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FragFrauFreitag

Liebe Kafi, ich finde deine Antworten so wundervoll, dass ich nun selbst mein Glück versuche, in der Hoffnung eine eigene zu bekommen. Mir fällt es schwer, meine Angst zu überwinden.   

Beherzt Fehler begehen und sich danach verzeihen ist das beste Rezept gegen Angst. 
Beherzt Fehler begehen und sich danach verzeihen ist das beste Rezept gegen Angst. Bild: Kafi Freitag
FRAGFRAUFREITAG

Liebe Kafi, ich finde deine Antworten so wundervoll, dass ich nun selbst mein Glück versuche, in der Hoffnung eine eigene zu bekommen. Mir fällt es schwer, meine Angst zu überwinden.   

Ich kenne meine Ziele und arbeite hart dafür, weil ich weiss, was auf dem Spiel steht. Aber wenn es dann wirklich drauf ankommt, verschwindet mein Selbstvertrauen und vor lauter Angst zu versagen, passiert genau das – und zwar volle Kanne! Es ist wie eine Blockade in mir und obwohl ich weiss, dass ich eigentlich schon etwas draufhabe, denke ich dann im entscheidenden Moment doch "Nein". Ich will es wirklich und versuche mich immer selbst zu motivieren, aber es gelingt mir einfach nicht, an mich selbst zu glauben. Hast du ein paar motivierende Worte für mich auf Lager? Ich weiss mir nicht mehr zu helfen ...
Minerva, 20
12.11.2014, 12:0115.11.2014, 11:13
Kafi Freitag
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Liebe Minerva 

Angst ist irgendwie das Gegenteil von Mut. Und fast alle Menschen schwärmen romantisch für den Mut, aber wirklich mutig sind die allerwenigsten. Sie sind also in bester Gesellschaft. Die meisten mutigen Menschen, die ich kenne, haben sich diesen Charakterzug in früher Kindheit aneignen müssen, weil sie in irgendeiner Form unter die Räder gekommen sind. Wenn Sie heute über wenig Mut verfügen, heisst das darum vermutlich auch, dass Sie in Ihrer Kindheit keine Strategien in diese Richtung entwickeln mussten. Und das ist doch eigentlich auch ganz schön positiv, oder nicht?

Mut ist eine feine Sache. Weil Grundlage für Courage. Und es gibt kaum etwas Edleres, als einen couragierten Menschen. Und das Tolle daran ist, dass Mut erlernbar ist! Doch, wirklich! Sie können noch heute damit beginnen, indem Sie sich kleine, fast schon popelige Trainingsübungen vornehmen. Stellen Sie sich den Mut einfach wie einen Muskel vor, den man trimmen kann. Wichtig ist, dass Sie nicht mit zu schweren Gewichten einsteigen, weil die Muskelfaser sonst reissen könnte. Immer gemächlich und geduldig, damit sich der Mutmuskel an die neue Belastung gewöhnen kann.

Da ich Ihre Ausgangslage nicht genau kenne, kann ich Ihnen auch kein konkretes Trainingsprogramm erstellen. Aber wie wäre es, wenn Sie morgens der Verkäuferin in der Bäckerei ein unverhofftes Lächeln schenken und sich dann dahin gehend steigern, dass Sie wildfremde Menschen auf der Strasse anlächeln? Und es ist wirklich ratsam, nicht mit Männern zu starten, weil meine eigene Erfahrung zeigt, dass diese ein charmantes Lächeln gerne als ein "Wir könnten mal zusammen ficken, was meinst?" missverstehen. Üben Sie drum lieber an Frauen und alten impotenten Männern!

Stellen Sie sich jeden Tag einer kleinen Mutprobe und geben Sie auch nicht auf, wenn Sie eine mal nicht bestehen oder der Versuch in die Hose geht. Muskelkater gehört dazu und mutige Menschen zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie weniger Angst vor dem Scheitern haben als Hasenfüsse. Sie sind noch wahnsinnig jung und haben die Elastizität, nach Stürzen wieder schnell auf die Beine zu kommen!

Entwickeln Sie eine liebevolle Fehlerkultur im Umgang mit sich selber. Dann wächst auch Ihr Selbstvertrauen und macht der Angst den Garaus. 

Alles Gute, liebe Minerva! Ihre Kafi.

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Bild: Kafi Freitag
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Kafi Freitag (39) beantwortet auf ihrem Blog www.FragFrauFreitag.ch Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.ch.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (www.FreitagCoaching.ch) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie ist verheiratet und Mutter eines zehnjährigen Sohnes.



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