DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
1 / 9
Ecopop-Demo
quelle: keystone / peter schneider
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Auch Gegendemos angekündigt

Gegner der Ecopop-Initiative versammeln sich zu Demo in Bern



Mehrere tausend Menschen haben am Samstag in Bern gegen die Ecopop-Initiative demonstriert. Vier Wochen vor der Abstimmung wollten sie «ein Zeichen gegen Isolation und falsche Rezepte setzen», wie es auf einem Flugblatt hiess. 

Die Veranstalter schätzten die Teilnehmerzahl auf 8000. Zur Kundgebung auf dem Bundesplatz aufgerufen hatten Gewerkschaften, Migrantenorganisationen, Hilfswerke und Parteien aus dem links-grünen Lager. 

Sie alle halten die Initiative für gefährlich und kontraproduktiv. «Ecopop wird keine Wohnungen bauen, keine Jobs schaffen und keine Fachkräfte ausbilden», rief SP-Präsident Christian Levrat den Demonstrierenden zu. «Ecopop schafft nur neue Probleme.» 

Werden Sie die Ecopop-Initiative annehmen?

«Ecopop nur scheinbar grün» 

Auch die Grünen-Chefin Regula Rytz warnte eindringlich vor den Folgen der Initiative, die nur scheinbar «grün» sei. In Tat und Wahrheit leide die Welt nicht an zu vielen Menschen, sondern an einer Wirtschaft, die zu viel Natur zerstöre. Werde Ecopop angenommen, seien alle Arbeitnehmenden auf der Verliererseite, betonte Vania Alleva als Co-Präsidentin der Gewerkschaft Unia. «Ecopop gefährdet Arbeitsplätze und erhöht den Druck auf die Arbeitsbedingungen aller Arbeitnehmer», betonte sie. 

Die Initiative mache überdies Menschen ohne Schweizerpass zu Sündenböcken. Emine Sariaslan, Präsidentin der Migranten-Organisation FIMM, rief die Stimmbevölkerung auf, die Initiative am 30. November wuchtig abzulehnen. Ein klares Nein sei auch nötig, «um diejenigen zu entmutigen, die schon neue fremdenfeindliche Initiativen planen». Bunte Ballone und Gewerkschaftsfahnen prägten das Bild auf dem Bundesplatz. Vereinzelt waren auch Transparente zu sehen. 

Kleine Demo gegen die Demo

Zahlreiche Polizisten beobachteten das Geschehen, da im Vorfeld Aufrufe für zwei Gegendemos kursierten. Ein befürchteter Aufmarsch Rechtsradikaler blieb aber aus. Eine Gruppe von Linksautonomen machte sich noch während der Demo zu einem unbewilligten Marsch durch die Innenstadt auf. 

Ihre Kritik richtete sich gegen Ecopop, aber auch gegen die offizielle Kundgebung. Das links-grüne Bündnis lasse sich auf die nationalistische, rassistische und vor allem kapitalistische Argumentation der Initianten herunter. (pma/sda) 

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Aus für das Rahmenabkommen: Das planen die Parteien

Die Parteien reagieren unterschiedlich auf das Scheitern des Rahmenvertrags mit der EU. Das Spektrum reicht von purer Freude bis Stinkwut. Dazwischen herrscht Ratlosigkeit.

Der Entscheid des Bundesrats, die Verhandlungen über das institutionelle Abkommen (InstA) mit der EU zu beenden, bewegt die Schweiz auch Tage danach. Die teilweise heftigen Reaktionen zeigen, dass bei diesem Thema so schnell keine Ruhe einkehren wird, aussen- und innenpolitisch.

Erschwerend kommt hinzu, dass eine klare Linie nicht erkennbar ist. Der Bundesrat setzt auf das Prinzip Hoffnung («s chunt scho guet»). Auch die politischen Parteien sind sich überhaupt nicht einig, wie es weitergehen …

Artikel lesen
Link zum Artikel