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M mit Elektro-Power: Wir haben den BMW i4 M50 getestet

BMW i4 M50
Der i4 M50 erhielt als erster BMW mit Elektroantrieb das M-Label.Bild: BMW
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M mit Elektro-Power: Wir haben den BMW i4 M50 getestet

BMW enthüllte zusammen mit dem 4er Gran Coupé auch den i4, das entsprechende Modell mit Elektroantrieb. Wir setzen uns ans Steuer der Topversion mit dem M für «Motorsport», dem ersten Batteriemodell mit dem Hochleistungslabel des bayerischen Herstellers ... Also, «M» oder nicht?
18.04.2023, 08:39
Jerome Marchon
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Das Spektrum der Elektrofahrzeuge von BMW ist gross: Da gibt es den iX, einen SUV mit ausgefallenem Stil und einer Karosserie, die speziell für die elektrische «i»-Reihe entworfen wurde und an die früheren i3- und i8-Modelle erinnert. Weiter unten im Programm gibt es elektrische Ausführungen von Modellen mit Verbrennungsmotor, wie den i7, den zukünftigen i5, den iX3 und iX1 bis hin zum i4, einem elektrischen Klon des Gran Coupés der 4er-Serie.

BMW i4 M50
Bild: BMW

Alle basieren auf der modularen CLAR-Plattform, die entweder mit einem Verbrennungsmotor, einem Hybrid- oder einem Elektroantrieb ausgestattet werden kann. Das heisst auch – und BMW betont dies –, dass der i4 trotz Elektroantrieb nach wie vor das Temperament der bayerischen Sportlimousinen hat.

BMW i4 M50
Die Lufteinlässe an der Frontseite sind zwar verdeckt, signalisieren aber Sportlichkeit.Bild: BMW

Auf den ersten Blick unterscheidet den i4 nichts von seinem Benzinbruder, abgesehen von der abgedeckten, extragrossen BMW-Niere und den nicht vorhandenen Auspuffen am Heck.

Das erste Elektrofahrzeug mit dem «M»

Der BMW i4 wird mit drei verschiedenen Motorisierungen angeboten: i4 eDrive35 mit 210 kW (286 PS/400 Nm), i4 eDrive40 mit 250 kW (340 PS/430 Nm) und als Topmodell der i4 M50 mit 400 kW (544 PS/795 Nm). Letzterer wurde uns für den Test zur Verfügung gestellt. Er hat eine Batterie mit einer Nettokapazität von 80,7 kWh, zwei Motoren – einen an jeder Achse – und verfügt also über den xDrive-Allradantrieb und viele andere Raffinessen wie das «M»-Fahrwerk mit elektronischer Federung.

BMW i4 M50
Den Unterschied macht ein kleines «M».Bild: BMW

Die Bezeichnung M50 kommt nicht von ungefähr: Der i4 M50 erhielt als erster BMW mit Elektroantrieb das Label «M-Motorsport», ein Synonym für ausgeprägte Sportlichkeit. Daran zweifelst du? Vergleiche seine technischen Daten mit denen des M4 Competition mit Verbrennungsmotor: 34 PS und 145 Nm mehr für den Elektroantrieb und die gleiche Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 3,9 Sekunden. Das spricht für sich. Der einzige (sehr) bemerkenswerte Unterschied ist das Gewicht: 2290 kg für den i4 gegenüber 1800 kg für den M4 Competition.

High-Tech im Innenraum

Es ist keine Überraschung, dass die gepflegte Innenausstattung des i4 das Niveau des 4er Gran Coupé hat. Das Raumangebot ist gut und die abfallende Dachlinie mindert die Kopffreiheit für die Fahrgäste im Fond nur geringfügig. Unter der Heckklappe befindet sich ein grosszügiges Ladevolumen von 490 bis 1290 Litern.

BMW i4 M50
Wer sagt, dass Zweckmässigkeit und Leistungsfähigkeit nicht zusammenpassen?Bild: BMW

Der Fahrer blickt auf einen nach innen gewölbten Doppelbildschirm, auf dem alle Bedienelemente des Wagens angeordnet sind – nicht nur die Instrumente, sondern auch die Klimaanlage und die Konnektivität. Trotz unserer Abneigung gegen den Trend, alles auf dem Display anzuzeigen, müssen wir doch zugeben, dass die Schnittstelle gut durchdacht und einfach zu bedienen ist und obendrein fliessend und zügig funktioniert, was sehr erfreulich ist.

BMW i4 M50
Ein behaglicher High-Tech-Innenraum.Bild: BMW

Still, hier wird beschleunigt!

Wie seine technischen Daten vermuten lassen, vermittelt der i4 M50 beim Anfahren das Gefühl, in einem Katapult zu sitzen. Die Traktion ist vorbildlich und dieses Gefühl unerschöpflicher Beschleunigung ohne Leistungsabfall ist faszinierend. Es fehlt nur noch der unverwechselbare Klang eines 6-Zylinders bei voller Leistung. Immerhin hat der geniale Komponist Hans Zimmer versucht, eine eindrucksvolle Geräuschkulisse für den i4 zu komponieren.

BMW i4 M50
Souverän und dynamisch.Bild: BMW

Der i4 M50 überrascht mit seiner Dynamik. Das perfekt abgestimmte Fahrwerk und die bei der Servounterstützung und Rückmeldung vorbildliche Lenkung machen richtig Spass, was in diesem Segment selten vorkommt. Und das Beste ist, dass der starke Charakter des BMW M erhalten bleibt. Der Wagen geht flach in die Kurve, fliegt mühelos von einer Haarnadelkurve zur nächsten, und das trotz seiner 2 Tonnen, die sich im Vergleich zu einem Benziner schneller bemerkbar machen.

BMW i4 M50
Der i4 M50 bereitet echtes Fahrvergnügen.Bild: BMW

Bei schneller Fahrt wäre eine adaptive Rekuperation für noch mehr Fun nicht schlecht gewesen. Da dieser Modus jedoch fehlt, kann man bei entspanntem Dahingleiten meistens mit einem Pedal fahren, ohne das Bremspedal betätigen zu müssen. Der i4 M50 verspricht zwar theoretisch eine Reichweite von 416 bis 520 km, in der Praxis sind es jedoch 350 bis 400 km. Der durchschnittliche Verbrauch betrug 23,5 kWh/100 km, das ist für die gebotene Leistung durchaus angemessen.

BMW i4 M50
Leistung und Wendigkeit verdienen das «M» von BMW.Bild: BMW

Der BMW i4 M50 ist ab CHF 86 900.– erhältlich und schafft das Kunststück, die für BMW typische Fahrfreude mit einem Elektroantrieb zu verbinden. Da kommt man ins Schwanken zwischen einem M mit Verbrennungsmotor und einem M mit Elektroantrieb …

Über den Autor:

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bild: zvg
Jérôme Marchon ist ...
... seit seiner frühesten Kindheit ein leidenschaftlicher Autofan. Seine berufliche Karriere begann er in der Finanzbranche, trug aber schon früh zum Aufbau eines Auto-Blogs bei – bis er schliesslich seinen eigenen Blog gründete. Sein weiterer Weg führte ihn in die Chefredaktion der Revue Automobile. Seit 2018 ist er freiberuflich tätig und schreibt für verschiedene Auto- und allgemeine Print- und Digital-Medien in der Schweiz und im Ausland. Jérôme Marchon arbeitet auch als Übersetzer und Berater für redaktionelle Inhalte für Automobilveranstaltungen und Autohersteller.
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17 Kommentare
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Let’s talk about Sex, Baby!
Es ist nicht so, dass Sandro und ich schlechten Sex haben. Es ist mehr so, dass der nicht mehr so der oberkrasse Knaller ist. Beziehungssex halt. You know. Hätte Mother Nature besser einrichten können. Ein Gedankensalat.

Im Gegensatz zu vielen anderen haben Sandro und ich schon viel länger Sex, als wir ein Paar sind. Bei uns kam das Vögeln ja sehr viel vor der Beziehung.

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