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Autos und männliche Geschlechtsteile gehen immer zusammen ...  Bild: Kafi Freitag

FRAGFRAUFREITAG

FragFrauFreitag

Hallo Kafi. Ich bin verheiratet und wir haben einen kleinen Sohn. Den würde ich gerne beschneiden lassen.



Weil ich es persönlich viel ästhetischer finde, wenn ein Mann beschnitten ist. Mein Mann ist auch beschnitten, aber nicht aus religiösen Gründen, sondern weil er als Kind eine Verengung hatte. Darüber bin ich sehr froh. Fast alle meine Freundinnen finden beschnitten schöner und auch hygienischer. Wie sehen Sie das? Lieben Gruss, Fanny, 39

Liebe Fanny 

Endlich ist die grosse Beschneidungsdebatte aus Deutschland auf meinen Blog übergeschwappt und ich finde sie, ehrlich gesagt, übergeschnappt. Religiöse Beschneidungen, die eingebettet sind in Rituale und medizinisch seriös ausgeführt werden, sollten nicht unser aller Thema sein. Sonst kann man gleich die Religionen als solche abschaffen, was ich bei näherem Hindenken zwar auch nicht falsch fände.

Bei Ihrer Frage geht es aber um etwas ganz anderes. Sie wollen Ihren Sohn beschneiden lassen, weil Sie persönlich, wie Sie so schön schreiben, was gegen Vorhäute haben. Es kann aber nicht sein, dass wir an unseren gesunden Kindern rumschnipseln, damit diese in unser persönliches Schema passen.

Das wäre ja, als würde man der Tochter mit 16 einen Silikonbusen implantieren lassen, weil der Vater und seine Kumpel auf grosse Möpse stehen. Kurzum, ich finde es vollkommen daneben, wenn man so eine Entscheidung über den Kopf eines Kindes weg fällt. Und auch die hygienischen Gründe sind in Zentraleuropa nur ein alter Vorwand. Jeder Mann kann duschen gehen, bevor er mit einer Frau schläft und es wäre mir bedeutend lieber, wenn mein Sohn sich mit einem Gummi gegen AIDS schützen würde als mit einer abhanden gekommenen Vorhaut.

Und übrigens finde ich persönlich Vorhaut klasse. Es lässt sich viel einfacher wichsen damit.

Lieben Gruss. Ihre Kafi.

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Kafi Freitag (40!) beantwortet auf ihrem Blog Frag Frau Freitag Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie ist verheiratet und Mutter eines zehnjährigen Sohnes.

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Bild: Kafi Freitag

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