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Winterthurer An'Nur-Moschee – Staatsanwältin zieht Urteil weiter

Publiziert: 30.04.19, 08:33

Hier befindet sich die An'Nur-Moschee. Bild: KEYSTONE

Der Fall der neun verurteilten Männer aus dem Umfeld der An'Nur-Moschee wird neu aufgerollt. Die zuständige Zürcher Staatsanwältin zieht die Urteile des Winterthurer Bezirksgerichts vom vergangenen Oktober ans Obergericht weiter.

Die Staatsanwältin habe gegen alle neun Urteile Berufung eingereicht, bestätigte Erich Wenzinger, Sprecher der Zürcher Oberstaatsanwaltschaft, gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA eine Meldung des Regionaljournals Zürich/Schaffhausen von Radio SRF vom Montagabend. Der Fall muss also neu beurteilt werden.

Beim Prozess vor dem Winterthurer Bezirksgericht im vergangenen Oktober ging es um Drohungen und Schläge gegen andere Besucher der Moschee. Die neun Angeklagten wurden zu bedingten Freiheits- und Geldstrafen zwischen 6 und 18 Monaten verurteilt. Die Urteilssprüche waren deutlich milder als die Anträge der Staatsanwaltschaft.

Diese hatte teilbedingte Freiheitsstrafen von zweieinhalb bis drei Jahren gefordert. Das Gericht gelangte jedoch unter anderem wegen des jugendlichen Alters der Beschuldigten zu tieferen Strafen. Ebenfalls strafreduzierend wirkte sich aus, dass sie - bis auf einen - Ersttäter sind.

«Verräter» bedroht

Was sich im November 2016 in der mittlerweile geschlossenen Moschee im Winterthurer Quartier Hegi abspielte, liess sich dank Befragungen, Chatprotokollen und Anrufaufzeichnungen genau nachzeichnen. Demnach war eine Gruppe junger Männer in der An'Nur-Moschee auf zwei Besucher losgegangen.

Diese hatten in der umstrittenen Moschee «spioniert» - sie hatten unter anderem Fotos geschossen und sollen Journalisten einen Mitschnitt einer Predigt übergeben haben. Später kamen auch ein Imam und der damalige An'Nur-Präsident dazu. In einem Raum rangen sie den beiden «Verrätern» gemäss Anklage ein Geständnis ab. (sda)

Razzia in Winterthurer Moschee

Am frühen Mittwochmorgen (2. November 2016) hat die Kantonspolizei Zürich zusammen mit der Stadtpolizei Winterthur die An'Nur-Moschee in Winterthur durchsucht. KEYSTONE / WALTER BIERI
Der Medienandrang war gross. (Bild: watson)
Im Rahmen einer öffentlichen Predigt in der An'Nur Moschee soll ein äthiopischer Imam zum Mord an Muslimen aufgerufen haben, die sich weigern, an den gemeinsamen Gebeten in der Moschee teilzunehmen. KEYSTONE / WALTER BIERI
Bei drei Personen aus dem näheren Umfeld der Moschee wurden ebenfalls Hausdurchsuchungen durchgeführt. (Bild: watson)
Insgesamt acht Personen wurden verhaftet. Darunter der Imam, der Präsident des Vereins und ein ehemaliges Vorstandsmitglied. KEYSTONE / WALTER BIERI
Vier Personen wurden von der Kantonspolizei wegen Verdachts auf Verstösse gegen das Ausländergesetz festgenommen. KEYSTONE / WALTER BIERI
Erst vergangene Woche wurde bekannt, dass die An'Nur-Moschee voraussichtlich Ende Jahr schliessen muss. KEYSTONE / WALTER BIERI
Die Vermieter lassen den Vertrag mit dem umstrittenen Gotteshaus auslaufen, und der Islamverein findet keine neuen Räume. KEYSTONE / WALTER BIERI
Die Moschee im Winterthurer Stadtteil Hegi geriet mehrmals wegen mutmasslicher Radikalisierung von Jugendlichen in die Schlagzeilen. KEYSTONE / WALTER BIERI
Mehrere Jugendliche waren nach Syrien gereist und hatten sich der Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS») angeschlossen. Alle sollen in der An'Nur-Moschee (Arabisch für «das Licht») radikalisiert worden sein. KEYSTONE / WALTER BIERI

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