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Bild: Kafi Freitag: Wenn das Kleid zu teuer war, muss man's halt irgendwo wieder reinholen, gell. 
FRAGFRAUFREITAG

Liebe Frau Freitag. Wir sind an die Hochzeit eines Freundes meines Freundes eingeladen. Ich kenne ihn, finde ihn gut, die Freundin von ihm ist leider nicht so unser Fall, aber das tut eigentlich nichts zur Sache. 

Die Hochzeit hat ein Motto, das auch nicht so unser Fall ist. Wir haben uns überlegt ob es gestattet ist mit diesen zwei Vorurteilen überhaupt hinzugehen und haben uns entschieden zu gehen (mit gemietetem Kostüm) und alles daran zu setzen, dass es der so viel gerühmte «schönste Tag» für SIE beide wird und unsere Gedanken zurück zu stecken und uns einfach mit ihnen zu freuen. Jetzt steht auf der Einladung, dass sie sich keine Geschenke sondern Geld wünschen. Ja aber wie viel Geld schenkt man denn überhaupt an einer Hochzeit? Dazu kommt, dass mindestens der Bräutigam etwa das Dreifache von mir verdient - dann find ich es schon irgendwie lächerlich mit dem Hunderternötli aufzukreuzen. Es würde mich sehr freuen, wenn du mich in dieser Angelegenheit ein wenig unterstützen könntest! Lilly, 29
17.03.2014, 14:3717.03.2014, 15:59

Liebe Lilly 

Ich finde Sie toll. Sie haben die Grösse, über eine Braut, die nicht so Ihr Fall ist und über ein Motto hinwegzusehen und sich zugunsten des Brautpaars zurückzunehmen. Das ist schon mal nicht ganz so einfach. Drum: Kompliment an Sie.

Das mit dem Motto würde ich locker sehen. Denn obwohl ich eine totale Fasnachts-Hasserin bin, habe ich Partys mit Dresscode-Motto nur in bester Erinnerung. Man macht sich gemeinsam lächerlich und bewegt sich ausserhalb seiner eigenen Komfortzone und das ist grundsätzlich keine schlechte Voraussetzung für ein gutes Fest.

Aber nun zum wirklichen Thema, dem Geldgeschenk. Geht gar nicht. Ich finde es superheikel, Geld zu wünschen. Das kann man machen, wenn alle Gäste monetär in der gleichen Liga spielen. Ansonsten ist es nur peinlich und für die Gäste mit weniger Kohle äusserst demütigend. Es ist verständlich, dass man verhindern will, dass man dann schlussendlich mit fünf Smoothie-Blendern dasteht und darum lieber Geld wünscht. Aber gleichzeitig ist es einfach unglaublich stillos, weil man gewisse Gäste damit blossstellt. Und ich sehe schon das Brautpaar, wie es am Tag nach der Sause die Kohle zählt und auf einer Liste hinter den Gönnern einträgt. Wääääääääääähhhhhhhhhh!!!

Wenn ich an Ihrer Stelle wäre, würde ich den Wunsch eiskalt ignorieren und das schenken, was Sie eigentlich eh vorhatten. Oder noch besser ein Geschenk, welches sich monetär überhaupt nicht verorten lässt. Gemeinsame Zeit ist zum Beispiel etwas in die Richtung. Oder wissen Sie, was mir in dieser Sekunde auch noch einfällt: Schenken Sie eine Frigor-Schoggi mit aufgeklebtem Fünfliber! Und dazu ein paar graue Wollsocken. So wie es das Grosi seit Jahren macht und sich saumässig spendabel dabei fühlt.

Alles Liebe! Ihre Kafi. 

Kafi Freitag 
Kafi Freitag (39) beantwortet auf ihrem Blog www.FragFrauFreitag.ch Alltags-Fragen ihrer Leserschaft. Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (www.freitagcoaching.ch) und verkauft mit viel Herzblut Hochzeitskleider. Sie ist verheiratet und Mutter eines neunjährigen Sohnes, wohnt mitten im Zürcher Kreis 4 und versucht, ihren Alltag so vernünftig wie nötig und amüsant wie möglich zu leben.



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Bild:Kafi Freitag
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4 Kommentare
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Nicht nur Kinder erziehen scheint oft so etwas wie eine Glaubensfrage, sondern auch, sie zur Welt zu bringen. Ich, überzeugte Krankenhaus-Gebärende, fragte bei Geburtshaus-Fan Daniela Nagel nach ihren Erfahrungen.

Eines muss man der deutschen Roman- und Sachbuch-Autorin Daniela Nagel lassen: Sie hat wesentlich mehr Erfahrung im Gebären als ich. Ich habe zwei Kinder zur Welt gebracht, einmal Wassergeburt, einmal geplanter Kaiserschnitt wegen Querlage, beide im Spital. Daniela hat fünf Kinder, drei davon erblickten im Geburtshaus das Licht der Welt, die Zwillinge kamen per Kaiserschnitt im Krankenhaus. Von den Geburtshäusern ist sie so begeistert, dass sie gar eine Roman-Trilogie verfasste, die in diesem Umfeld spielt. Für mich ging das damals (meine Kinder sind mittlerweile fast 18 und 16 Jahre alt) eher unter so «Gschpürschmi-Zeug». Nicht mein Ding. Vielleicht hätte ich diese Diskussion mit Daniela schon früher führen sollen.

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