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ARCHIV - Ein Informationsformular des Mieterinnen- und Mieterverbands liegt in einem Regal beschriftet mit

Auch in Krisenzeiten kann man Mietzins-Reduktionen beantragen. Bild: KEYSTONE

Money Matter

«Mein Vermieter will den Mietzins wegen der Corona-Krise nicht senken. Darf er das?»

Selma (29): «Mein Vermieter will den Mietzins wegen der Corona-Krise vorläufig nicht senken, trotz tieferem Referenzzins. Darf er das?»

Frédéric Papp / Comparis



Liebe Selma

Die Antwort lautet kurz und knapp: Nein. Wirtschaftskrisen sind keine Gründe, den Mietzins nicht zu senken. Das gilt auch für die von der Corona-Pandemie verursachte aktuelle Wirtschaftsflaute.

Allerdings: Oft senken Vermieter nicht von sich aus den Mietzins, wenn der sogenannte hypothekarische Referenzzinssatz nach unten korrigiert wird. Das ist zuletzt Anfang März 2020 geschehen. Du musst somit selber aktiv werden.

Contentpartnerschaft mit Comparis.ch

Dieser Blog ist eine Contentpartnerschaft mit Comparis.ch. Die Fragen in dieser Rubrik wurden dem Kundencenter von Comparis gestellt und von Experten beantwortet. Die Antworten werden als Ratgeber in dieser Rubrik veröffentlicht. Es handelt sich nicht um bezahlten Inhalt. (red)

Sparpotenzial von mehreren hundert Franken pro Jahr

Nimm deinen Mietvertrag zur Hand und prüfe, auf welchem Referenzzins die Berechnung deiner Nettomiete beruht. Liegt er über dem aktuellen Satz von 1,25 Prozent kannst du ein Senkungsbegehren an den Vermieter stellen.

Das lohnt sich in den meisten Fällen. Zahlst du für deine Wohnung beispielsweise 1300 Franken netto und basiert die Miete auf dem bis Ende Februar 2020 geltenden Referenzzins von 1,5 Prozent, kannst du bis zu 450 Franken pro Jahr sparen.

Das Schreiben an den Vermieter muss vor der vertraglich vereinbarten Kündigungsfrist beim Vermieter eintreffen. Schicke deshalb den Brief am besten per Einschreiben. Der Vermieter hat 30 Tage nach dem Eintreffen des Senkungsbegehrens Zeit, Rechenschaft über dein Senkungsbegehren abzulegen.

Nicht klein beigeben

Was du wissen musst: Vermieter können Mietsenkungen teilweise verweigern. Sie haben die Möglichkeit, die Mietzinssenkung mit der Teuerung oder gestiegenen Betriebs- und Unterhaltskosten zu verrechnen. Manchmal verweisen sie auch auf die Orts- und Quartierüblichkeit, wonach deine Miete mit umliegenden, vergleichbaren Wohnungen konform sei.

Lass dich aber nicht zu schnell abspeisen. Verlange unter anderem eine detaillierte Vergleichsrechnung, die aufzeigt, welche Kosten tatsächlich gestiegen sind. Bist du mit der Begründung des Vermieters gar nicht einverstanden, kannst du auch an die Schlichtungsbehörde gelangen. Bevor du diesen Schritt gehst, solltest du dich aber beim zuständigen Mieterverband deines Kantons beraten lassen.

Viele Grüsse von Comparis.ch

Fragen? Fragen!

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21Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Patamat 16.05.2020 14:22
    Highlight Highlight Dieses Beharren auf der Mietzinssenkung kann auch zum Bumerang werden. Vermieter können einen Teil der Teuerung , gestiegene Unterhaltskosten und wertvermehrende Investitionen verrechnen, und falls der Referenzzinssatz einmal wieder steigt, wird denjenigen Mietern, die eine Senkung verlangt haben, garantiert die Miete erhöht. Das Potential für Senkungen ist begrenzt, das für Steigerungen jedoch kaum.
    • Test of the test 16.05.2020 15:15
      Highlight Highlight Das wird der Vermieter sowieso tun, sollte der Referenzzinssatz wieder steigen.

      Wir haben die Senkung der Miete eingefordert (nach Ablehnung des Vermieters über das Bezirksgericht) und zahlen nun c.a. 800 CHF pro Jahr weniger.
  • pamayer 16.05.2020 14:03
    Highlight Highlight tretet dem mieterverband bei. steht einem bei bedarf mit rat und tat bei.
  • Ranzelpanzel 15.05.2020 21:10
    Highlight Highlight Die UTA Treuhand hat einfach die Nebenkosten um den gleichen Betrag erhöht. Hatten am Ende keinen Rappen zusätzlich!
    • virus.exe 16.05.2020 08:34
      Highlight Highlight Dafür bezahlst du weniger nach oder bekommst was raus mit der Nebenkostenabrechnung.
    • Mügäli 16.05.2020 09:56
      Highlight Highlight @Ranzelpanzel - die Nebenkosten sind ja effektive Kosten welche du so oder so bezahlen müsstes, entweder ist die Akonto höher dafür die Nachzahlung kleiner oder eben unbekehrt ..
    • Ranzelpanzel 16.05.2020 23:57
      Highlight Highlight Nein, sie haben die Preise dafür erhöht.
  • TrueClock 15.05.2020 15:38
    Highlight Highlight Ich habe da so eine Klausel in meinem Mietvertrag. Ich verstehe leider nicht viel von Finanz- Mietrecht. Mir wurde gesagt, dass ich die Miete nicht einfach so bei jeder Zinsänderung ändern lassen kann. Ausser es sind grosse Änderungen.Sind wir nun bei einer grossen Änderung? ist so eine Klausel überhautp legal? Was Gewinne ich bei einer Miete von ca. 1900.-? kann man mir Kündigen sollte ich auf eine Senkung bestehen?
    Benutzer Bild
    • Elpolloloco 15.05.2020 15:50
      Highlight Highlight Ich bin mir nicht sicher, ob man das vertraglich ausbedingen kann. Der Mieterverband gibt Dir (wenn Du Mitglied bist) kostenlose Auskunft. Eine Mitgliedschaft, die sich m.E. lohnt.
    • Inflatio 15.05.2020 16:14
      Highlight Highlight Wenn du in einer Baugenossenschaft wohnst, müssen Zinssenkungen nicht zwingend weiter gegeben werden. Ansonsten schon, aber die Vermieterin kann Teuerungsausgleich und allg. Kostensteigerungen gegenrechnen.
  • RandomNicknameGenerator 15.05.2020 12:03
    Highlight Highlight Es muss sich echt etwas tun im Schweizer Mietgesetz...
    Die Aufwände die ein Mieter betreiben muss, um eine eigentlich klare Reduktion zu erhalten sind absurd hoch.
    • Duca 15.05.2020 12:24
      Highlight Highlight Ouuuuuu, der Mieter muss 1-2 Schreiben senden, von denen es tonnenweise Vorlagen im Netz gibt.
      Wirklich absurd hoher Aufwand!
    • Alpenvogel 15.05.2020 12:40
      Highlight Highlight Soso, der Aufwand für ein Einschreiben (anhand einer Vorlage!) empfindest du also als absurd hoch? Eine Investition von sagen wir 10.- ist im Vergleich zur potenziell resultierenden Einsparung ein ziemlich lohnendes Geschäft. Lass dir das bitte von einem Banker gesagt sein. Versetz dich doch auch mal in die Interessen deines Vermieters, auch die haben übrigens Rechte. Und das sind meist erfolgsorientierte Unternehmen und keine Sozialeinrichtungen. Insofern halte ich es für ziemlich übertrieben hier von einem absurd hohen Aufwand zu sprechen. Aber hey; jeder ist seines Glückes Schmied.
    • P_hr 15.05.2020 13:13
      Highlight Highlight Nein, das ist gut so!
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