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Wir haben das Elektro-Schiff von Volvo getestet und sind beeindruckt

Volvo ES90
Im Anschluss an den SUV EX90 bringt Volvo seine elektrische Limousine ES90 auf den Markt.Bild: Volvo
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Wir haben das Elektro-Schiff von Volvo getestet und sind beeindruckt

Mit dem neuen ES90 bietet Volvo nicht einfach nur ein weiteres Elektromodell: In Zusammenarbeit mit dem führenden Grafikprozessor-Hersteller Nvidia wirft der schwedische Autobauer einen wahren Computer auf Rädern und eine echte Designalternative zu SUVs auf den Markt.
03.02.2026, 08:03
Jerome Marchon
Jerome Marchon

Nach Jahren der SUV-Dominanz auf dem weltweiten Automobilmarkt bietet Volvo mit dem neuen ES90 jetzt eine interessante Alternative an.

Das grosse Elektro-Schiff setzt auf die 800-Volt-Technologie, eine Partnerschaft mit Nvidia und ein Hybriddesign zwischen Limousine, Fastback und SUV, um sich an die Spitze der Produktpalette des schwedischen Herstellers zu setzen.

Volvo ES90
Auch wenn der Stil imponiert, liegt die Innovation vor allem unter der Haube.Bild: Volvo

Modernste Technologie

Machen wir uns nichts vor: Der ES90 ist in erster Linie ein fahrender Computer, der mit künstlicher Intelligenz gedopt und mit einer dualen Nvidia DRIVE AGX Orin-Konfiguration ausgestattet ist. Rechenfähigkeiten? Mehr als 500 Billionen Operationen pro Sekunde.

Das ist achtmal mehr als die Leistung früherer Modelle der Marke, die sich bereits sehen lassen können.

Volvo ES90
Die Technologie kleidet sich in ein schlichtes, modernes Gewand.Bild: Volvo

Anders Bell, Chief Engineering and Technology Officer bei Volvo Cars, erklärt:

«Damit ist es das leistungsstärkste Fahrzeug, das Volvo jemals in Sachen Core-Computing-Kapazität entwickelt hat.»

Denn diese gigantische Leistung treibt ein beeindruckendes technologisches Arsenal an, darunter ein bahnbrechendes Echtzeit-Fahrerverständnis-System und ein fortschrittliches Batteriemanagement.

Darwinismus à la Volvo

Volvo Cars verspricht, dass der ES90 während seines gesamten Lebenszyklus durch Over-The-Air-Updates verbessert und weiterentwickelt werden kann – genau wie ein Smartphone. Dadurch soll das Fahrzeug in zwei Jahren leistungsfähiger und sicherer sein als am Tag seiner Auslieferung.

Das Auto kann sogar in Echtzeit Daten von der Strasse erfassen und analysieren und diese mit eurer vorherigen Zustimmung an das Volvo-Ingenieursteam weiterleiten, wodurch die Sicherheitsfunktionen schneller verbessert werden können.

Volvo ES90
Das technologische Arsenal wird mit einem einzigen zentralen Tablet gesteuert.Bild: Volvo

Neben der Erkennung von Anzeichen von Müdigkeit oder Ablenkung bei den Fahrer*innen geht das Verständnissystem sogar so weit, dass es winzige Bewegungen der Insassen, wie die Atmung eines Kindes, erkennt, um zu verhindern, dass ein Baby versehentlich im Fahrzeug vergessen wird.

Nein zur SUV-Müdigkeit

Neben seiner technologischen Dimension verkörpert der ES90 auch eine Wette auf den sich wandelnden Automobil-Trend. Nach Jahren der Dominanz von SUVs, die die überwältigende Mehrheit der weltweiten Autoverkäufe (auch bei Volvo) ausmachen, setzt der schwedische Hersteller auf zunehmenden Überdruss durch die Allgegenwart dieses Formats. Der Hersteller erklärt:

«Der ES90 kombiniert die raffinierte Eleganz einer Limousine, die Flexibilität eines Schrägheckmodells sowie das Platzangebot und die leicht erhöhte Bodenfreiheit eines SUV.»

Dieser Ansatz zielt darauf ab, eine Alternative zu bieten und gleichzeitig praktische SUV-Vorteile beizubehalten.

Volvo ES90
Zwar eine Limousine, aber unter Beibehaltung praktischer Aspekte – vor allem dank der Heckklappe, die sich zu einem Kofferraum mit einem Fassungsvermögen von 446 bis 1427 Litern öffnet.Bild: Volvo

Trotz 5 Metern Länge bei 1,55 Metern Höhe profitiert das Fahrzeug von einer ausgeklügelten Aerodynamik: Der Luftwiderstandsbeiwert von 0,25 ist ein Rekord für Volvo und eine Voraussetzung zum Maximieren der Reichweite eines Elektrofahrzeugs.

Volvo setzt Trends

Der ES90 wird das sechste vollelektrische Modell von Volvo. Nach dem Verkauf von mehr als einer Million Plug-in-Hybriden setzt die Marke also ihren Weg in Richtung vollelektrisch fort, mit dem Ziel, bis 2030 nur noch Elektrofahrzeuge zu verkaufen und bis etwa 2040 CO₂-neutral zu werden.

Zu diesem Zweck werden in der Limousine 29 % recyceltes Aluminium und 18 % recycelter Stahl sowie 16 % biobasierte Polymere und Materialien verbaut.

Volvo ES90
Neben seinem emissionsfreien Antrieb verfügt der ES90 über eine grosse Anzahl an recycelten und biobasierten Materialien.Bild: Volvo

Er ist ausserdem mit einem auf der Blockchain-Technologie basierenden «Batteriepass» ausgestattet, der kritische Rohstoffe rückverfolgt und den CO₂-Fussabdruck des Batteriepacks anzeigt.

800 Volt: Die Lade-Revolution

Der ES90 verspricht mit seiner 106-kWh-Batterie bis zu 700 km Reichweite im WLTP-Zyklus für die Twin-Versionen mit Allradantrieb und 650 km für die Single Extended Range-Version mit Heckantrieb und einer 92-kWh-Batterie.

Beeindruckend ist jedoch vor allem die Ladegeschwindigkeit: An einer 350-kW-Schnellladestation braucht man nur 10 Minuten, um 300 km Reichweite zurückzugewinnen, und nur 20 bis 22 Minuten, um von 10 auf 80 % Ladung zu kommen.

Volvo ES90
Der Volvo ES90 basiert auf einer 800-Volt-Architektur, die blitzschnelles Aufladen ermöglicht.Bild: Volvo

Eine Leistung, die durch die Einführung der 800-Volt-Technologie ermöglicht wurde – eine Premiere für die Marke. Diese Architektur ermöglicht es, mit derselben Menge an Strom mehr Leistung und einen höheren Wirkungsgrad zu erzielen und dabei weniger Wärme zu erzeugen.

Volvo ES90
2 Akkus und 3 Leistungsstufen für den ES90.Bild: Volvo

Smartes Interieur

Der zentrale 14,5-Zoll-Bildschirm profitiert von der Snapdragon Cockpit-Plattform von Qualcomm Technologies, einem ultraschnellen, 5G-fähigen System. Google Maps, Assistant und Play Store sind integriert, während drahtlose Konnektivität von Apple CarPlay und Android Auto das Angebot vervollständigt.

Ein zweiter 9-Zoll-Bildschirm und ein Head-up-Display präsentieren den Fahrer*innen die wichtigsten Informationen.

Volvo ES90
Das Cockpit ist schlicht und technisch und im skandinavischen Zen-Stil gehalten.Bild: Volvo

Der grosszügige Radstand von 3,10 Metern bietet bemerkenswert viel Beinfreiheit für die Personen im Fond, deren Sitze sich elektrisch von 28 bis 33 Grad neigen lassen.

Das High-End-Audiosystem von Bowers & Wilkins mit 25 Lautsprechern und 1610 Watt verspricht ein immersives Klangerlebnis mit Dolby Atmos-Raumklang, einschliesslich eines speziellen Modus, der die Akustik der legendären Abbey Road Studios in London nachbildet.

Volvo ES90
Grosszügiges Platzangebot und verstellbare Sitze für die Personen im Fond.Bild: Volvo

Der Innenraum ist mit einem fortschrittlichen, zertifizierten Luftreinigungssystem ausgestattet, das für Asthmatiker*innen und Allergiker*innen geeignet ist und bis zu 95 % der schädlichen Partikel am Eindringen hindern kann.

Der Kofferraum bietet ein Volumen von 446 Litern, das durch Umklappen der Rücksitze auf 1427 Liter erweitert werden kann, ergänzt durch einen Frunk (den vorderen Kofferraum) mit einem Volumen von 22 Litern, in dem die Ladekabel verstaut werden können.

Sortiment und Preise

Der ES90 wird neben dem EX90, seinem höhergelegten Alter Ego, das neue elektrische Flaggschiff von Volvo. Er markiert die Rückkehr der Schweden ins Segment der grossen Premium-Limousinen nach neun Jahren Abwesenheit und setzt auf sein Technologie- und Sicherheitsarsenal, um sich gegen seine deutschen Rivalen durchzusetzen.

Zu einem Preis ab CHF 73 700.– werden in der Schweiz drei Motoren angeboten: der Single Extended Range mit 333 PS und 480 Nm, der in 6,9 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt, der Twin mit Allradantrieb, 449 PS und 670 Nm, der in 5,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt, und der Twin Performance mit 680 PS und 870 Nm, der in 4 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt. Alle sind auf 180 km/h begrenzt.

Volvo ES90
Volvo erobert mit dem ES90 das Segment der grossen Premium-Limousinen neu.Bild: Volvo

Über den Autor:

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Jérôme Marchon ist ...
... seit seiner frühesten Kindheit ein leidenschaftlicher Auto-Fan. Seine berufliche Karriere begann er in der Finanzbranche, trug aber schon früh zum Aufbau eines Auto-Blogs bei – bis er schliesslich seinen eigenen Blog gründete. Sein weiterer Weg führte ihn in die Chefredaktion der «Revue Automobile». Seit 2018 ist er freiberuflich tätig und schreibt für verschiedene Auto- und allgemeine Print- und Digital-Medien in der Schweiz und im Ausland. Jérôme Marchon arbeitet auch als Übersetzer und Berater für redaktionelle Inhalte für Automobilveranstaltungen und Autohersteller.
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Die beliebtesten Kommentare
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helo I'm under the water
03.02.2026 09:52registriert Dezember 2022
Ihr schreibt "getestet" aber zitiert offensichtlich einfach aus der Pressemitteilung von Volvo und seid das Auto nie gefahren...ich würde sehr gerne echte Autotests von Jérôme lesen, aber kann seine Artikel leider nicht mehr ernst nehmen
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Edgy
03.02.2026 10:31registriert Juni 2019
Hübsches Auto, technisch vermutlich top. Doch mit der online Kontrolle stellt sich unweigerlich die Frage: Wer bekommt die Daten auch noch? Betrifft nicht nur Volvo. In den USA wurden Daten schon an Versicherungen verkauft, die den Fahrstil zu Anlass nahmen, Prämien zu erhöhen... Wie ist der Datenschutz in Autos bei uns geregelt? Wäre mal eine Reportage Wert. Und was anderes: PS bei Elektroautos? Wo bleiben die kW? Die Batteriekapazität wird ja auch nicht in PS-Stunden angegeben...
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Ausruhezeichen
03.02.2026 09:58registriert September 2020
Nice car, keine Frage.
Der Begriff "schwedischer Autobauer" ist schon seeehr frei ausgelegt.. (Chinesischer Inhaber, Auto wird in China gebaut). Ja ich weiss, Apfel-Phones werden auch nicht in USA gebaut..
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74
Besser mit oder ohne ADHS-Diagnose durchs Leben?
Vermutlich stimmt etwas mit mir nicht. Aber mit wem stimmt schon alles. Und spielt es überhaupt eine Rolle, was genau nicht stimmt?
Ich fand Nacht ja schon immer besser als Tag. Nicht nur, weil man dann weniger Gründe braucht für lange Hosen und verzutzelte Haare. Alles Tolle ist einfach noch ein bisschen toller in der Nacht: Serien, Ideen, Cornflakes, Sex, Konzerte. Ausserdem sind da viele Menschen einfach im Bett und allein deshalb schon mal still. Das magi. Nicht weil ich Menschen nicht mag, aber solange andere wach sind und Dinge fragen und reden, kann ich meine eigenen angefangenen Gedanken nicht zu Ende denken.
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