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Timea Bacsinszkys Pläne wurden vom Coronavirus verhindert. Bild: keystone

Timea Bacsinszkys langer Weg zurück: «Zu Beginn war es die komplette Unsicherheit»

Auch mit bald 31 Jahren hat Timea Bacsinszky nicht genug vom Profitennis. Die zweifache French-Open-Halbfinalistin will auch nach der dritten schweren Verletzung zurückkommen – auch wenn nicht klar ist, wann.

Publiziert: 28.05.20, 20:20
Laurent Ducret / Keystone-SDA

Timea Bacsinszky hat in ihrer Karriere viel erreicht. 2015 und 2017 stand die Waadtländerin in den Halbfinals von Roland Garros, 2015 zusätzlich im Wimbledon-Viertelfinal. Ein knappes Jahr später kletterte sie bis auf Platz 9 der Weltrangliste. Das hatten vor ihr als Schweizer Frauen einzig Martina Hingis und Patty Schnyder geschafft.

Da jetzt der gesamte Tennissport sowieso ruht und sie auf Position 267 des WTA-Rankings abgerutscht ist, wäre das doch der ideale Moment, um das Racket an den Nagel zu hängen.

«Ich bin noch immer beseelt von der Leidenschaft für den Wettkampf.»

Timea Bacsinszky

Nicht für Bacsinszky. Und die Lausannerin, die am 8. Juni 31 Jahre alt wird, weiss genau, wie steinig der Weg zurück ist. Aber sie weiss eben auch, was sie erwartet. Schon zweimal, nach einer Fuss- respektive Handoperation, schaffte sie entgegen der meisten Erwartungen den Anschluss an die Weltspitze wieder.

An den French Open konnte Bacsinszky gleich zweimal das Halbfinale erreichen. Bild: EPA/EPA

«Ich kenne den Weg, den ich verfolgen muss», zeigt sich Bacsinszky im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA im nationalen Tenniszentrum in Biel zuversichtlich. «Ich weiss, was es kostet: Zeit, Energie und Geduld.» Das Feuer brennt noch immer: «Ich bin noch immer beseelt von der Leidenschaft für den Wettkampf. Ich will zurückkommen.»

Timea Bacsinszky hat die Freude am Tennis trotz vielen Rückschlägen nicht verloren. Bild: keystone

«Ich hatte klare Ziele»

Das Coronavirus half bei diesem Vorhaben überhaupt nicht. Nach einer Rückenverletzung im vergangenen Herbst gab sich Bacsinszky bis im Februar Zeit, ehe sie im Februar wieder bereit war anzugreifen. «Ich hatte klare Ziele: bereit zu sein für das Fed-Cup-Finalturnier im April in Budapest, danach hintereinander Roland Garros, Wimbledon und Lausanne. Dann hat diese Pandemie alles verändert.»

Das Schweizer Fed-Cup-Team konnte sich mit Bacsinszky fürs Finalturnier qualifizieren. Bild: KEYSTONE

Der Elan der Waadtländerin war gebrochen. «Zu Beginn war es die komplette Unsicherheit. Sollte ich weiter trainieren und wenn ja, mit der gleichen Intensität», fragte sich Bacsinszky. «Mit der Zeit habe ich es geschafft, mit der Situation umzugehen.» Tennistraining war ja während knapp zwei Monaten gar nicht möglich. Vor zehn Tagen hat sie aber den Schläger wieder in die Hand genommen und sachte mit dem Training begonnen.

Im Wettkampfmodus ist Bacsinszky zwar noch lange nicht, doch das macht ihr keine Sorgen. Im Moment fehlt das konkrete Ziel. «Wenn dieses wieder da ist, werde ich den Schalter schnell umlegen können», ist sie sich sicher. Allerdings denkt sie nicht, dass dieser Tag so schnell kommen wird. «Ich glaube, Tennis ist eine der letzten Sportarten, die wieder stattfinden werden.» Grund sind die nach wie vor – und wohl noch einige Zeit – bestehenden Reiserestriktionen. «Müssen wir in Quarantäne, um im Herbst die wichtigen Turniere in Asien spielen zu können? Was macht man mit den Chinesinnen, die reisen wollen?»

Interclub mit Starbesetzung

Wegen diesen offenen Fragen fokussiert sich Bacsinszky vorerst auf Wettkämpfe in der Schweiz. Zum einen plant Swiss Tennis eine nationale Serie von Preisgeldturnieren, zum anderen geniesst der NLA-Interclub vom 28. Juli bis 9. August einen höheren Stellenwert als üblich. Bacsinszky plant, diesen zu spielen, auch Belinda Bencic, die aktuelle Nummer 8 der Welt, hat durchblicken lassen, dass sie dort anzutreten gedenkt. «Der Interclub wird in diesem Jahr ein grosser Erfolg sein», ist sich auch Alessandro Greco, Leistungssportchef bei Swiss Tennis, sicher.

Die Zeit ohne Tennis nützte Timea Bacsinszky auch, um Neues zu entdecken. Zum Beispiel fand sie heraus, dass sie «es liebt, zu wandern. An einem Tag bin ich volle 41 Kilometer gelaufen», erzählt sie stolz. Von zuhause in Belmont-sur-Lausanne aus erkundete sie ausgiebig die Gegend rund um die Waadtländer Hauptstadt. «Man versteht so, warum die Schweiz so schön ist», schwärmt sie.

Daneben sorgte Bacsinszky für ihre Mutter, kochte und machte sich Gedanken über die Konsumgesellschaft, in der wir leben. Am liebsten aber würde sie bald wieder bei Turnieren auf dem Tennisplatz stehen. (dab/sda)

Alle Schweizer Tennisspielerinnen und Tennisspieler, die es in die Top 10 schafften

Martina Hingis knackte am 7. Oktober 1996 – eine Woche nach ihrem 16. Geburtstag – die Top 10. Am 31. März 1997 wird sie zur jüngsten Weltnummer 1 und steht insgesamt 209 Wochen ganz oben. AP / RICHARD DREW
Manuela Maleeva-Fragnière war die erste Schweizerin in den Top 10. Die in Bulgarien geborene Rechtshänderin spielte nach ihrer Heirat ab Januar 1990 für die Schweiz. 1984 war das Jahr Maleevas, sie stürmte bis auf Rang 3 des Rankings und hielt sich danach bis 1992 unter den besten zehn Spielerinnen der Welt. KEYSTONE / WALTER BIERI
Martina Hingis knackte am 7. Oktober 1996 – eine Woche nach ihrem 16. Geburtstag – die Top 10. Am 31. März 1997 wird sie zur jüngsten Weltnummer 1 und steht insgesamt 209 Wochen ganz oben. AP / RICHARD DREW
Patty Schnyder erreichte mit 19 Jahren im August 1998 erstmals die Top 10. Sie hielt sich dort bis im April 1999 und kehrte 2005 zurück. Ihr höchstes Ranking datiert vom 14. November 2005 mit Platz 7. Insgesamt durfte sich die Baslerin 94 Wochen Top-10-Spielerin nennen. EPA/DPA / FABIAN MATZERATH
Manuela Maleeva-Fragnière war die erste Schweizerin in den Top 10. Die in Bulgarien geborene Rechtshänderin spielte nach ihrer Heirat ab Januar 1990 für die Schweiz. 1984 war das Jahr Maleevas, sie stürmte bis auf Rang 3 des Rankings und hielt sich danach bis 1992 unter den besten zehn Spielerinnen der Welt. KEYSTONE / WALTER BIERI
Timea Bacsinszky erreicht mit dem Finaleinzug in Peking im Oktober 2015 erstmals die Top 10. Am 16. Mai 2016 wird sie an Nummer 9 geführt, ihre bisherige Bestplatzierung. EPA/EPA / HOW HWEE YOUNG
Patty Schnyder erreichte mit 19 Jahren im August 1998 erstmals die Top 10. Sie hielt sich dort bis im April 1999 und kehrte 2005 zurück. Ihr höchstes Ranking datiert vom 14. November 2005 mit Platz 7. Insgesamt durfte sich die Baslerin 94 Wochen Top-10-Spielerin nennen. EPA/DPA / FABIAN MATZERATH
Timea Bacsinszky erreicht mit dem Finaleinzug in Peking im Oktober 2015 erstmals die Top 10. Am 16. Mai 2016 wird sie an Nummer 9 geführt, ihre bisherige Bestplatzierung. EPA/EPA / HOW HWEE YOUNG
Belinda Bencic zeigt es an: Am 15. Februar 2016 steht sie erstmals in den Top 10. Ihre beste Platzierung bisher ist Rang 4 (17. Februar 2020). AP/AP / Dmitri Lovetsky
Belinda Bencic zeigt es an: Am 15. Februar 2016 steht sie erstmals in den Top 10. Ihre beste Platzierung bisher ist Rang 4 (17. Februar 2020). AP/AP / Dmitri Lovetsky
Jakob Hlasek wurde am 21. November 1988 erstmals als Nummer 8 in den Top 10 geführt. 37 Wochen hielt er sich insgesamt – mit zwei kurzen Unterbrüchen – unter den besten 10 Spielern der Welt, letztmals am 6. November 1989. Die höchste Platzierung war Rang 7 am 17. April 1989. KEYSTONE / MARTIAL TREZZINI
Jakob Hlasek wurde am 21. November 1988 erstmals als Nummer 8 in den Top 10 geführt. 37 Wochen hielt er sich insgesamt – mit zwei kurzen Unterbrüchen – unter den besten 10 Spielern der Welt, letztmals am 6. November 1989. Die höchste Platzierung war Rang 7 am 17. April 1989. KEYSTONE / MARTIAL TREZZINI
Marc Rosset durfte sich am 10. Juli 1995 erstmals Top-10-Spieler nennen. Er pendelte in den nächsten Wochen zwischen Platz 9 (11. September) und Platz 13. Sieben Wochen insgesamt galt der Romand als einer der zehn besten Tennisspieler der Welt, letztmals am 16. Oktober 1995. AP / KEVIN LARKIN
Roger Federer wurde am 20. Mai 2002 als Weltnummer 8 erstmals in den Top 10 geführt. Seither hält er sich dort und stand insgesamt 301 Wochen auf Rang 1 – Rekord. AFP / LIU JIN
Marc Rosset durfte sich am 10. Juli 1995 erstmals Top-10-Spieler nennen. Er pendelte in den nächsten Wochen zwischen Platz 9 (11. September) und Platz 13. Sieben Wochen insgesamt galt der Romand als einer der zehn besten Tennisspieler der Welt, letztmals am 16. Oktober 1995. AP / KEVIN LARKIN
Stan Wawrinka schnupperte ab dem 12. Mai 2008 während 19 Wochen erstmals Top-10-Luft. Seine beste Klassierung dabei war Rang 9. Gut fünf Jahre später kehrte er zurück und hält sich seither unter den besten 10 Spielern. Seine beste Rangierung – Rang 3 – erreichte er erstmals am 27. Januar 2014 nach seinem Titel beim Australian Open. AP / Victor R. Caivano
Roger Federer wurde am 20. Mai 2002 als Weltnummer 8 erstmals in den Top 10 geführt. Seither hält er sich dort und stand insgesamt 301 Wochen auf Rang 1 – Rekord. AFP / LIU JIN
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Junge will wissen, von wo Roger den Spitznamen «The GOAT» hat

Video: watson / Roberto Krone

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