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Strände wie diese hier in Port Douglas, Australien, könnten bald dem Klimawandel zum Opfer fallen.

Warum die Sandstrände dieser Welt bald verschwinden könnten

Weisse Sandstrände könnten in Zukunft ein rarer Anblick werden, denn der Klimawandel bedroht sie. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie. Sie zeichnet zwei mögliche Szenarien – eines schlimmer als das andere.

Publiziert: 03.03.20, 12:26 Aktualisiert: 28.05.20, 13:30

Strände waren schon immer Orte, die Sehnsucht in Menschen hervorriefen. Vor allem bei Leuten aus Binnenstaaten wie der Schweiz. Sie sind dementsprechend auch ein riesiges Verkaufsargument von vielen Tourismusdestinationen und elementar für die Wirtschaft der Strandstaaten. Man denke zum Beispiel an die Karibik oder die Malediven.

Neben wirtschaftlichen Mehrwerten bieten Strände aber auch andere Vorteile, welche sich nicht direkt monetarisieren lassen. So dienen sie zum Beispiel als erster Schutzwall vor marinen Stürmen und Fluten. Doch die sandigen Alleskönner sind in Gefahr. Bis zum Ende dieses Jahrhunderts könnten 50 Prozent aller Sandstrände dem Klimawandel zum Opfer gefallen sein.

Meer frisst Strand

Das berichten Forscher im Fachmagazin Nature Climate Change. Ein Team rund um den Wissenschaftler Michalis Vousdoukas untersuchte in einer Studie Satellitendaten, die globale Veränderungen der Küstenlinien zwischen 1984 und 2015 zeigen. Diese nahmen sie als Grundlage, um Vorhersagen für die Zukunft zu machen.

Dabei wurden auch natürliche Prozesse wie Wellenerosion und die den jeweiligen Stränden zugrundeliegende Geologie berücksichtigt. Auch menschliche Faktoren wie die Bebauung der Küste wurden mit einberechnet.

Als Hauptschuldigen eruierten die Forscher wenig überraschend den Klimawandel und den damit einhergehenden Anstieg der Meeresspiegel. Sehr überraschend war jedoch das Ausmass der Resultate.

Am stärksten betroffen wäre Australien, das bis zu 14'800 Kilometer Strand verlieren könnte. Das wären 50 Prozent der gesamten Strandfläche Australiens. Für ein Land, dessen Bevölkerung fast ausschliesslich in Küstennähe wohnt, wäre dies ein Desaster.

bild: nature climate change

Gleich hinter Australien folgen Kanada, Chile und die USA, die ebenfalls tausende Kilometer Strand verlieren könnten. Inselstaaten wie jene in der Karibik oder in der Südsee sehen sich ob des Meeresspiegelanstiegs zudem komplett in ihrer Existenz bedroht.

Schlimm und schlimmer

Für ihre Zukunftsprognosen gingen die Forscher von zwei Szenarien aus. Beim «Worst Case»-Szenario blieb der CO2-Ausstoss der Weltgemeinschaft auf einem konstanten Level (RCP8.5). Beim zweiten Beispiel gingen die Forscher davon aus, dass die globale Erwärmung auf plus drei Grad begrenzt wurde (RCP4.5).

Die RCP-Szenarien stammen übrigens nicht von den Forschern selbst, sondern sind offizielle Zukunftsprognosen des Weltklimarates IPCC.

Tritt das «Worst Case»-Szenario ein, würden bis zum Jahr 2100 49,5 Prozent der globalen Sandstrände verschwunden sein. Das entspricht knapp 132'000 Kilometer Küstenlinie. Bereits 2050 läge der Verlust bei 40'000 Kilometer.

Beim 3-Grad-Szenario wären die Schäden immer noch verheerend: 95'000 Kilometer verlorene Strände bis 2100, ein Grossteil dabei in den nächsten 30 Jahren. Der Guardian hat das am Beispiel von Griechenland visualisiert:

bild: guardian

Dabei sollte noch erwähnt werden, dass in den RCP-Modellen von einem Meeresspiegelanstieg von 84 bzw. 50 Zentimeter ausgegangen wird. Viele Klimawissenschaftler halten diese Schätzungen jedoch für zu konservativ und gehen von einem doppelt so starken Anstieg aus.

Klimaschutz und Küstenplanung

Es ist jedoch noch nicht alles verloren. Etwas Spielraum bleibt uns noch, um die Strände der Welt zu retten.

Ein erster Schritt wäre eine kluge Küstenplanung. Die Forscher nennen die Niederlande als ein positives Beispiel dafür, wie der Stranderosion entgegengewirkt werden kann, wenn die durch den Menschen verursachten Erosionsprozesse gestoppt würden.

Die einzig wirklich wirkungsvolle Massnahme wäre jedoch die Reduktion von Treibhausgasen. Wie die Forscher in der Studie berichteten, hätte bereits die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens grosse Auswirkungen auf den Rückzug der Strände.

Bis 2050 liesse sich dieser so um 17 Prozent verringern, bis 2100 sogar um 40 Prozent.

Alfred de Quervains Grönlandexpedition 1912

Die Sammlung wissenschaftlicher Daten war eine der Hauptaufgaben der Expedition: Alfred de Quervain bei der Messung des Windes. (Bild: ETH-Bibliothek, Bildarchiv) ETH-Bibliothek, Bildarchiv
Das primäre Fortbewegungsmittel im ewigen Eis waren schwerbeladene Hundeschlitten. (Bild: ETH-Bibliothek, Bildarchiv) ETH-Bibliothek, Bildarchiv
Die Expedition im ewigen Eis von Grönland faszinierte die Schweizerinnen und Schweizer. (Bild: ETH-Bibliothek, Bildarchiv) ETH-Bibliothek, Bildarchiv
Die Expeditionsmitglieder während der Überquerung (von links): Der Arzt Hans Hössli, der Architekt Roderich Fick, der Ingenieur Karl Gaule und der Expeditionsleiter Alfred de Quervain. (Bild: ETH-Bibliothek, Bildarchiv) ETH-Bibliothek, Bildarchiv
Der Schrecken der Arktis wird während der Expedition gekonnt in Szene gesetzt. (Bild: ETH-Bibliothek, Bildarchiv) ETH-Bibliothek, Bildarchiv
Inuit-Familie an der Ostküste Grönlands vor dem Sommerzelt, 1912. (Bild: ETH-Bibliothek, Bildarchiv) ETH-Bibliothek, Bildarchiv
Das Expeditionsschiff «Fox» unter Schweizer Flagge an der grönländischen Küste, 1912. (Bild: ETH-Bibliothek, Bildarchiv) ETH-Bibliothek, Bildarchiv
Alfred de Quervain in Grönland, 1912. (Bild: ETH-Bibliothek, Bildarchiv) ETH-Bibliothek, Bildarchiv
Grönländerin. (Bild: ETH-Bibliothek, Bildarchiv) ETH-Bibliothek, Bildarchiv
Schlitten mit Segel, vermutlich bei Sarfanguak. (Bild: Alfred de Quervain zugeschrieben, ETH-Bibliothek, Bildarchiv) ETH-Bibliothek, Bildarchiv
Kajakfahrt von Alfred de Quervain mit zwei Inuit beim Depot an der Ostküste. (Bild: ETH-Bibliothek, Bildarchiv) ETH-Bibliothek, Bildarchiv
Zwei Inuit inspizieren ein Kajak. (Bild: Alfred de Quervain zugeschrieben, ETH-Bibliothek, Bildarchiv) ETH-Bibliothek, Bildarchiv
Eisberg. (Bild: Alfred de Quervain zugeschrieben, ETH-Bibliothek, Bildarchiv) ETH-Bibliothek, Bildarchiv
Expeditionsteilnehmer und Mitglieder der Schiffsbesatzung posieren vor einer Inschrift an einem Felsen beim Ata Sund. (Bild: ETH-Bibliothek, Bildarchiv) ETH-Bibliothek, Bildarchiv

Eisschmelze hat neue Inseln in der Arktis freigelegt

Video: SRF / SDA SRF

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