Aktuelle Themen:

Immer mehr Psychotherapeuten können sich vorstellen, Videospiele als Teil einer Therapie einzusetzen. Bild: shutterstock

Warum Videogames für therapeutische Zwecke sinnvoll sein können

Forscher haben herausgefunden, dass Videogames psychische Krankheiten vorbeugen oder zu Therapiezwecken eingesetzt werden können. Exakte Studien fehlen aber noch.

Publiziert: 16.01.19, 04:10 Aktualisiert: 16.01.19, 04:20

Videospiele begeistern weltweit Millionen von Menschen und sind bei Jung und Alt beliebt. Die Auswahl ist schier unbegrenzt und deckt praktisch alle Interessengruppen ab.

Etwas ungewöhlich wirkt die Werbung für den Psychothriller «Nevermind». Das Entwicklerstuido «Flying Mollusk» preist sein Produkt mit einer besondere Eigenschaft an: Das Spiel soll nicht nur als herkömmlicher Zeitvertreib Freude bereiten, sondern auch als therapeutische Massnahme eingesetzt werden können, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet.

In «Nevermind» dringt der Spieler in den Verstand von Trauma-Patienten ein und begibt sich durch surreale Welten. Soweit nichts Aussergewöhnliches. Jedoch basiert das Spiel auf der sogenannten Biofeedback-Technologie. Mittels Webcam oder Smartwatch werden Anzeichen von Angst und Aufregung registriert. Je höher die Emotionen ausfallen, desto grösser sind die Gefahren und der Schwierigkeitsgrad steigt – der Spieler muss lernen, sich zu entspannen.

Dank der Biofeedback-Technologie müssen sich die Spieler mit ihren Gefühlen auseinandersetzen. Allerdings weisen die Entwickler darauf hin, dass «Nevermind» bei psychisch labilen Personen überfordernd wirken könnte. In diesem Fall sei es ratsam, professionelle Hilfe auszusuchen.

Videospielen als Teil einer Therapie

Deshalb setzen Forscher bei der Behandlung gefährdeter Patienten eher auf klassische Methoden. Eines ist jedoch unbestritten: Computerspiele machen mehr Spass. Beim Trinity College in Dublin hat man festgestellt, dass sich junge Menschen nur ungerne auf eine klassische Psychotherapie einlassen, da sie ihre Gefühlslage nicht preisgeben wollen. Videospiele könnten dazu beitragen, dass sie sich mehr öffnen. 

Christiane Eichenberg, Professorin für Psychosomatik an der Sigmund-Freud-Privatuniversität in Wien, ist der Meinung, dass Videospiele «eine gute Anfangserfahrung mit therapeutischen Methoden» sein können – dazu fehlen aber präzise Studien. Jedoch warnt Eichenberg, dass dadurch auch negative Gefühle hervorgerufen werden können.

Veronika Brezinka hat 2008 bei einem der ersten Spiele für therapeutische Zwecke mitgewirkt. Laut dem «Tages-Anzeiger» sollen Kinder, die unter Angststörungen, Aggressionen oder Depressionen leiden, beim Videogame «Schatzsuche» lernen, zwischen Gedanken, Gefühlen und Verhalten zu unterscheiden.

Die Psychologin von der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich betont aber, dass Videospiele als Ergänzung zur Psychotherapie eingesetzt werden sollten und nicht als Selbsthilfe. So kann das Spiel eine Suizidgefährdung nicht erkennen – das können nur ausgebildete Fachkräfte. 

Jedoch scheinen immer mehr Psychotherapeuten von der positiven Wirkung von Videospielen überzeugt zu sein. 90 Prozent der Befragten gaben in einer Umfrage von Eichenberg an, sich vorstellen zu können, damit zu arbeiten. 

Erste Erfolge festgestellt

Eine Studie der Kinderklinik Boston hat gezeigt, dass sich der Einsatz eines Spiels mit Biofeedback durchaus lohnen kann. Bestandteil des Anti-Aggressivitäts-Training an der Klinik war das Game «Rage Control», welches die Kinder eine Viertelstunde lang pro Sitzung spielen durften.

Das Prinzip: Das Kind muss am Computer Ausserirdische bekämpfen. Steigt der Puls zu hoch, können keine Schüsse mehr abgegeben werden. Die Therapeuten stellten bei den Probanden – im Gegensatz zu jenen, bei denen «Rage Control» nicht zum Einsatz kam – nach nur fünf Sitzungen eine deutliche Abnahme der Intensität und Häufigkeit der Wutausbrüche fest.

Computergames können aber auch bei anderen Erkrankungen und Schwächen helfen, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. So fördern beispielsweise die Ego-Shooter «Unreal Tournament» und «Call of Duty» das räumliche Vorstellungsvermögen und helfen Personen, die an einer Leseschwäche leiden.

Dass Videospiele kognitive Fähigkeiten fördern, könnte auch Schizophreniekranken zugutekommen – bei ihnen nehmen diese Fertigkeiten kontinuierlich ab. Gerade weil medikamentöse Behandlungen bei schizophrenen Patienten weitere Krankheiten hervorrufen könnten, wäre ein gezieltes Training am Computer durchaus sinnvoll. (vom)

Hier sind die 30 besten Games für Ihr Smartphone und Tablet – der Sieger kommt aus der Schweiz

Platz 30: Thomas Was Alone.
Platz 29: Wolf among Us.
Platz 28: Civilization Revolution 2.
Platz 27: Call of Duty: Heroes.
Platz 26: Game of Thrones: A Telltale Games Series. telltale / telltale
Platz 25: Game of Thrones: A Telltale Games Series.
Platz 24: Anno: Erschaffe ein Königreich.
Platz 23: Broken Age.
Platz 22: Surgeon Simulator.
Platz 21: The Inner World.
Platz 20: Leo's Fortune.
Platz 19: Threes!
Platz 18: 80 Days.
Platz 17: Blek.
Platz 16: The Banner Saga.
Platz 15: Back to Bed.
Platz 14: Mountain.
Platz 13: Valiant Hearts: The Great War.
Platz 12: Tiny Thief.
Platz 11: Out There.
Platz 10: «The Firm». Gerade noch reingerutscht ist «The Firm» des Lausanner Studios Sunnyside Games. Dank pixeliger Grafik und einem Spielprinzip, das gute Reflexe und ein schnelles Denkvermögen fordert, gibt es Platz 10.
Platz 9: «Hitman GO». Ein weiteres Game mit Schweizer Einflüssen ist «Hitman GO». Unter der Leitung von Daniel Lutz entstand in Montreal, Kanada, ein «Hitman»-Spiel, das der Serie voll und ganz gerecht wird.
Platz 8: «Goat Simulator». Einfach mal abschalten und zurücklehnen kann man mit dem abgedrehten «Goat Simulator». Der Chaos-Simulator sorgt im Nu für gute Laune.
Platz 7: «Flappy Bird». Das ebenso nervige wie süchtigmachende «Flappy Bird» hat für viel Rummel gesorgt und ist den Usern dementsprechend in Erinnerung geblieben. Dafür gibt es Platz 7.
Platz 6: «GODUS». Unter Peter Molyneux' Leitung entstand mit «Godus» ein «Populous» für Tablets und Smartphones. Mit der Götter-Simulation wurde Molyneux bekannt. «Godus» selbst besticht mit schicker Grafik und zugänglichem Gamedesign.
Platz 5: «Two Dots». Einfach und genial ist «Two Dots». Das Design ist schlicht und das Spielprinzip lässt einen nicht mehr los.
Platz 4: «Monument Valley». Einfach nur wunderschön in Bild und Ton ist das Rätsel-Game «Monument Valley», das sich offensichtlich von M.C. Escher inspirieren liess.
Platz 3: «The Simpsons Tapped Out». Das gesamte Springfield wartet nur drauf, vom Spieler regiert zu werden. Nicht nur für Fans der TV-Serie ein grosser Spass.
Platz 2: «The Sailor's Dream». Nach «Year Walk» und «Device 6» ein weiterer Hit der schwedischen Entwickler Simogo. Leider dürfen sich derzeit nur iOS-User über das eigensinnige und bezaubernde «The Sailor's Dream» freuen.
Platz 1: «First Strike». Die Trophäe des besten Smartphone- und Tablet-Games von 2014 geht an das Zürcher Blindflug-Studio. Mit «First Strike» ist den Entwicklern ein geniales Taktik-Spiel gelungen mit aussergewöhnlichem Design und einer Thematik, die sogar etwas zum Nachdenken anregt.

FIFA - der Gameklassiker

Wie stark waren Shaqiri, Xhaka und Co. eigentlich früher? Wir haben mal bei «FIFA» nachgeschaut

FIFA 16 ist draussen und wir haben uns so richtig ausgetobt: «CC» wechselt sich selbst ein, Granit Xhaka ballert auf seinen Coach

Wer ist besser in FIFA 17, Messi oder Ronaldo? Das Geheimnis ist gelüftet!

Hado ist der neuste Game-Trend aus Japan:

Video: srf

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Themen