 sollen die Buchungen laut Financial Times um 150 Prozent gestiegen sein.

In Palma de Mallorca ist es deshalb seit einem Jahr sogar komplett verboten, seine Wohnung oder ein Zimmer an Touristen zu vermieten. Vorreiter war Barcelona: Die Anzahl vermieteter Appartments wurde limitiert – wer seine Wohnung vermieten will, braucht eine Lizenz. Ebenso ist es in Amsterdam und Berlin.

Fairbnb setzt darum bei dem Hauptproblem des Marktführers an und will von Anfang an mit den lokalen Behörden zusammenarbeiten. Die Städte wissen also, wer welche Wohnung vermietet und können so einfach überprüfen, ob die Vermietungsdauer die erlaubten 60 Tage überschreitet.

Ausserdem darf pro Person nur eine Wohnung oder ein Haus inseriert werden. Aber: «Wir akzeptieren keine Appartments, die Firmen gehören», stellt Veracruz klar. So wollen die Initianten sicherstellen, dass die Plattform und der Aufenthalt persönlich bleibt. «Wir glauben, dass die Ferienwohnung-Vermietung nur fair sein kann, wenn sie reguliert wird.»

Die steigenden Zahlen bei Airbnb lassen jedoch nicht vermuten, dass Touristen eine Alternative wollen. Der holländische Start-Up-Gründer ist sich trotzdem sicher, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für Fairbnb ist: «Die Leute sind sich mehr denn je über die Auswirkung vom Tourismus bewusst und wollen nachhaltig reisen.»

Dem widerspricht Michael Fux, Tourismus-Professor der Hochschule für Wirtschaft in Siders: «Darauf hat niemand gewartet. Dem Grossteil der Touristen ist die Auswirkung von Airbnb nicht wichtig.» Zudem seien die Städte schon vor Airbnb populär gewesen und nicht erst als die Plattform dort aktiv wurde. «Es wird ein Nischenprodukt bleiben und mit grosser Wahrscheinlichkeit wieder eingehen», sagt Fux, dessen Forschungsschwerpunkt der E-Tourismus ist.

Seit April ist Fairbnb online – bis jetzt kann man sich jedoch lediglich anmelden aber noch nichts buchen. Gemäss Mitgründer Sito Veracruz seien inzwischen bereits 6000 User auf der Plattform registriert. Rund 1500 davon seien Hosts, also solche, die eine Unterkunft vermieten wollen. Ende nächste Woche startet dann die Airbnb-Alternative richtig, vorerst aber nur in sechs Städten: Barcelona, Valencia, Amsterdam, Bologna, Venedig und Genua.

Ob es Fairbnb bald auch in der Schweiz geben wird? «Wir sind offen für Partner-Anfragen», sagt Veracruz.

Die günstigsten Airbnb-Unterkünfte in den beliebtesten Städten auf Airbnb

Wer nicht unmittelbar im Stadtzentrum von Tokio übernachten will, findet jede Menge billige Airbnb-Unterkünfte. Die günstigste Wohnung befindet sich in Edogawa. Für vier Stutz kriegst du in dieser Unterkunft ein richtiges Bett. Den Rest der Wohnung musst du dir natürlich teilen. Ah, und es gibt keine Küche. Aber hey: vier Franken!!! PS: Mehr Bilder zum Inserat gibt es leider nicht. Bild: Screenshot Airbnb Screenshot Airbnb
In diesem Haus verbirgt sich das günstigste Airbnb von Paris. Zwar gibt es einige Unterkünfte, die gleich viel kosten, aber die Ausstattung und die relativ gute Lage zum Stadtzentrum sprechen für diese Unterkunft. Bild: Screenshot Airbnb Screenshot Airbnb
Den bis zu zwei Gästen steht ein kleines Studio mit einem Doppelbett zur Verfügung. Bild: Screenshot Airbnb Screenshot Airbnb
Dabei darf die ganze Wohnung für sich alleine genutzt werden. Bild: Screenshot Airbnb Screenshot Airbnb
Und für das alles bezahlt man nur zehn Franken pro Nacht. Bild: Screenshot Airbnb Screenshot Airbnb
Auch in Osaka kannst du für zehn Franken problemlos übernachten. Fast schon unglaublich: Du kriegst die ganze Wohnung für dich alleine. Auch die Lage ist top: Die Unterkunft liegt inmitten von Osaka. Bild: Screenshot Airbnb Screenshot Airbnb
Es hätte sogar Platz für bis zu drei Personen. Allerdings kostet es ab zwei Personen 20 Franken pro Nacht. Bild: Screenshot Airbnb Screenshot Airbnb
Mit zehn Franken pro Nacht kommt man auf der New Yorker Halbinsel nicht wirklich weit. Allerdings gibt es schon diese ganze Wohnung für 30 Franken. Bild: Screenshot Airbnb Screenshot Airbnb
Sie liegt inmitten des Stadtteils SoHo und hat zwei Betten für bis zu drei Gäste. Bild: Screenshot Airbnb Screenshot Airbnb
Wenn du also zwei Freunde mitschleppst, bezahlst du dann doch wieder nur zehn Stutz pro Nacht. Haha. Bild: Screenshot Airbnb Screenshot Airbnb
Inmitten von London im Stadtteil Chelsea findest du diese Unterkunft für ... Bild: Screenshot Airbnb Screenshot Airbnb
... zehn Franken! Es gibt zwei Betten, also kannst du dir die Kosten sogar noch mit einem Kumpel teilen. Bild: Screenshot Airbnb Screenshot Airbnb
Allerdings wohnt auch der Gastgeber in der Wohnung. Du bist also nicht alleine. Bild: Screenshot Airbnb Screenshot Airbnb
Dafür bist du mit den ÖV angeblich in 15 Minuten im Stadtzentrum. Bild: Screenshot Airbnb Screenshot Airbnb
Und das Allerbeste: Frühstück wird dir vom Gastgeber offeriert. Bild: Screenshot Airbnb Screenshot Airbnb

Das übelste Airbnb der Schweiz

Video: watson

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