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Bei diesem Mordanschlag kam der Polizeichef von Culiacán ums Leben. Bild: EPA/EFE

63 Morde täglich – nur in Syrien sterben mehr Menschen durch Gewalt als in Mexiko

Publiziert: 10.05.17, 10:16 Aktualisiert: 10.05.17, 13:48

In Mexiko hat die Gewalt der Drogenkartelle einer Studie zufolge die Dimensionen eines Bürgerkriegs angenommen. Wie das renommierte International Institute for Strategic Studies (IISS) in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht schreibt, wird Mexiko bei der Mordrate im vergangenen Jahr nur noch von Syrien übertroffen. In Syrien herrscht seit März 2011 Bürgerkrieg.

«Nur sehr selten erreicht kriminelle Gewalt ein ähnliches Niveau wie ein bewaffneter Konflikt», sagte der Experte des in London ansässigen Instituts, Antonio Sampaio. «Aber das ist in dem nördlichen Dreiländereck in Mittelamerika (Honduras, Guatemala und El Salvador) und insbesondere in Mexiko der Fall.»

23'000 Morde im Jahr 2016

Während die drei anderen Länder mit insgesamt 16'000 Morden im vergangenen Jahr immerhin einen Rückgang verzeichneten, habe Mexiko einen Zuwachs um elf Prozent erlebt. 23'000 Menschen seien 2016 in dem Land ermordet worden, in Syrien waren es laut IISS 60'000 Menschen.

Die IISS-Experten führen die Gewaltexplosion auf den von der früheren mexikanischen Regierung unter Felipe Calderón im Dezember 2006 ausgerufenen «Anti-Drogenkrieg» zurück, mit dem die Kartelle zerschlagen werden sollten. «Doch als Ergebnis hat dies Unglück über Mexiko gebracht: 105'000 Menschen haben allein zwischen Dezember 2016 und November 2012 durch Morde ihr Leben verloren», sagte Sampaio.

Politik versagt

Grund für die weiterhin hohe Mordrate sei unter anderem, dass es dem derzeitigen Präsidenten Enrique Peña Nieto entgegen seiner Ankündigung bisher nicht gelungen sei, den Konflikt zu entmilitarisieren. Rivalisierende Banden liefern sich in Mexiko einen Krieg um die Vorherrschaft über den Drogenhandel. Neben den zehntausenden Toten gelten mehr als 28'000 Menschen als vermisst. (whr/sda/afp)

Durch diesen Tunnel brach Drogenboss El Chapo aus dem Gefängnis aus

Der spektakuläre Ausbruch des Drogenbarons «El Chapo» beschäftigt Mexiko: In diesem unscheinbaren Haus ausserhalb von Mexico City endete der Fluchttunnel, der Joaquin «El Chapo» Guzman die Freiheit brachte. X90175 / TOMAS BRAVO
Der Tunnel war laut Ermittlern 1,5 Kilometer lang und endete hier in einem Rohbau in Almoloya de Juarez. X90175 / TOMAS BRAVO
Hier soll der Drogenboss aus dem Tunnel gekommen sein: Joaquín Guzmán gelang die Flucht aus der mexikanischen Haftanstalt El Altiplano. X80001 / HANDOUT
Staatsanwältin Arely Gomez (2.v.r.) schaut in den Tunnel: Guzmán war zuletzt im Duschbereich des Gefängnisses gesehen worden. Später entdeckten Ermittler den Fluchtweg. X80001 / HANDOUT
In dem Haus fanden die Ermittler auch Kleidung. «El Chapo» Guzmán gelang am Samstag die Flucht nach kaum 17 Monaten Haft. X80001 / HANDOUT
Im Februar 2013 wurde Mexikos mächtigster Drogenboss noch fieberhaft gesucht. AP/AP / M. Spencer Green
Ein Jahr später, am 22. Februar 2014, hatte Mexikos Sicherheitsapparat die Festnahme des Drogenbosses als grossen Erfolg gefeiert. Nun ist der Staat düpiert. EPA/EFE FILE / MARIO GUZMAN
Jetzt sucht die Polizei erneut fieberhaft nach El Chapo. Hier durchsucht ein Fahnder einen Bus. X01493 / STRINGER/MEXICO
Auch das Hochsicherheitsgefängnis El Altiplano war nicht sicher genug für El Chapo. Den Drogenboss hielt es bereits 2001nicht lange im Bunker - er floh damals aus dem Gefängnis von Puente Grande im Bundesstaat Jalisco. X90175 / TOMAS BRAVO
Für Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto ist der Ausbruch ein herber Schlag. Hier nimmt er an einer Pressekonferenz Stellung. AP/AP / Milos Krivokapic
X90175 / TOMAS BRAVO

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