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Der Enthüller

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Lottogewinner will nicht teilen: «Scheiss auf ihren Krebs!»



Pavel Kulicka

Satire – kein Wort ist wahr

Altdorf (den). Die Schweiz hat einen neuen Lottogewinner! Gestern Abend sitzt Florian Bordokel gespannt mit seinem Tippschein vor dem Fernseher. Wie immer hat er 4, 6, 9, 17, 31 und 42 und die Zusatzzahl 5 angekreuzt. «Mit diesen Zahlen spiele ich schon seit 1967 Lotto», sagt der rüstige Rentner. «Gewonnen habe ich bisher höchstens 78 Franken.» 

Doch gestern meint es die Glücksgöttin gut mit dem 72-Jährigen und seiner Ehefrau. Der ehemalige Kleintier-Veterinär landet den ganz grossen Gewinn und knackt beinahe den Superjackpot der Schweizer Lottogesellschaft! Mit vier Richtigen plus Zusatzzahl darf sich Bordokel stolzer Gewinner von CHF 137.85 nennen. Der Senior kann es kaum glauben: «Wenn ich bedenke, wie viele tausend Franken ich über die Jahre schon fürs Lotto ausgegeben habe, freut mich dieser Gewinn unglaublich.»

Volltanken und Zigaretten

Ans Sparen denkt Bordokel nicht. «Den Gewinn verprasse ich, in meinem Alter bleibt nicht mehr viel Zeit. Jetzt hau ich so richtig auf die Pauke», so der überschwängliche Urner. Mit dem Geld will er als erstes seinen Subaru volltanken lassen. «Den Luxus gönn ich mir. Falls danach noch etwas vom Gewinn übrig bleibt, kauf ich für mich eine Stange Zigaretten und für meine Frau einen neuen Swiffer.»

Weniger Freude an Bordokels zukünftigem Leben in Saus und Braus haben seine Kinder. «Wir möchten ein Haus für uns und die drei Kinder kaufen», so Tochter Eva (35). «Da hätte uns der Geizkragen doch etwas vorvererben können. Bei so einem grossen Gewinn bleibt ja noch genug für ihn übrig.»

«Ihr Krebs ist mir scheissegal»

Auch Bordokels Nachbarn versuchen an sein Geld zu kommen. «Heute Früh klingelte Margrit von gegenüber an der Türe und wollte etwas Geld für ihre Krebsbehandlung», ärgert sich Bordokel. «Denkt die etwa, das Geld wächst in meinem Garten? Ihr Krebs ist mir scheissegal. Ich habe Diabetes und die alte Kuh hat mich auch nie unterstützt.» 

Die örtliche Kirche macht ebenfalls die hohle Hand beim Rentner. «Uns fehlen 35 Franken, um das Dach der Suppenküche für die Bedürftigen zu reparieren. Ohne die Reparatur müssen wir die Einrichtung schliessen», so der Dorfpfarrer Alois Brügger. Doch auch er stösst bei Bordokel auf taube Ohren. «Die sollen doch beten, für die 35 Franken», sagt der Rentner salopp.

Bordokels neuer Reichtum könnte allerdings schon bald ein jähes Ende nehmen. Laut dem Urner Steuerbarometer rutscht der Rentner durch den hohen Gewinn nämlich in eine höhere Steuerklasse und muss somit dem Fiskus jedes Jahr 1263 Franken mehr an Steuern entrichten.

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