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DER Enthüller

Portrait of Nora Illi, women's representative of the Islamic Central Council of Switzerland (ICCS), pictured on May 19, 2010 in station square in Berne, Switzerland. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Portrait von Nora Illi, Frauenbeauftragte des Islamischen Zentralrates der Schweiz, aufgenommen am 19. Mai 2010 auf dem Bahnhofplatz in Bern. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Warum sie zur Osterzeit Eier essen soll, ist ihr schleierhaft: grauenhaft plakativ fotografierte Muslima vor einer Schweizer Flagge. Bild: KEYSTONE

Der Enthüller

Muslime provozieren Rechtsparteien: «Ostern feiern wir nicht! »



buzz orlger

Bern (den) – Eine vom Enthüller in Auftrag gegebene Umfrage zeigt, dass 93 Prozent aller Schweizer Muslime auf das Feiern des Osterfests verzichten werden. Das bedeutet kein «Eiertütschen», keine Schokolade und kein Belügen der Kinder im Namen des «Osterhasen».
«Zwar kommt Jesus auch im Koran kurz vor, die Geschichte rund um die Kreuzigung und die Auferstehung hat im Islam aber keine Bedeutung. Ostern ist für uns Muslime einfach ein verlängertes Wochenende ohne religiösen Hintergrund, wie für die meisten Christen wahrscheinlich auch», sagt Josef Hozda, Sprecher des Islamischen Zentralrats.     

SVP-Hardliner Werner Hässig kann diese Aussage nicht verstehen. Der Politiker aus dem Kanton Obwalden ist momentan auf Stimmenfang für seine Initiative gegen die Masseneinwanderung von Tieren. Dass gerade mal sieben Prozent der helvetischen Muslime Ostern feiern, ist für ihn ein weiterer Beweis, dass die Migrationspolitik der Linken versagt hat. «Jeder Schweizer Muslim, der Ostern nicht zelebriert, boykottiert damit die heimische Wirtschaft. Unsere Schokoladenhersteller setzen während der Osterzeit rund 30 Prozent des Jahresumsatzes um. Die könnten aber noch mehr verdienen, würde der Muselmann die Festtage nicht bestreiken. Das Gleiche gilt für die Post, welche die Osterkarten ausliefert oder die Hersteller von Eiermalfarben.»

«Auf den Besuch in der Moschee verzichten»

Gemäss Hässig müsse kein Muslim konvertieren, aber ein gewisser «Anpassungswille sollte spürbar sein». «Wenn einer am Karfreitag die Fischstäbchen aus der Tiefkühltruhe holt, ist mir das zu wenig. Zwölf bemalte Eier und ein deftiger Osterbrunch mit anschliessender ‹Nestlisuche› sollten schon drin liegen», fordert der Obwaldner. Einen Kirchenbesuch wolle er keinem Muslim aufzwängen. «Schon ich als Schweizer langweile mich an einer Ostermesse zu Tode, wie muss es da erst einem gehen, der kaum Deutsch versteht?» 

Allerdings werde Hässig als gläubiger Christ am kommenden Wochenende ein Zeichen gegen die Islamisierung der Schweiz setzen. «Ich verzichte bewusst auf einen Besuch in einer Moschee und umfahre grosszügig sämtlich Minarette in unserem Land, also alle vier. Meine Tochter hat ausserdem Hausarrest und darf sich nicht mit ihrem türkischen Freund treffen.»

Jonas und Joel tuetschen ein Ei am Ostersonntag 8. April 2012, in Thun. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Ein Herz für Muslime: Kindergärten in Bern bieten muslimischen Kindern Kurse im «Eiertütschen» an. Versicherung sowie Aromat à discrétion sind im Preis von 200 Franken inbegriffen.  Bild: KEYSTONE

«Mit dem Islam kenne ich mich aus»

Religions- und Sektenexperte Hugo Ast kritisiert die Haltung von Werner Hässig. «Man kann doch nicht von einer Provokation sprechen, nur weil Muslime nicht am Osterfest teilnehmen. Herr Hässig wird während des Ramadans ja wohl auch nicht auf sein Schweineschnitzel verzichten.» Diesen Vorwurf möchte Hässig so nicht auf sich sitzen lassen. «Würde ich in einem Land mit vielen Muslimen leben, also dem Iran oder Deutschland, dann würde ich sehr wohl während des Ramadans fasten. Herr Ast kann mir ja vieles unterstellen, aber mit dem Islam kenne ich mich aus. Ich habe alles über diese Religion gelesen, was unsere Partei je geschrieben hat. Meine Tochter besitzt zwei Alben von Tarkan und meine Frau trägt im Cabriolet praktisch jedes Wochenende ein Kopftuch.»  

Religionsexperte Hugo Ast gab in der Folge zu Protokoll, auf so einem tiefen Niveau nicht diskutieren zu wollen. Seiner Meinung nach gehe von den Schweizer Muslimen keine Provokation aus. Das Ganze sei nur eine von den Medien aufgegleiste Empörungsgeschichte, bei welcher wieder mal das Bild der verschleierten Muslima gezeigt würde, um damit auf billige Weise Klicks zu generieren. 

Der Enthüller

Hart recherchierte Fakten, fundierte Kritik und realistische Analysen? Die gibt es anderswo. Chefredaktor Buzz Orgler und sein Praktikant Pavel Kulicka decken auf, was keiner wissen will. Ob Berichte über einen Schwangerschaftstest fürs iPhone oder mit Zwiebeln verunreinigte Kebabs, die beiden gescheiterten Journalisten sind sich für keine Schlagzeile zu schade. Und schneller als die Wahrheit sind sie noch dazu. 

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