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Jeep Avenger – wir haben das Auto des Jahres 2023 getestet

Jeep Avenger
Es werden zahlreiche Möglichkeiten der individuellen Gestaltung geboten, darunter bei der Aussenlackierung.image: Jeep
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Jeep Avenger – wir haben das Auto des Jahres 2023 getestet

Jeep, der unangefochtene Spezialist für Geländefahrzeuge, markiert mit dem Avenger seinen Aufbruch in Richtung Elektromobilität. Wir haben uns seine Qualitäten genauer angeschaut.
17.05.2023, 15:34
Jerome Marchon
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Die Ursprünge der Marke reichen bis 1941 zurück – bis zum Jeep Willys, dem Helden der Landung in der Normandie 1944. Knapp 80 Jahre später begibt sich Jeep mit seinem ersten vollelektrischen Modell «Avenger» auf europäische Strassen. Wie bitte? Ein Elektro-Jeep? Ganz genau, und zwar vollelektrisch, entwickelt in Italien auf Basis französischer Mechanik und produziert in Polen. Wir sind weit vom amerikanischen Traum entfernt!

Jeep Avenger
Avenger, der erste Jeep der vollelektrischen Serie.image: Jeep

Für sein erstes vollelektrisches Fahrzeug hat sich Jeep also das Segment der aktuell sehr beliebten Stadt-SUVs ausgewählt. Dank Synergien der Stellantis-Gruppe profitiert der Avenger von der gleichen Plattform, die sich bereits beim DS 3 E-Tense, beim Peugeot e-2008 und beim Opel Mokka-e bewährt hat.

Grösse XS

Der Look des Wagens ist ansprechend, angemessen würfelförmig, sodass unser Jeep auf der Strasse eine gute Figur macht. Die Style-Codes der Marke wie der unveränderliche siebenteilige Kühlergrill ist trotz der reduzierten Grösse gut erkennbar. Bei einer Gesamtlänge von 4,08 Metern, einer Breite von 1,78 Metern und einem Achsabstand von 2,56 Metern ist der Innenraum eher begrenzt, insbesondere auf den Rücksitzen, wo in der Mitte kaum Platz vorhanden ist. Der Kofferraum kann 355 bis 1250 Liter Fracht aufnehmen, was anständig ist.

Jeep Avenger
Moderner Look und Jeep-DNA.image: Jeep

Einige Einwände gibt es jedoch zur Innenraumausstattung, die aus überwiegend harten und glänzenden Kunststoffen besteht, welche auf schlechten Strassenbelägen oder im Gelände durch die Zusatzbelastung quietschen. Dies ist besonders bedauerlich, da das Erscheinungsbild ansprechend und originell, die serienmässige Ausstattung eher grosszügig und die Ergonomie durchdacht ist.

Jeep Avenger
Originell und angenehm wirkender Innenraum.image: Jeep

Auch wenn der Avenger – noch – nicht über Allradantrieb verfügt, umfasst er doch eine Modusauswahl-Technologie, mit der unterschiedliche Geländetypen (Sand, rutschiger Boden und Schnee) gemeistert werden können, sowie über eine Bergabfahr-Technologie zur Geschwindigkeitskontrolle bei der Abfahrt. So sind auch Abenteuer fern von Asphaltstrassen kein Problem.

Mehr Stadt als Feld

Unter der Haube verfügt der Jeep Avenger über eine 54-kWh-Batterie, die einen Elektromotor mit 156 PS und 260 Nm versorgt. Der Wagen ist in neun Sekunden von 0 auf 100, die Temposperre befindet sich bei 150 km/h. Laut Jeep liegt die kombinierte Reichweite bei ca. 395 km (WLTP) und bis zu 572 km mit dem Protokoll City des WLTP. Im Alltag sollte mit einer durchschnittlichen Reichweite von 300 km gerechnet werden.

Jeep Avenger
Fühlt sich sowohl im Gelände wohl ... image: Jeep

Drei Fahrmodi, Normal, Sport und Eco, erlauben eine bestmögliche Nutzung der Fähigkeiten des Avenger. Während im Sportmodus das maximale Drehmoment erreicht wird, wird er in den beiden anderen Modi auf 220 bzw. 200 Nm begrenzt, um den Stromverbrauch zu senken.

Jeep Avenger
... als auch auf dem Asphalt.image: Jeep

Auf der Strasse bewegt sich der Avenger mit Leichtigkeit und ist weich. Seine leichte und präzise Lenkung könnte bei dynamischen Fahrten jedoch etwas unterhaltsamer sein. Diese Regelungen, die mit einer eher weichen Federung zusammenhängen, tragen zu erstklassigem Komfort auf allen Arten von Strassenbelägen bei, insbesondere den – häufig höckerigen – im Stadtgebiet. Hier begeistert der Avenger sowohl durch seine kompakte Grösse als auch durch seinen Wendekreis von 10,5 Metern.

Kohärenz und Kompromisse

Einer der Gründe, warum der Avenger die Mehrheit der Jurystimmen bei der Wahl zum Auto des Jahres erhalten hat, ist sicherlich seine Fähigkeit, ein hohes Kompromiss- und Kohärenzniveau zu bieten. Der erste Elektro-Jeep in der Geschichte weist keine gravierenden Mängel auf, zeichnet sich streng genommen jedoch auch nicht durch Qualitäten oder Innovationen aus, die das Elektroauto neu definieren oder ihn zum «Jeep der Elektroautos» machen.

Jeep Avenger
image: Jeep

Allerdings kann sich der Avenger auf eine technische Basis, ein Erscheinungsbild und Leistungen stützen, durch die er bei der Wahl eines Stadt-SUVs sind ausser Acht gelassen werden kann. All das zu einem Grundpreis zwischen 37 900 (Ausstattung Longitude) und 43 990 Franken (Ausstattung Summit). Der Traum von viel Platz bleibt zu erfüllen ...

Über den Autor:

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image: zvg
Jérôme Marchon ist ...
... seit seiner frühesten Kindheit ein leidenschaftlicher Autofan. Seine berufliche Karriere begann er in der Finanzbranche, trug aber schon früh zum Aufbau eines Auto-Blogs bei – bis er schliesslich seinen eigenen Blog gründete. Sein weiterer Weg führte ihn in die Chefredaktion der «Revue Automobile». Seit 2018 ist er freiberuflich tätig und schreibt für verschiedene Auto- und allgemeine Print- und Digital-Medien in der Schweiz und im Ausland. Jérôme Marchon arbeitet auch als Übersetzer und Berater für redaktionelle Inhalte für Automobilveranstaltungen und Autohersteller.
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11 Kommentare
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Manche mögen's heisser ...
Hot Yoga war eine Tortur. Gelohnt hat es sich trotzdem. (Vielleicht.)

Als mir der Schweiss wie ein kleiner Wasserfall von der Nase lief, wie das früher bei meiner Grossmutter immer passiert ist, also nicht, dass sie so stark schwitzte, aber sie hatte immer, wirklich IMMER eine tropfende Nase, völlig egal, wie kalt, warm oder windstill es war, immer lief ihre Nase, da dachte ich, dass es die absolute bescheuerteste Idee war, in diesem Raum zu sein. Diesem sogenannten Hot Yoga. Bikram. Schwitz-dich-tot-Gymnastik. Keine Ahnung, was die richtige Bezeichnung ist. Kurz: Ich hasste es. Aber raus konnte ich auch nicht. Und erneut absagen wäre auch nicht drin gelegen. Immerhin habe ich es Hanna versprochen. Vor drei Jahren. Weil ich eine Wette verlor. Worum es in der Wette ging, wissen wir beide nicht mehr, aber was der Einsatz war, schon.

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