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In this Jan. 21, 2014 photo, shows the uninhabited, mangrove-fringed Goat Islands in southern Jamaica.  A skirmish has been brewing between the Jamiacan government and the conservation lobby over a transshipment port to be developed by state-run China Harbor Engineering Co. that is planned for the uninhabited Goat Islands in a swath of the island’s biggest protected area. (AP Photo/Jamaica Environment Trust, Jeremy Francis)

So soll die Bodensee-Insel dereinst aussehen. Bild: AP/Jamaica Environment Trust

Der Enthüller

Ab auf die Insel: Schweizer Senioren werden umgesiedelt

20.02.14, 11:05 21.04.15, 10:32

pavel kulicka

Kreuzlingen (den). Die Schweizer Rentnerproblematik ist gelöst. Senioren, die zu Stosszeiten den ÖV blockieren oder Rentnerhorden, die um 12 Uhr im Migros-Restaurant seelenruhig einen Kaffee trinken, gehören bald der Vergangenheit an. «Wir haben beschlossen, auf dem Bodensee eine künstliche Insel zu errichten und alle Senioren über 70 Jahre auf diese Insel umzusiedeln», sagt Corinne Riedener vom Bundesamt für Senioren (BfS). 

Zwei Senioren unterhalten sich in einem Tram in Zuerich, aufgenommen im Jahre 1994. (KEYSTONE/Ayse Yavas) === ,  ===  : DIA]

Dieses Bild wird es bald nicht mehr geben: Rentner, die zu Stosszeiten das Tram vollstopfen. Bild: KEYSTONE

Das Material für die Insel stammt aus den Bohrungen für den Neat-Basistunnel, die Bauarbeiten begannen vergangenen Montag. Die Insel kann voraussichtlich diesen Sommer bezogen werden.

Für die Senioren soll der Umzug dereinst möglichst unspektakulär vonstatten gehen. «Die meisten werden eh nicht kapieren, was mit ihnen geschieht. Trotzdem werden wir eine Kaffee-Fahrt inklusive Rheumadeckenverkauf vortäuschen. Am Schluss laden wir sie einfach auf der Insel aus und gut is’», so Riedener. In ihrem neuen Heim werden die Senioren von deutschem und osteuropäischem Pflegepersonal betreut. «Da bleibt also alles beim Alten», gibt sich Riedener erleichtert. 

Bootstouren für Angehörige

Auch in ihrer neuen Heimat sollen sich die Rentner möglichst wohl fühlen. Darum wird jede Woche zusätzlich eine Gruppe Schwarzafrikaner auf der Insel wohnen. «Wir wissen doch, wie gerne sich Pensionäre über die vielen Neger aufregen. Das möchten wir ihnen nicht nehmen» so Projektleiterin Riedener. 

Doch auch ihren anderen Hobbies sollen die Senioren nachgehen können. «Rund um die Insel wird eine vollautomatisierte Tramlinie in Betrieb genommen», sagt Verkehrsplaner Lukas Wellauer. «Da können die Alten zu jeder Tages- und Nachtzeit einsteigen und so lange hockenbleiben, wie sie wollen. Wir werden auch ein paar Schauspieler engagieren, die gestresste Pendler auf der Suche nach einem freien Platz mimen. Das gibt den Alten noch einen zusätzlich Kick.»  

Betagte Damen sitzen auf einer Bank, aufgenommen 1996. Immer mehr Betagte klopfen bei der Sozialberatung der Pro Senectute an. Erstmals wurde im letzten Jahr die Grenze von 30000 Beratungsfaellen ueberschritten. Zwei Drittel der Ratsuchenden sind alleinstehende Frauen. (KEYSTONE/Michael Kupferschmidt)

Diese Zürcher Pensionäre freuen sich schon auf die geplante Kaffeefahrt. Bild: KEYSTONE

Schweizer Firmen profitieren ebenfalls von der Trauminsel im Bodensee. Die Zeitschriften «Gala» und «Schweizer Familie» müssen nur noch an einen zentralen Ort ausgeliefert werden, anstatt wie bis anhin in alle Schweizer Altersheime. Zusätzlich wird das Hilfswerk «Brot für alle» jede Woche eine Ladung altes Brot über der Insel abwerfen, damit die Bewohner die vorbeiziehenden Schwäne füttern können.

Für Familien, die ihre Grosseltern und sonstigen Verwandten auf der Insel besuchen wollen, werden Bootstouren organisiert. «Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder eine Fahrt zur Insel mit einem Aufenthalt von einer Stunde, oder eine Rundfahrt um die Insel, bei der man seinen Angehörigen vom Schiff aus zuwinken kann» so Verkehrsplaner Wellauer. «Abklärungen im Markt haben gezeigt, dass die meisten wahrscheinlich die Rundfahrt bevorzugen werden.»

Der Enthüller 

Hart recherchierte Fakten, fundierte Kritik und realistische Analysen? Die gibt es anderswo. Chefredaktor Buzz Orgler und sein Praktikant Pavel Kulicka decken auf, was keiner wissen will. Ob Berichte über einen Schwangerschaftstest fürs iPhone oder mit Zwiebeln verunreinigte Kebabs, die beiden gescheiterten Journalisten sind sich für keine Schlagzeile zu schade. Und schneller als die Wahrheit sind sie noch dazu.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Willy D. 21.04.2015 22:39
    Highlight Ich finde diese Idee grossartig. Vor allem die vorgesehene Tramlinie finde ich toll. Einmal links herum, einmal rechts herum fahren lassen, je nach politischer Ausrichtung der Fahrgäste. Ein Inseldeckendes WLAN ist natürlich ein absolutes Muss. Die Alten sind nämlich in der modernen Zeit angekommen, das darf man nicht vergessen. Meine ersten Erfahrungen mit Computern gehen auf die 60-er Jahre des letzten Jahrhunderts zurück. Ein Tablet ist bei vielen Alten heute Standard! Ich freue mich jetzt schon auf diese Insel. Da kann ich dann mit meinem Tram-GA dem ganzen "Gstürm" auf den Bahnhöfen, welches von den notorischen Jung-Pendlern verursacht wird, ausweichen. Welche Wohltat. By the way, ich bin im Mai 76 Jahre alt...
    0 0 Melden
  • 's all good, man! 21.04.2015 13:30
    Highlight Oh Mann... Immerhin scheint die Mehrheit bemerkt zu haben, dass der Artikel ironisch gemeint ist, nicht aber, dass er sich wohl mehr an uns jüngere Menschen richtet, die so gerne über die "Alten" (im Tram, im Migros-Restaurant, hinter dem Auto-Steuer, etc.) meckern. So zumindest meine Lese.
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  • tjr 21.04.2015 13:18
    Highlight Genial! Man darf doch wohl auch noch etwas lachen können ohne das andere sich gleich verletzt fühlen dadurch
    1 0 Melden
  • Toto 21.04.2015 12:59
    Highlight Und denkt daran : Jeder könnte mal 70 Jahre alt werden...
    3 0 Melden
  • naseweis 27.02.2014 10:17
    Highlight Also von mir gibts min. 5 Sterne für die gescheiterten Journies! Es gibt also doch noch schweizerische Real-Satiere!

    Aber an das Duo Riedener/Wellauer noch ein paar Denkanstösse: warum nicht gleich eine Insel pro Kanton/Halbkanton? Würde die Stimmenauszählung und das Inselmehr erheblich erleichtern! Der Bodensee wär eh zu klein (die EU kopiert ja sowieso jedes unserer Erfolgsmodelle), bauen wir die für die Romands doch im Genfersee! Und bitte, bitte Reserve-Inseln nicht vergessen: auf der Deutschland am nächsten gelegenen könnte man dann gleich eine ausserordentliche Albisgüetli-Tagung abhalten, und für alle ausgemusterten Bundes- und sonstige Räte wär ne Reha Insel sicherlich auch nicht schlecht....

    Und wenn ihr euren Job gut macht, kriegt ihr dann auch eine eigene Insel für erfolgreiche Spitzenbeamte....
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  • Nasruddin 24.02.2014 10:49
    Highlight Ja, dieser Artikel ist sicher lustig gemeint! Aber das ist er nicht, ich finde ihn verletzend und respektlos. Das einzig Gute ist, dass auch Schreiber solcher Artikel einmal alt werden.
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  • Wolfsblut_2 20.02.2014 22:35
    Highlight Ja, der Artikel ist sicher ironisch gemeint. Trotzdem bleibt mir das Lachen im Hals stecken.
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Der Enthüller

Nach Einbürgerungs-Wahnsinn: Der Enthüller besucht Einsiedeln 

Letzte Woche wurde bekannt, dass Einsiedeln einem Amerikaner das Bürgerrecht verwehrt, obschon er seit 39 Jahren in der Gemeinde wohnt. Schlecht integriert sei er, kenne die Gemeinden des Bezirks nicht und sei auch nicht im örtlichen Jodlerclub angemeldet, heisst es aus der Schwyzer Gemeinde. Der Enthüller wollte sich nicht auf die Berichte des einschlägigen Boulevards verlassen und schickte den Lokalreporter Pavel Kulicka in diesen Hort der Kleinbürgerlichkeit. 

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