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Madonna performs at the 57th annual Grammy Awards on Sunday, Feb. 8, 2015, in Los Angeles. (Photo by John Shearer/Invision/AP)

Trendy wie ein Myspace-Profil: Madonna. Falls du 1993 oder später geboren wurdest, dann könnte diese Dame deine Oma sein. Falls du männlich bist und gerne tanzt, deine nächste Freundin.  Bild: AP Invision

Der Enthüller

Letzter Musikkritiker, der Madonna für relevant hielt, ist gestorben. Er wurde 93 Jahre alt

buzz orgler

Dallas (den) — Die Popwelt trauert um Randal J. Howard. Der Musikkritiker erlag in der Nacht auf Donnerstag in Dallas seinem langen Krebsleiden. Er wurde 93 Jahre alt. Howard war der letzte Kritiker, der Madonnas Musik auch noch nach dem Millennium als relevant bezeichnete. Dafür erntete er von Kollegen viel Spott. Besonders tragisch: Howard starb nur einen Tag vor der Veröffentlichung des neuen Madonna-Albums «Rebel Heart». 

«Er hätte die Platte bestimmt geliebt», ist seine 74-jährige Tochter überzeugt. «Seit Wochen sprach er von nichts anderem. Die erste Single ‹Living for Love› hatte es ihm komplett angetan. Der Song begleitete ihn jeden Abend beim Einschlafen. Solange der Refrain dezent im Hintergrund dudelte, schlummerte mein geliebter Vater trotz Schmerzen die Nacht durch.»

Randal J. Howard war bekannt dafür, Madonna stets für ihre Kreativität zu loben. Während andere Musikkritiker die 56-Jährige mittlerweile als «Bitch mit Rollator» oder «grosse alte Sex-Tante» bezeichnen, rühmte er sowohl Musik als auch Auftritte. «Sie sieht noch immer sehr sexy aus und zieht sich ihrem Alter entsprechend an», soll er die Performance an den Brit Awards beurteilt haben. Und das obwohl der Kritiker auf einem Auge blind war und das andere aufgrund einer Tränenüberfunktion nicht mehr richtig scharf stellen konnte. 

Play Icon

Hier fällt Madonna hin. Keine Angst, sie singt weiter. youtube/legal it

Bis zuletzt behauptete er, Madonna treffe den Zeitgeist. Auch die Choreographie mit dem spontanen Treppensturz sei innovativ und klassisch Madonna gewesen. «Schöner hätte man die Strophe ‹Took me to heaven and let me fall down, Now that it's over I'm gonna carry on› nicht umsetzen können», schrieb Howard auf Twitter. Es würde ihn nicht wundern, wenn demnächst Lady Gaga oder eine andere Nachahmungstäterin von der Treppe stürzen würde. 

epa04610552 US singer Madonna arrives for the 57th annual Grammy Awards held at the Staples Center in Los Angeles, California, USA, 08 February 2015.  EPA/MICHAEL NELSON

Das sexy Oberteil Modell «Quetschhupe» findest du im Teenieshop deines Vertrauens.  Bild: EPA

«Mucke für Format-Radios und Warteschleifen»

Bis zu seinem letzten Atemzug hoffte Musikkritiker Randal J. Howard, dass seine Liebe für die Queen of Pop in seinem 69-jährigen Sohn weiterleben würde. Vergebens. Bereits zwei Stunden nach dem Tod des 93-Jährigen gab sein Sohn Robert amerikanischen Medien Folgendes zu Protokoll: 

«Mit meinem Vater starb der letzte Musikjournalist, der Madonna für relevant hielt. Schauen wir der Wahrheit ins Auge: Die Frau ist wie Microsoft – seit Ende der 90er kam da innovationstechnisch gar nichts mehr raus. Klar setzt Madonna musikalisch noch immer auf die neusten Trends. Allerdings etwa sechs Monate nachdem sie durch sind.»

Natürlich habe Madonna auch im Jahr 2015 noch eine Daseinsberechtigung, so Howard Junior. Irgendjemand müsse ja die ganzen Format-Radios mit 08/15-Dance-Mucke beliefern. Ausserdem würden sich Telefonwarteschleifen nicht von alleine beschallen. «Aber als 56-Jährige noch immer aufs Verkaufsmotto ‹Sex› zu setzen, um damit die unter 20-Jährigen anzusprechen, ist ein aussichtsloses Unterfangen.» Er habe mit ihrer Musik bereits vor Jahren abgeschlossen. Allerdings werde er sich zwangsläufig noch ein letztes Mal mit ihren aktuellen «Hits» auseinandersetzen. «Ich muss die Playliste für die Beerdigung meines Vaters zusammenstellen. Wir brauchen dezente Hintergrundmusik.»

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  • 28%Geht so. Obwohl – der Song «Believe» Ende der 90er mit diesem hippen Vocoder-Effekt, der hatte schon was.

Der Enthüller

Hart recherchierte Fakten, fundierte Kritik und realistische Analysen? Die gibt es anderswo. Chefredaktor Buzz Orgler und sein Praktikant Pavel Kulicka decken auf, was keiner wissen will. Ob Berichte über Schwulenhasser, die in Russland Asyl beantragen oder mit Zwiebeln verunreinigte Kebabs, die beiden gescheiterten Journalisten sind sich für keine satirische Schlagzeile zu schade. Und schneller als die Wahrheit sind sie noch dazu. 

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