Blaulicht
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Rätseln über die Ursache

15 Brandopfer in Valparaíso – war es Brandstiftung? 

Während das Feuer in der chilenischen Hafenstadt Valparaíso weiter wütet, rätseln die Behörden über die Ursache. Der Chef des Notdienstes Onemi, Guillermo de la Maza, vermutete am Montag Brandstiftung. Innenminister Rodrigo Peñailillo schloss dies dagegen aus. 

«Es hat hier eine menschliche Handlung gegeben, und das untersuchen wir jetzt», sagte De la Maza laut einem Bericht des Nachrichtenportals Emol. Innenminister Peñailillo hatte hingegen wenige Stunden zuvor via Twitter erklärt, es gebe keine Anzeichen für Brandstiftung. 

Als mögliche Auslöser des Infernos waren auch zwei Truthahngeier genannt worden, die sich auf eine Hochspannungsleitung gesetzt haben sollen. Im Wind hätten zwei Kabel sich berührt, die Geier seien dabei verbrannt. Die entstandenen Funken hätten trockene Blätter am Boden entzündet, berichtete Emol unter Berufung auf Ermittler. 

Der Leiter des kriminalistischen Polizeilabors von Valparaíso, Claudio Pavez, bestätigte, dass Beweismaterial zu dieser Theorie eingesammelt worden sei. Er schliesse aber keine Möglichkeit zur Brandursache aus, berichtete Emol. 

Weitere Evakuierungen 

Der Chef des Katastrophengebiets, Konteradmiral Julio Leiva Molina, rief am Montag die Bewohner von drei südlichen Vororten von Valparaíso auf, sich für eine Evakuierung ihrer Wohnungen bereit zu halten. Das Feuer könne sich den Siedlungen von La Isla, San Roque und Hernán Mery gefährlich nähern, berichtete der Sender Radio Cooperativa. 

Die neu entflammten Feuerherde tobten am Südrand der Stadt auf den Hügeln Rocuant, Pajonal und Ramaditas. Dieses Gebiet liegt rund drei Kilometer vom historischen Hafengebiet entfernt. Der zum Weltkulturerbe zählende Stadtkern Valparaísos blieb bislang von dem Feuer verschont. 

Starker Wind habe die Flammen an mehreren Stellen wieder angefacht, sagte Innenminister Peñailillo. Rund 2100 Häuser auf den Hügeln der Metropole brannten bis auf die Grundmauern nieder, wie der Gouverneur der Region, Ricardo Bravo, mitteilte. Etwa 8000 Menschen wurden obdachlos. 

20 Tage Löscharbeiten

Die Feuersbrunst erfasste ein Gebiet von 850 Hektar. «Es ist wahrscheinlich der schlimmste Brand in der Geschichte von Valparaíso», sagte die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet, die sich dort ein Bild der Katastrophe machte. 

Sie erklärte für das Gebiet den Notstand und mobilisierte rund 3000 Polizisten und Soldaten, um in der rund 300'000 Einwohner zählenden Stadt für Sicherheit zu sorgen: «Wir wollen Plünderungen vermeiden.» 

Die Löscharbeiten könnten noch bis zu zwanzig Tage andauern, sagte der Chef der Waldwirtschaftskommission Conaf, Alfredo Mascareño, dem Sender Radio Cooperativa. Die Feuerwalze hat sich auf sechs der 42 teils schwer zugänglichen Hügel der Hafenstadt rasch ausgebreitet. 

Viele ältere Menschen unter den Opfern

Im Kampf gegen die Flammen waren etwa 1250 Feuerwehrleute und 20 Löschflugzeuge und Hubschrauber im Einsatz. Sechs weitere Flugzeuge aus Argentinien sollen ab Dienstag zur Verstärkung in Chile eingesetzt werden, wie Aussenminister Heraldo Muñoz mitteilte. Medien zufolge sind unter den bislang 13 Toten mehrere ältere Menschen, die ihre Häuser nicht rechtzeitig verlassen konnten. 

«Das Problem ist, dass es in dem Gebiet keine Brandschutzmauern gibt», sagte Gouverneur Bravo dem Sender Radio Cooperativa. Er sprach von «perfekten» Voraussetzungen für eine solche Katastrophe: schwer zugängliche Brandherde, ungewöhnliche Trockenheit und starke, sich drehende Winde. 

Valparaíso ist die grösste Hafenstadt Chiles und Sitz des Parlaments. Das historische Zentrum der Stadt mit den bunt bemalten Häusern auf den Hügeln zur Bucht wurde 2003 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt. (rey/sda/dpa) 



Das könnte dich auch interessieren:

Verrückt, aber wahr – Stuckis Sieg, der keiner war

Link zum Artikel

So steht es um den Internet-Gebrauch von Jugendlichen

Link zum Artikel

1 Gramm Koks und 1 Million Euro Falschgeld – Verfahren gegen Luzi Stamm eingestellt

Link zum Artikel

«Er ist cholerisch, narzisstisch und hasst alle Menschen»

Link zum Artikel

«Es ist absurd» – der Chef erklärt, was er vom Feminismus hält

Link zum Artikel

Vorsicht, jetzt kommt die Wohnmobil-Rezession!

Link zum Artikel

Du bist ein Schwing-Banause? Wir klären dich rechtzeitig fürs Eidgenössische auf

Link zum Artikel

Zug steckt während 3 Stunden zwischen Grenchen und Biel fest – Passagiere wurden evakuiert

Link zum Artikel

Apples Update-Schlamassel – gefährliche iOS-Lücke steht zurzeit wieder offen

Link zum Artikel

So viel verdient dein Lehrer – der grosse Schweizer Lohnreport 2019

Link zum Artikel

Prügelt Trump die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession?

Link zum Artikel

Schweizer Firmen wollen keine Raucher einstellen – weil sie (angeblich) stinken

Link zum Artikel

Liam und Emma sind die beliebtesten Namen der Schweiz – wie sieht es in deinem Kanton aus?

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Themen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Erpressung von Freiern: Die neuste Masche im Zürcher Puff-Krieg

Dutzenden Freiern lief es letzte Woche kalt den Rücken runter: In einem anonymen Brief werden sie erpresst, innerhalb von fünf Tagen 2000 Franken auf ein Bitcoin-Konto zu überweisen – ansonsten würden kompromittierende Fotos veröffentlicht. Der Geschäftsführer des Sexclubs Globe vermutet die Konkurrenz hinter der Masche.

Diskretion ist in diesem Business das höchste Gut. Freier und Prostitutierte finden lieber fernab vom Licht der Öffentlichkeit zusammen. Alles andere ist schlecht fürs Geschäft. 

Das machten sich letzte Woche die «Moralisten» zunutze. «Wir wissen, mit wem du wie lange für wie viel was gemacht hast», schreiben sie dutzenden Freiern im Raum Zürich und angeblich auch im Aargau. «Wir hoffen du leidest nicht an Gedächtnisschwund, sonst können wir deinem Gedächtnis mit ein paar Fotos …

Artikel lesen
Link zum Artikel