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Obey your heart. Bild:kafi freitag

FragFrauFreitag

Liebe Kafi Ich habe vor einem Monat jemanden kennengelernt. Ich mag ihn und er mag mich. Wir mögen uns. 



Wenn ich meinen Freundinnen davon erzähle, ist die Reaktion immer: «Aaaaaaaw, so herzig ... Aber pass ja auf! Nicht dass du wieder verletzt wirst!» Ok bei den letzten paar Versuchen ist's nicht wirklich gut rausgekommen. Entweder wurde ich abserviert oder ich habe abserviert, weil's einfach nicht gepasst hat. Aber ich hab niemandem deswegen Wochenlang die Hucke vollgeheult, sondern das einfach akzeptiert und danach weitergelebt. Ich weiss meine Freundinnen meinen es nur gut. Aber ich möchte keine Angst davor haben, mich zu verlieben. Und ich möchte auch nicht ständig nach Anzeichen eines versteckten Arschlochs suchen. Bin ich zu naiv, wenn ich denke, der könnte einer von den Guten sein? Viviane, 28

Liebe Viviane

Ja, Sie sollten wirklich aufpassen. So wie Sie sich auch nie zu früh freuen sollten! Kann schliesslich gut sein, dass die Freude dann unberechtigt war, und Sie dann enttäuscht sind. Und das sollte man tunlichst vermeiden. Unsichere Vorfreude und ein Verliebtsein, das nicht mindestens bis zur Pensionierung hält – aber lieber natürlich bis zum Tod – haben in unserer Welt nichts verloren. Vermeiden Sie jegliche Verschwendung von Emotionen und schauen Sie gefälligst, dass Sie sich im sicheren Bereich aufhalten. Nichts spüren ist immer noch besser, als Trauer oder Verlust empfinden.

So denken viele Menschen, Viviane. Wie Sie sich aber sicher denken können, gehöre ich nicht wirklich dazu. Auch ich habe keine Lust, mich doppelt und dreifach abzusichern und auch ich habe keine Lust, in jedem Menschen das Arschloch zu suchen. Das ist auch gar nicht nötig, denn wenn jemand eines ist, dann zeigt sich das früher oder später ja eh von selbst. Machen Sie genau so weiter, wie bis anhin. Nicht, weil ich es auch so mache und es darum richtig ist. Sondern weil es aufreibend, fordern und intensiv ist, so zu leben. Und das wiederum ist meiner Meinung nach der Sinn des Lebens; nicht sich zu schonen.

Das Leben, es will gelebt werden. Und da gehören nun mal Enttäuschungen mit dazu. Wer sich davon abschirmt, wird mit Sicherheit ein weniger anstrengendes Leben führen, aber er wird dafür immer nur vom trockenen Rand des Kuchens essen und nie vom satten Inneren. Klar tut es sauweh, wenn man dann ungebremst in eine Wand läuft und sich Herz und Gesicht aufschlägt. Aber es kann doch auch nicht sein, dass man vor lauter Angst immer mit Schutzhelm und angezogener Bremse durchs Leben geht. Wer etwas riskiert, riskiert dabei was. Sich nie in emotionale Gefahr zu bringen, ist auch keine Lösung.

Unser Dasein, es ist doch relativ kurz. Es wäre wirklich mehr als schade, wenn wir uns für ein nächstes Leben, von dem wir alle gar nicht wissen, ob es uns irgendwann überhaupt geschenkt werden wird, aufheben.

In diesem Sinne; leb Dein Leben Kleines! Herzlich, Ihre Kafi.

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Kafi Freitag (40!) beantwortet auf ihrem Blog Frag Frau Freitag Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie lebt mit Ihrem 11 jährigen Sohn in Zürich.

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Bild: Kafi Freitag

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