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Nadeschda Sawtschenko drohte mit einem weiteren Hungerstreik, falls das Gericht nicht schnell entscheide.
Bild: MAXIM ZMEYEV/REUTERS

Ukrainische Kampfpilotin in Russland wegen Mordes vor Gericht – sie droht mit Hungerstreik

Publiziert: 02.03.16, 16:46

In dem Prozess gegen die ukrainische Soldatin Nadeschda Sawtschenko in Russland hat der Staatsanwalt 23 Jahre Haft wegen Mordes gefordert. Er sah es als erwiesen an, dass die Ukrainerin bei Kämpfen im Osten des Landes im Juni 2014 bewusst Mörserfeuer auf eine Gruppe von Zivilisten gelenkt habe. Der Beschuss tötete zwei Journalisten des russischen Fernsehens.

Bei der Verhandlung in der russischen Kleinstadt Donezk an der Grenze zur Ukraine erklärte sich die ehemalige Kampfpilotin für unschuldig. Die 34-Jährige drohte mit einem weiteren Hungerstreik, falls das Gericht nicht schnell entscheide.

«Wenn das Urteil nicht binnen zwei Wochen kommt, muss es mir posthum verkündet werden», sagte Sawtschenko der Agentur Tass zufolge. Der Staatsanwalt hielt ihr in seinem Plädoyer auch vor, illegal nach Russland eingereist zu sein.

Der Fall Sawtschenko hat in der Ukraine für grosses Aufsehen gesorgt.
Bild: GLEB GARANICH/REUTERS

Proteste in der Ukraine

Die Ukraine protestiert gegen den Prozess und wirft Russland vor, die Offizierin entführt zu haben. Sie war nach Zeugenaussagen zunächst in Gefangenschaft prorussischer Separatisten, später fand sie sich in einem Gefängnis in Woronesch in Russland.

Sawtschenko wurde im Oktober 2014 in Abwesenheit ins ukrainische Parlament gewählt. Europäische Organisationen haben sich für ihre Freilassung eingesetzt. Die Plädoyers der drei Verteidiger wurden auf Donnerstag verlegt.

In dem Konflikt zwischen Separatisten und ukrainischer Armee in der Ostukraine halten beide Seiten zahlreiche Gefangene fest. Im Fall Sawtschenko wird nicht ausgeschlossen, dass sie nach einem Urteil gegen russische Soldaten in ukrainischer Haft ausgetauscht wird. (whr/sda/dpa)

Andere Bilder aus der Ukraine: Lebensfreude statt Gewalt und Zerstörung

Für einmal erreichen uns aus der Ukraine nicht Bilder von Gewalt und Zerstörung, sondern Bilder der Lebensfreude. EPA/EPA / SERGEY DOLZHENKO
Die Ukrainer feiern das Fest der Sommersonnenwende, die nach dem Gregorianischen Kalender am 7. Juli stattfindet. EPA/EPA / SERGEY DOLZHENKO
Ein Brauch ist das Springen von jungen Paaren über ein Lagerfeuer. EPA/EPA / ROMAN PILIPEY
Zu dem Iwan-Kupala-Tag, wie das Fest heisst, gehören auch junge Frauen mit Blumen im Haar. EPA/EPA / SERGEY DOLZHENKO
Iwan Kupala hat heidnische Wurzeln. EPA/EPA / ROMAN PILIPEY
Es ist üblich, dass junge Frauen mit Kerzen bestückte geflochtene Blumenkränze in Flüsse niederlassen und anhand ihres Driftens im Wasser die eigene Zukunft ablesen. EPA/EPA / SERGEY DOLZHENKO
Bis in die moderne Zeit ist die slawische Mittsommernacht als ein spektakuläres heidnisches Fest bekannt. AP/AP / Efrem Lukatsky
Viele Bräuche von Iwan Kupala sind mit dem Wasser, dem Feuer, sich entfaltenden magischen Kräften von Pflanzen und der Selbstreinigung verbunden. X03345 / VALENTYN OGIRENKO
Der Name des Festes leitet sich von dem russischen Namen für Johannes ab. X03345 / VALENTYN OGIRENKO
Lebensfreude trotz Krieg. EPA/EPA / SERGEY DOLZHENKO
Ein Blumenkind. X03345 / VALENTYN OGIRENKO
Und immer wieder der Sprung über ein Feuer. X03345 / VALENTYN OGIRENKO
Und zum Schluss die bange Frage: Wann hört der Krieg endlich auf? EPA/EPA / ROMAN PILIPEY

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