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In jeglicher Hinsicht auf eigenen Füssen stehen. Auch mit seinem Namen. 
bild: kafi freitag

FragFrauFreitag

Liebe Kafi. Bald heirate ich den besten Menschen, dem ich je begegnet bin. 



Für ihn kommt es nicht in Frage, seinen Namen zu ändern und würde sich freuen, wenn ich ihn annehmen würde. Auch ich fände es toll, wenn wir beide denselben Nachnamen hätten, und zwar meinen. Das Problem ist, dass wir uns auch entscheiden müssen, wie zukünftige Kinder heissen werden. Was würdest du tun?  Liebe Grüsse. Julia, 26

Liebe Julia

Ich bin ja bekanntlich der Typ «das eine tun, das andere nicht lassen» und frei nach diesem Motto habe ich bei einer Heirat den Namen angenommen, bei der anderen nicht. Mein neuer Freund würde bei einer Eheschliessung jederzeit meinen Namen annehmen, aber seien wir mal ehrlich, wer würde schon nicht gern Freitag heissen?

Sie sind noch wahnsinnig jung und wissen vermutlich wenig über das Frauenrecht in der Schweiz. Bis ins Jahr 1976 brauchten wir Frauen noch die Zustimmung des Ehemannes, wenn wir berufstätig sein wollten. Wir konnten kein eigenes Bankkonto eröffnen und nicht über unser eigenes Vermögen verfügen. Abstimmen dürfen wir seit 1971, davor hatte nur der Ehemann ein Stimmrecht, Frauen hatten politisch nichts zu melden. Seit nunmehr 3 Jahren ist nun endlich das neue Namensrecht gültig und der Mann ist nicht mehr automatisch das Familienoberhaupt.

Jeder behält seinen Familiennamen und über den der Kinder entscheidet der Würfel.

Vielleicht wäre das der richtige Zeitpunkt um sich ernsthaft zu fragen, ob diese ganze Namenssache nicht furchtbar vorgestrig und unnötig ist. Mit der Heirat geht man zwar einen gemeinsamen Vertrag ein. Das bedeutet aber nicht, dass man seine Identität und Eigenständigkeit aufgibt. Wenn Ihr Mann nicht bereit ist, seinen Namen aufzugeben, warum sollten Sie es dann tun? Und was den Namen der Kinder betrifft, den könnten Sie beide frei wählen, wenn Sie beide Ihre Namen behalten würden.

Kurz zusammengefasst würde ich Folgendes vorschlagen: Jeder behält seinen Familiennamen und über den der Kinder entscheidet der Würfel. Und wenn Ihnen das zu willkürlich ist, dann «gewinnt» halt der, der jeweils mit den Kindern zum Arzt fährt, wenn diese krank sind.

Mit herzlichem Gruss. Ihre Kafi.

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Kafi Freitag (40!) beantwortet auf ihrem Blog Frag Frau Freitag Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie lebt mit ihrem 11-jährigen Sohn in Zürich.

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Bild: Kafi Freitag

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38 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Biene Maja
02.02.2016 21:37registriert February 2014
Wenn keiner nachgeben will, behalten doch beide ihre Namen. Der Nachname des einen ist nämlich nicht wichtiger als derjenige des anderen. Beim Kind würde ich es von anderen Faktoren abhängig machen und den wählen, der einem bessere Chancen im Arbeitsleben beschert oder einfacher zu buchstabieren ist oder einen langen Stammbaum aufweist oder besser am gemeinsamen Wohnort verwurzelt ist oder, oder, oder was euch beiden halt wichtig ist. Also betrachtet das bitte pragmatisch. Das hilft!
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doomsday prophet
02.02.2016 23:23registriert August 2015
wenn ich jaromir zum vornamen heissen würde und meine frau jagr zum nachnamen dann würde ich selbstverständlich den nachnamen meiner frau annehmen, denn wer würde nicht gerne jaromir jagr heissen? da dem aber nicht so ist hat sich meine frau freundlicherweise dazu entschieden meinen nachnahmen anzunehmen unseren kindern ist das auch ganz recht.... wobei wenn ich jetzt teemu heissen würde......aber lassen wir das ich kann eh nicht schlittschuhlaufen
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Yelina
02.02.2016 17:44registriert July 2014
Ich persönlich hab da immer Vorbehalte: gewisse Nachnamen passen überhaupt nicht zu meinem Vornamen, andere würden aus meinem Namen ein kleines Gesamtkunstwerk machen... Zum Glück muss ich mich (noch?) nicht entscheiden 😉
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FragFrauFreitag

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